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Bankenaufsicht der Bundesbank: Operative Aufgaben

Personen die gemeinsam an einem Projekt arbeiten

Die Deutsche Bundesbank ist für die die sogenannte laufende Überwachung von Kreditinstituten zuständig. Ihre Zuständigkeit ergibt sich aus § 7 Abs. 1 des Gesetzes über das Kreditwesen (KWG). Zur laufenden Aufsicht gehört die Auswertung der Unterlagen, Meldungen, Jahresabschlüsse und Prüfungsberichte der Banken. Darüber hinaus führt die Deutsche Bundesbank routinemäßige und anlassbezogene Aufsichtsgespräche oder sonstige Auskunftsersuchen durch. Die Überwachung obliegt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der neun Hauptverwaltungen der Deutschen Bundesbank  an verschiedenen Standorten.

Einblicke in die Kapital- und Liquiditätsausstattung

Bei der Überwachung der rund 2 000 Kredit- und 1 500 Finanz­dienstleistungs­institute in Deutschland beachten die Aufseherinnen und Aufseher der Bundesbank die Solvenz- und die Liquiditätslage der Banken sowie deren Risikosituation. Dabei bewerten sie nicht nur die Höhe und Struktur der Risiken, sondern auch die Angemessenheit des jeweiligen Risikomanagements. Sie prüfen auch, ob bankinterne Risikomessverfahren zur Ermittlung der Eigenkapital­unterlegungs­beträge anerkannt werden sollen. Somit gewinnt die Bundesbank tiefe Einblicke in die Kapital- und Liquiditätsausstattung der Institute. Bei der Aufsicht spielen darüber hinaus weitere quantitative und qualitative Aspekte eine wichtige Rolle, wie beispielsweise die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und die Ausgestaltung der internen Organisation.

Auf Basis ihrer Auswertungen erstellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundesbank mindestens einmal im Jahr für jedes Institut eine umfassende Risikoklassifizierung und -beurteilung, das sogenannte bankaufsichtliche Risikoprofil. Sehen die Aufseherinnen und Aufseher der aufsichtlichen Handlungsbedarf, können sie der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) entsprechende Vorschläge unterbreiten.

Neue Struktur seit 2014

Mit Inkrafttreten einer zentralen europäischen Bankenaufsicht im Jahr 2014, des sogenannten Einheitlichen Banken­aufsichts­mechanismus (SSM) haben sich bei der Aufsicht europäischer Kreditinstitute neue Zuständigkeiten ergeben. Seitdem unterliegen die sogenannten bedeutenden Kreditinstitute (Significant Institutions, SIs) der direkten Aufsicht der Europäischen Zentralbank (EZB). Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter der Bundesbank sind Teil der gemeinsamen europäischen Aufsichtsteams (Joint Supervisory Teams, JSTs). Die Bankenaufsicht über die weniger bedeutenden Institute (Less Significant Institutions, LSIs) und Finanzdienstleistungsinstitute liegt jedoch weiterhin in nationaler Zuständigkeit, in Deutschland bei der Bundesbank und der BaFin. Um einheitliche und hohe Aufsichtsstandards sowie ein konsistentes Vorgehen innerhalb des SSM sicher zu stellen, übt die EZB in diesem Bereich eine mittelbare Überwachungsfunktion aus.