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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

 

Hat die Bundesbank noch eine Existenzberechtigung, da die Geldpolitik doch jetzt von der EZB wahrgenommen wird?

Die EZB in Frankfurt hat keine Alleinzuständigkeit für die Geldpolitik im Eurogebiet. Richtig ist: Die geldpolitischen Entscheidungen fällt der Rat der EZB, in dem der Bundesbankpräsident Sitz und Stimme hat. Die Zentralbanken des Eurosystems setzen die Geldpolitik in ihren Ländern um. Dieses dezentrale System hat sich seit 1999 bewährt. Die Bundesbank als Teilnehmerin bringt hier ihre Stabilitätsorientierung und ihren Erfahrungsschatz aus 50 Jahren unabhängiger Geld- und Zentralbankpolitik ein. Solange die Europäische Union eine Union souveräner Staaten ist, und das dürfte noch lange so bleiben, erfüllen deren nationale Zentralbanken, darunter die Bundesbank, neben der Geldpolitik nationale und internationale Aufgaben.

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Hat die Bundesbank durch die Euro-Einführung wesentliche Aufgaben verloren?

Die Bundesbank hat – wie die Zentralbanken der anderen Euro-Staaten – ihre nationale geldpolitische Kompetenz auf das Eurosystem übertragen. Aber die Umsetzung der geldpolitischen Maßnahmen, wie etwa die Refinanzierung der Geschäftsbanken, obliegt nach wie vor den nationalen Zentralbanken. Die Bundesbank wickelt mehr als 50 % des Refinanzierungsvolumens im Euro-Währungsgebiet ab. Sie informiert Medienvertreter und die deutsche Öffentlichkeit über Strategie und Beschlüsse des EZB-Rats.

Zudem versorgt die Bundesbank die Wirtschaft mit Bargeld. Sie überwacht den Zahlungsverkehr und verwaltet die nationalen Währungsreserven. Zu ihren nationalen Aufgaben zählen auch die Beteiligung an der Bankenaufsicht und an der Erstellung der Wirtschafts- und Finanzstatistiken. Überdies berät sie Bundesregierung und Bundestag in wirtschaftspolitischen Fragen, sie wirkt auf internationaler Ebene an Vereinbarungen, Regelungen und Analysen mit und ist in Finanzinstitutionen wie dem IWF vertreten. Diese Aufgaben erfüllt die Bundesbank also nach wie vor.

Aber mehr noch: Insgesamt sind die Anforderungen an die Bundesbank und ihre Beschäftigten durch die Einführung des Euro als gemeinsamer Währung deutlich gewachsen. Die Bundesbank muss stärker als vor der Euro-Einführung ihr europäisches Umfeld im Blick behalten, um schlüssig argumentieren und für ihre Stabilitätsvorstellungen werben zu können. Deshalb baut die Bundesbank in allen Kerngeschäftsfeldern die Forschung aus. Auch Themen wie die Integration der Finanzmärkte oder der Zahlungsverkehrssysteme werden mittlerweile vorwiegend auf Ebene des Eurosystems beraten und entschieden.

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Was macht die Bundesbank und wem nützt das?

Den Geldwert im Eurogebiet so stabil wie möglich zu halten, ist für die Bundesbank als Mitglied im Eurosystem das wichtigste Ziel. Langfristig betrachtet stellt die Gewährleistung von Preisstabilität den besten Beitrag der Geldpolitik zu angemessenem Wirtschaftswachstum, hoher Beschäftigung und allgemeiner Wohlfahrt dar. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Inflation demgegenüber zu Preisverzerrungen führt, dadurch die Wohlfahrt mindern und soziale Gegensätze verschärfen kann; Sparer sehen sich einer Entwertung ihrer Geldvermögen gegenüber und Bezieher von festen Einkünften, wie Sozialleistungen oder Renten, werden benachteiligt, weil diese nur mit zeitlicher Verzögerung angepasst werden. Das Engagement der Bundesbank für stabiles Geld dient somit dem Wohle Aller.

Wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Wirken der Zentralbanken sind: Ein funktionierender Zahlungsverkehr vor allem zwischen den Banken, eine reibungslose Bargeldversorgung sowie ein stabiles Banken- und Finanzsystem. Deshalb überwacht und sichert die Bundesbank, auch mit eigenen Systemen, den unbaren Zahlungsverkehr, deshalb bleibt sie an der Bargeldbearbeitung beteiligt, deshalb analysiert sie permanent die Risiken für Stabilität im nationalen wie internationalen Finanzwesen.

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Seit Jahren gibt es keine ernsthafte Inflation mehr. Ist sie endgültig tot? Sorgt nicht die Globalisierung für eine anhaltende Dämpfung der Preise?

In den letzten Jahren lag die jährliche Preissteigerungsrate im Euroraum durchschnittlich auf einem sehr niedrigen Niveau von nur 2,05 %. Einerseits wirkt der globale Wettbewerb im Bereich der Arbeits- und Produktionskosten mäßigend auf den Anstieg des allgemeinen Preisniveaus. Andererseits jedoch treiben zum Beispiel steigende Rohstoffpreise die Inflation an. Im Ergebnis ist also eine nennenswerte Inflationsdämpfung durch die Globalisierung keineswegs gesichert.

Der europäische, aber auch globale Inflationsrückgang ist vor allem auf eine weltweit stärkere Stabilitätsorientierung insbesondere der Geldpolitik zurückzuführen. So haben sich in vielen Ländern über die Jahre hinweg zwei zentrale Erkenntnisse durchgesetzt: Eine niedrige Arbeitslosigkeit kann nicht mit einer höheren Inflation „erkauft“ werden und unabhängige Zentralbanken mit einer klaren, vorausschauenden Stabilitätspolitik können die Inflation auf Dauer gut in Schach halten. Eine solche Stabilitätspolitik bleibt daher die zentrale Herausforderung und Aufgabe der Zukunft.

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Warum mischt sich die Bundesbank häufig in die Politik ein, insbesondere in die Finanz-, Lohn- und Arbeitsmarktpolitik?

Ein anhaltend stabiles Preisniveau ist eine gute Grundlage für eine spannungsfreie Wirtschaftsentwicklung. Damit eine Geldpolitik mit klarem Preisstabilitätsziel erfolgreich sein kann, müssen sich auch die anderen Akteure in Wirtschaft und Politik stabilitätsgerecht verhalten, z. B. die Tarifparteien bei den Lohnabschlüssen oder der Staat in der Finanzpolitik. Gefährden Entscheidungen aus diesen Politikbereichen den Stabilitätskurs der Geldpolitik, muss die Zentralbank vor Fehlentwicklungen warnen und stabilitätskonformes Verhalten anmahnen.

Während Zentralbanken heute Inflation vorausschauend und mit langfristigem Blick bekämpfen, sind Politiker häufig kurzfristigen Zwängen unterworfen, etwa wenn Wahlen anstehen. Im Bestreben, die Konjunktur anzukurbeln, können sie versucht sein, die Staatsausgaben unangemessen zu erhöhen oder von der Zentralbank Zinssenkungen zu fordern. Beides würde mittelfristig dazu führen, dass das Ziel der Preisstabilität verfehlt wird. Spannungen zwischen Geld- und Wirtschaftspolitik liegen somit in der Natur der Sache. Genau deshalb haben weitsichtige Politiker ihre Zentralbanken von politischen Weisungen unabhängig gemacht.

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Warum verkauft die Bundesbank eigentlich kein Gold?

Gold ist für die Bundesbank ein wichtiger Bestandteil der Währungsreserven. Seit jeher hat Gold eine stabilitäts- und vertrauensichernde Funktion und stellt als Sachwert eine Anlagealternative zu Devisen dar. Es ist ein wichtiger Vertrauensanker der Währung. Die Bundesbank ist deshalb darauf bedacht, die Goldreserven im Kern zu bewahren. Würde die Bundesbank Gold verkaufen, flössen nach den geltenden Bilanzierungsvorschriften die Erlöse über den Bundesbankgewinn dem Bundeshaushalt zu. Dies würde die Reserven substantiell mindern.

