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Säule 3: Erweiterte Offenlegung

Marktdisziplin

Zu den Vorschriften über die Mindestkapitalanforderungen (Säule 1) und den bankenaufsichtlichen Überprüfungsprozess (Säule 2) kommen Transparenzanforderungen (Säule 3) hinzu, die eine komplementäre Nutzung der Marktmechanismen für bankenaufsichtliche Ziele ermöglichen sollen. Dem liegt die Erwartung zu Grunde, dass gut informierte Marktteilnehmer eine risikobewusste Geschäftsführung und ein wirksames Risikomanagement von Kreditinstituten in ihren Anlage- und Kreditentscheidungen honorieren beziehungsweise risikoreicheres Verhalten entsprechend sanktionieren. Für die Kreditinstitute ergibt sich daraus ein zusätzlicher Anreiz, ihre Risiken zu kontrollieren und effizient zu steuern.

Um eine solche Marktdisziplin zu erreichen und den Interessen sowohl der Kreditinstitute als auch der Marktteilnehmer gerecht zu werden, wurde ein flexibles Konzept erarbeitet. So können hinsichtlich des Umfangs und der Häufigkeit der Offenlegung bei der Bestimmung der bankindividuellen Offenlegungspraxis die Grundsätze der Wesentlichkeit und des Schutzes vertraulicher Informationen berücksichtigt werden.

Die Vorschläge zur Offenlegung sind grundsätzlich als Empfehlungen ausgestaltet, da die Bankenaufsicht häufig nicht die Zuständigkeit für den Erlass von Rechnungslegungsvorschriften hat. Sofern sich jedoch die Offenlegung auf die Anwendung bestimmter interner Verfahren - wie der Nutzung des internen Ratings, der Verbriefung von Kreditforderungen oder der Berücksichtigung von Sicherheiten bei der Ermittlung des mit Eigenkapital zu unterlegenden Kreditrisikos - bezieht, haben sie den Status von Vorschriften. Denn mit den erwähnten Verfahren kann das Institut eine niedrigere Eigenkapitalunterlegung erreichen. Als Voraussetzung für die bankenaufsichtliche Anerkennung eigenkapitalreduzierender interner Verfahren und Instrumente sind die daran geknüpften Transparenzanforderungen einzuhalten, um auf diese Weise auch eine gewisse öffentliche Kontrolle der damit verbundenen Ermessensspielräume eines Instituts zu gewährleisten.

Inhaltlich beziehen sich die Transparenzvorgaben auf folgende vier Bereiche:

  • Anwendung der Eigenkapitalvorschriften,
  • Eigenkapital (Ausstattung und Struktur)
  • quantitative und qualitative Darstellung des eingegangenen Risikos.