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Operationelles Risiko

Die SolvV sieht in Teil 3 für die Berechnung des regulatorischen Eigenkapitalbedarfs für operationelle Risiken drei alternative Methoden vor:

  • Basisindikatoransatz
  • Standardansatz
  • Fortgeschrittene Messansätze (Advanced Measurement Approaches - AMA)

Berechnungsgrundlage für den Basisindikator- und den Standardansatz ist der Dreijahresdurchschnitt des so genannten "relevanten Indikators", der aus bestimmten Posten der Gewinn- und Verlustrechnung zu berechnen ist (Zins-, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und sonstige betriebliche Erträge). Die Eigenkapitalunterlegung ergibt sich bei Anwendung des Basisindikatoransatzes, indem der "relevante Indikator" pauschal mit 15% multipliziert wird.

Beabsichtigt ein Institut, den Standardansatz zu verwenden, ist dies der Aufsicht anzuzeigen. Zum Zwecke der Berechnung der Eigenkapitaldeckung ist beim Standardansatz der „relevante Indikator“ auf acht in der SolvV definierte Geschäftsfelder aufzuteilen und mit Gewichtungssätzen zwischen 12% und 18% zu multiplizieren. Alternativ kann ein Institut, welches überwiegend Privat- oder Firmenkundengeschäft betreibt, mit Einwilligung der Aufsicht bei Verwendung des Standardansatzes den Anrechnungsbetrag in diesen Geschäftsfeldern durch Multiplikation des nominalen Kreditvolumens mit einem aufsichtlich vorgegebenen Faktor von 0,035 berechnen.

Zusätzlich sind beim Standardansatz qualitative Anforderungen zu erfüllen. Sofern die Aufsicht einem Institut erlaubt, einen fortgeschrittenen Messansatz (Advanced Measurement Approach – AMA) zu verwenden, kann es den Eigenkapitalbedarf unter Berücksichtigung von qualitativen und quantitativen aufsichtlichen Vorgaben mit einem institutseigenen Modell berechnen. Hierzu wird vorab eine Zulassungsprüfung durch die Aufsicht durchgeführt; wesentliche Änderungen und Erweiterungen eines institutseigenen Modells bedürfen einer erneuten Zulassung durch die Aufsicht.