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Warum legt sie ihre Währungsreserven nicht so an, dass mehr Rendite erzielt wird?

Bei der Anlage der deutschen Devisenreserven stehen für die Bundesbank Sicherheit und Liquidität im Vordergrund. Die Reserven können, falls notwendig, für Interventionen an den Devisenmärkten genutzt werden und gewährleisten die Zahlungsfähigkeit des Staates gegenüber dem Ausland. Zu Beginn der Währungsunion hatte die Bundesbank – wie die anderen Euro-Zentralbanken – einen Teil ihrer Währungsreserven der Europäischen Zentralbank für Devisenmarktinterventionen übertragen. Diese Reserven verwaltet sie im Auftrag der EZB.

Die Bundesbank hat einen großen Teil der Devisenreserven in US-Staatsanleihen angelegt, die einerseits als besonders sicher und liquide gelten und andererseits Zinserträge abwerfen. Aber auch die Goldreserven erwirtschaften eine Rendite. In der jüngeren Vergangenheit z. B. ist der Goldpreis wieder gestiegen; auch diese Wertsteigerungen stellen eine Rendite dar.

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Wie erfolgreich war der Euro bislang?

Der Euro ist in den ersten 8 Jahren der gemeinsamen Geldpolitik ausgesprochen stabil geblieben. Die durchschnittliche Jahresinflationsrate lag nur geringfügig über der Preisstabilitätsnorm, die der EZB-Rat auf unter aber nahe 2 % festgelegt hat.

Insgesamt hat der Euro die Preistransparenz und damit den Wettbewerb in Europa zugunsten der Verbraucher verbessert sowie den innereuropäischen Handel angeregt. Auch gewinnt der Euro im Vergleich zu den Vorgängerwährungen als internationale Anlage-, Reserve- und Handelswährung an Bedeutung, so dass vor allem die Unternehmen der Euro-Länder unabhängiger von weltweiten Wechselkursschwankungen werden.

Die Euro-Bargeldeinführung in 2002 wurde von einzelnen Anbietern für kräftige Preissteigerungen genutzt. Bei vielen Konsumenten entstand so der Eindruck, der Euro habe sich nach seiner Einführung zum „Teuro“ entwickelt. Gleichzeitig wurden aber Preissenkungen, etwa für Computer, und stabile Preise, zum Beispiel bei Wohnungsmieten, verzeichnet. Dies nahmen die Bürger allerdings zunächst kaum wahr. Objektiv gesehen blieb im Durchschnitt der Anstieg des allgemeinen Preisniveaus vor, während und nach der Euro-Bargeldeinführung relativ gering.

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Warum musste die Bundesbank ihre Organisation neu strukturieren und Personal abbauen? War hieran die Euro-Einführung Schuld?

Die Teilnahme an der Währungsunion war nur zum Teil Anlass für die Strukturreform der Bundesbank. Eine umfassende Reform von Organisation und Arbeitsweise war seinerzeit – mit oder ohne Euro – dringend erforderlich geworden. Denn auch der technische Fortschritt und die raschen Veränderungen im Kreditgewerbe und an den Finanzmärkten schlagen sich in den Organisationsstrukturen der Bank nieder. Noch immer hält die Konzentration im Bankensektor, die Automatisierung der Geldbearbeitung und des Zahlungsverkehrs an. Dies sind Veränderungen, die bei der Bundesbank manuelle Tätigkeiten in erheblichem Umfang bundesweit überflüssig gemacht haben. Sie erfordern von der Bundesbank als „Bank der Banken“ zudem die Fähigkeit, ihre Dienstleistungen gründlich und schnell anpassen zu können.

Aber auch die Währungsunion drängte in Richtung auf eine radikale Reform, bei der das bisherige System einer föderalen Führung und Organisation durch eine zentralisierte Aufbauorganisation ersetzt wurde; denn mit den eigenständigen geldpolitischen Befugnissen war ein wichtiger Grund für die föderal ausgerichtete Entscheidungsstruktur der Bundesbank entfallen.

