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Marktrisiko

Die Unterlegung von Marktrisiken mit Eigenmitteln gemäß Capital Requirements Regulation (CRR) umfasst die Fremdwährungs- und Rohwarenrisiken des Anlagebuchs und des Handelsbuchs eines Instituts sowie die Positionsrisiken (zins- und aktienkursbezogene Risiken) des Handelsbuchs. Die Marktrisiken können entweder mittels Standardverfahren oder institutsinternem Risikomodellberechnet werden.

Die Eigenmittelanforderungen des Standardansatzes sind in den Artikeln 326 bis 361 CRR geregelt. Hier finden sich für Instrumente einer jeden Risikokategorie Berechnungsvorschriften zur Ermittlung des jeweiligen Anrechnungsbetrages. Darüber hinaus gibt es zu einzelnen Themen technische Regulierungsstandards, technische Durchführungsstandards bzw. Guidelines, siehe unten.

Die Eigenmittelanforderung für interne Marktrisikomodelle findet sich in den Artikeln 362 bis 377. Die Nutzung eines eigenen Risikomodells für eine oder mehrere Risikokategorien mit Hilfe eines internen Modells anstelle oder in Verbindung mit den Standardverfahren ist nur nach Erlaubnis der zuständigen Behörden möglich.

Erteilte Zulassungen zur Nutzung eigener Marktrisikomodelle

Folgende Institute besitzen eine Zulassung zur Nutzung eines eigenen Risikomodells für die Ermittlung der Anrechnungsbeträge oder Teilanrechnungsbeträge für Marktrisikopositionen gem. Artikel 363 CRR:

  • Commerzbank AG
  • Deka Bank Deutsche Girozentrale
  • Deutsche Bank AG
  • DZ Bank AG
  • HSBC Trinkaus & Burkhardt AG
  • Landesbank Baden-Württemberg
  • Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale
  • Norddeutsche Landesbank - Girozentrale
  • UniCredit Bank AG

Stand: 05.01.2018

Wird an einem genehmigten Risikomodell eine Veränderung oder Erweiterung notwendig, so ist dies den Behörden anzuzeigen und ggf. ist eine gesonderte Erlaubnis der zuständigen Behörden erforderlich. Bei wesentlichen Modelländerungen und Erweiterungen ist eine Genehmigung erforderlich. Die Vorgehensweise bei Modelländerungen und -erweiterungen ist in einem technischen Regulierungsstandard niedergeschrieben.

Der Anrechnungsbetrag bei Nutzung eines internen Modells ist die Summe verschiedener Komponenten, die wiederum nach bestimmten Berechnungsvorschriften ermittelt werden müssen. Grundsätzlich sind immer Maßzahlen für das Risikopotenzial und für das Risikopotential unter Stressbedingungen zu berechnen. Im Falle der Modellierung des spezifischen Risikos von Schuldtiteln ist zusätzlich der Anrechnungsbetrag für das Ausfall- und Migrationsrisiko (IRC) zu berechnen. Auf freiwilliger Basis können in die Berechnung des Anrechnungsbetrags für das Ausfall- und Migrationsrisiko börsennotierte Aktien und entsprechende Derivate einbezogen werden. Ebenfalls auf freiwilliger Basis kann der Anrechnungsbetrag für das Korrelationshandelsportfolio mit Hilfe eines internen Modells (Comprehensive Risk Measure, CRM) berechnet werden.

Die Institute müssen tägliche Rückvergleiche der hypothetischen und tatsächlichen Änderungen des Portfoliowerts durchführen und die Überschreitungen nach Art. 366 CRR zählen. Aus der Anzahl der Überschreitungen wird ein (quantitativer) Zuschlagsfaktor auf den Multiplikationsfaktor für die Maßzahlen Risikopotential und Risikopotential unter Stressbedingungen generiert. Der Multiplikationsfaktor beträgt mindestens 3 und kann bei qualitativen Mängeln auch höhere Werte annehmen. Der auf Basis der Anzahl der Überschreitungen bei den Rückvergleichen ermittelte Zuschlagsfaktor nimmt gemäß der Tabelle in Art. 366 CRR Werte zwischen 0 und 1 an.

Zur gezielten Überprüfung der internen Modelle hat die EZB ein Projekt initiiert (Targeted Review of Internal Models – TRIM). Ziel des TRIM ist es die Angemessenheit der verwendeten internen Modelle SSM-weit anhand eines einheitlichen Leitfadens zu überprüfen und die nicht auf Risiken basierende Variabilität modellbasierter Kapitalanforderungen zu verringern.

Das grundlegend überarbeitete bankaufsichtliche Rahmenwerk zur Messung von Marktrisiken (Fundamental Review of the Trading Book, FRTB) ist Bestandteil der aufsichtlichen Reformen, die durch die letzte Finanzkrise ausgelöst wurden.

Als Reaktion auf die Finanzkrise wurde vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht 2009 eine umfassendere Risikomessung von Marktrisiken eingeführt ("Basel 2.5"), mit der u.a. das Risikopotenzial unter Stressbedingungen und die Modellierung des Ausfall- und Migrationsrisikos (IRC, s.o.) eingeführt wurden.

Der Baseler Ausschuss hat seitdem sowohl den Standard- wie auch den Internen Modellansatz konzeptionell und methodisch grundlegend überarbeitet und die Handelsbuchdefinition konkretisiert. Das entsprechende neue Baseler Marktrisiko-Rahmenwerk FRTB wurde im Januar 2016 veröffentlicht.

Informationen der Europäischen Zentralbank

in englischer Sprache

EU-Verordnungen

Zusatzinformationen

Capital Requirements Regulation

EUR-Lex: EU-Recht

Die CRR-Verordnung enthält im Wesentlichen die quantitativen Anforderungen an Banken, wie die Regelungen zur angemessenen Eigenkapitalausstattung, zu Großkreditgrenzen und Liquiditätsausstattung.

www.eur-lex.europa.eu