Navigation und Service

Deutsche Bundesbank (zur Startseite)

Offenlegung

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hat in der Rahmenvereinbarung "Internationale Konvergenz der Kapitalmessung und Eigenkapitalanforderungen" vom Juni 2004 erstmals ergänzend zu den Vorschriften über die Mindestkapitalanforderungen (Säule 1) und den bankaufsichtlichen Überprüfungsprozess (Säule 2) auch Transparenzanforderungen (Säule 3) formuliert, die eine komplementäre Nutzung der Marktmechanismen für bankaufsichtliche Ziele ermöglichen sollen. Dem liegt die Erwartung zu Grunde, dass gut informierte Marktteilnehmer eine risikobewusste Geschäftsführung und ein wirksames Risikomanagement von Kreditinstituten in ihren Anlage- und Kreditentscheidungen honorieren beziehungsweise risikoreicheres Verhalten entsprechend sanktionieren. Für die Kreditinstitute ergibt sich daraus ein zusätzlicher Anreiz, ihre Risiken zu kontrollieren und effizient zu steuern.

In Folge der internationalen Finanzkrise von 2007 hat die Offenlegung stark an Bedeutung gewonnen und wurde in den Folgejahren stetig weiterentwickelt. Seit dem 1. Januar 2014 sind die Offenlegungsanforderungen auf europäischer Ebene in Teil 8 der Capital Requirements Regulation (CRR) verankert und damit unmittelbar geltendes EU-Recht.

Inhaltlich beziehen sich die Transparenzanforderungen der Säule 3 auf die folgenden Bereiche:

  • Anwendungsbereich der Eigenkapitalregelungen
  • Risikomanagementziele und -politik
  • Eigenmittel und Eigenmittelanforderungen
  • Einzelangaben zu den eingegangenen Risiken
  • Vergütung
  • Indikatoren der globalen Systemrelevanz
  • unbelastete Vermögenswerte

Um Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Offenlegungsberichte weiter zu verbessern sowie deren Vergleichbarkeit zwischen den Instituten zu erhöhen, sehen die aktuellen Entwicklungen die Vorgabe von Tabellenformaten und eine Erhöhung der Offenlegungsfrequenz für ausgewählte Offenlegungsbereiche vor. Die Offenlegungsanforderungen nach Teil 8 der CRR gelten grundsätzlich für alle Institute und berücksichtigen Proportionalitätsaspekte quasi immanent durch die unterschiedliche Geschäftstätigkeit der Institute sowie durch die Anwendung des Wesentlichkeitsgrundsatzes. Zudem sollen die neuen Offenlegungsregelungen vorerst nur für große Institute (G-SIIs und O-SIIs) gelten. Der vorliegende Entwurf der Europäischen Kommission für eine Überarbeitung der CRR sieht die Berücksichtigung von Proportionalitätsaspekten für kleinere Institute vor.