Die Grundlage der Reform schuf die Politik im Jahr 2002 durch die Änderung des Bundesbankgesetzes. Aus den weitgehend eigenständig arbeitenden Landeszentralbanken wurden weisungsgebundene Hauptverwaltungen, aus Direktorium und Zentralbankrat ein Vorstand. Der vom Vorstand 2002 beschlossene fünfjährige Reformplan führte zum Abbau von rund 40 % der früheren Führungspositionen, zu kürzeren Berichts- und Entscheidungswegen und zur Reduzierung des Personalbestands um annähernd 30 %. Ende 2012 werden nach den Strategie-Eckpunkten des Vorstands voraussichtlich fast 40 % weniger Menschen bei der Bundesbank beschäftigt sein als zehn Jahre zuvor – und dies ohne betriebsbedingte Kündigungen.

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Warum überlässt die Bundesbank nicht ausschließlich privaten Firmen, den „Wertdienstleistern“, das Sortieren, Prüfen und Zählen des Bargelds?

Die Bundesbank hat den gesetzlichen Auftrag, die Qualität der Banknotenversorgung sowie eine hinreichende Krisenvorsorge sicher zu stellen. Deshalb muss sie angemessen an der Bearbeitung von Bargeld beteiligt sein. Als angemessen erachtet die Bundesbank einen Anteil von etwa 50 % an der Bearbeitung von Banknoten (Prüfung ihrer Echtheit und Umlaufsfähigkeit). Gemeinsam mit den anderen Zentralbanken im Eurosystem hat die Bundesbank ein Regelwerk (framework) vereinbart, damit sich private Bargeldakteure (Kreditinstitute und Wertdienstleister) stärker als bisher an dieser Aufgabe beteiligen können.

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Warum kümmert sich die Bundesbank um die Stabilität von Finanzsystemen?

Zentralbanken sind auf stabile Finanzsysteme angewiesen, um Preisstabilität sichern zu können.
Denn geldpolitische Maßnahmen wie Leitzinsänderungen wirken nicht direkt, sondern nur vermittelt über die Banken und das Finanzsystem auf die Wirtschaft. Störungen im Finanzsystem behindern diesen Prozess. Sie können geldpolitische Signale verzerren. Zudem ist die Internationalisierung der nationalen Finanzsysteme stark fortgeschritten. Krisen auf einzelnen Märkten oder Regionen können sich über die Finanzsysteme rasch ausbreiten. Weltweit arbeitet die Bundesbank deshalb mit anderen Zentralbanken und Institutionen daran, Fehlentwicklungen aufzudecken. Zudem gilt es, unter anderem mit Hilfe von Stresstests Risiken für die Finanzstabilität frühzeitig zu erkennen und Empfehlungen zu entwickeln, wie die Finanzsysteme zu stärken und Krisen zu vermeiden sind.

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Muss die Bundesbank an der Bankenaufsicht in Deutschland beteiligt sein?

Fast alle nationalen Zentralbanken des Eurosystems sind in ihren Ländern auf unterschiedliche Weise an der Bankenaufsicht beteiligt. In Deutschland ist die Bundesbank gemeinsam mit der BaFin zuständig für die Bankenaufsicht: Sie überprüft laufend die deutschen Kreditinstitute hinsichtlich Solvenz, Liquidität und Risikosteuerung. Daraus zieht sie mehrere Vorteile: Aus erster Hand kann sie analysieren, wie belastbar das deutsche Banken- und Finanzsystem ist und wie anhand dieser Informationen die Stabilität des Bankensystems zu bewerten ist. Die Erkenntnisse aus der Bankenaufsicht helfen der Bundesbank, ihre Aufgabe als „Bank der Banken“ zu erfüllen: Mit den Banken geldpolitische Kreditgeschäfte durchzuführen, für sie Konten zu führen und Zahlungen zwischen Banken abzuwickeln.

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