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Grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Aufsichtsbehörden bei der Abnahme fortgeschrittener Basel II-Methoden

Die vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht im Jahr 2004 verabschiedete neue Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) sieht vor, dass Banken künftig bei der Berechnung der regulatorischen Mindestkapitalanforderungen zur Unterlegung von Kredit- und operationellen Risiken erstmals auf interne Berechnungsmethoden zurückgreifen dürfen. Um einen dieser fortgeschrittenen Ansätze (IRBA bzw. AMA) zur Kapitalberechnung nutzen zu dürfen, benötigen die Banken eine Zulassung durch die Bankenaufsichtsbehörden. Da internationale Bankengruppen sowohl der Aufsicht ihres Sitzlandes als auch der Aufsicht der Gastländer ihrer Tochtergesellschaften unterliegen, braucht die Bankengruppe die Zulassung der Behörden aller dieser Länder. Ein unkoordinierter Zulassungsprozess würde sowohl auf Seiten der Bankengruppe als auch auf Seiten der Bankenaufsicht zu Doppelarbeit führen. Für die Bankengruppen kommt erschwerend hinzu, dass sich die Zulassungsvoraussetzungen in den Ländern, in denen sie vertreten sind, unterscheiden können, was wiederum zu einem Mehraufwand für die Banken führen kann.

Die Accord Implementation Group (AIG), eine Arbeitsgruppe des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht, hat Grundsätze erarbeitet, wie man den Zulassungsprozess für internationale Bankengruppen effizienter gestalten kann. Im Mittelpunkt dieser im August 2003 durch den Baseler Ausschuss unter dem Titel "High Level Principles for the cross border implementation of the New Accord" verabschiedeten Grundsätze steht die Vermeidung von Doppelarbeit durch verstärkte grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden, eine enge Koordination der Aufsichtsaktivitäten sowie einen intensiven Informationsaustausch.

Auch die Bundesbank hat sich gemeinsam mit der BaFin eingehend mit der Frage der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit von Aufsichtsbehörden bei der Abnahme der fortgeschrittenen Ansätze auseinandergesetzt. Das untenstehende Positionspapier gibt diesbezüglich den derzeitigen Überlegungsstand von BaFin und Bundesbank wieder. Es diente als Grundlage für erste Gespräche mit den Gastlandaufsehern der international tätigen deutschen Bankengruppen, die zwischen März und Juni 2005 in Form von multilateralen Treffen abgehalten wurden.

Den Ausgangspunkt des Positionspapiers bilden die sechs "High Level Principles" der AIG. Darauf aufbauend sind die Erfahrungen in das Papier eingeflossen, die BaFin und Bundesbank durch die Durchführung einer von der AIG angeregten "real case study" zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsbehörden bei einer deutschen Bankengruppe gewonnen haben. Ebenfalls in das Papier eingeflossen sind die Erkenntnisse aus einer weiteren AIG "real case study", bei der die deutsche Bankenaufsicht als Gastlandaufseher eingebunden war, sowie aus der Teilnahme an zahlreichen multilateralen Treffen ausländischer Aufsichtsbehörden zum Thema grenzüberschreitende Zusammenarbeit.