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TARGET2 - Teilnahme

Überblick

TARGET2 bietet einen offenen und wettbewerbsneutralen Zugang zum Euro-Individualzahlungsverkehr ohne größenabhängige Zugangskriterien. Kreditinstituten stehen dabei grundsätzlich die Möglichkeiten der direkten und indirekten Teilnahme offen.

Direkte Teilnahme

Grafik zeigt die direkte Teilnahme an TARGET2 [+] Direkte Teilnehmer benötigen ein eigenes RTGS-Konto und einen eigenen Zugang zum Informations- und Kontroll-Modul (Information and Control Module, ICM). Zur direkten Teilnahme sind alle beaufsichtigten Kreditinstitute innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) zugelassen. Ein direkter Teilnehmer kann auch mehrere Konten in TARGET2 unterhalten, die aber verschiedenen BICs zugeordnet sein müssen. Auf Wunsch können einzelne BICs, die in der Regel für interne Zwecke eines Teilnehmers verwendet werden, im TARGET2-Directory unveröffentlicht bleiben (sog. „unpublished BICs“).
Mit Hilfe des Liquiditätspoolings können mehrere direkte Teilnehmer ihre Konten zu einem virtuellen Konto zusammenfassen (nur für Konten im Euroraum) oder das Leistungsangebot der konsolidierten Information nutzen. Des Weiteren kann ein Teilnehmer mit nur einem RTGS-Konto teilnehmen, aber Filialen und Töchter aus dem EWR, die zur gleichen Gruppe gehören, mit eigenem BIC zur direkten Ein- und Auslieferung von Zahlungen anmelden (sog. „multi-addressee access“).

Indirekte Teilnahme

Grafik zeigt die indirekte Teilnahme an TARGET2 [+] Indirekte Teilnehmer wickeln ihren TARGET2-Zahlungsverkehr grundsätzlich über einen anderen direkten Teilnehmer ab, d.h. sie verfügen über kein eigenes RTGS-Konto und können auch keine Zahlungen direkt einliefern oder empfangen. Nur Kreditinstitute innerhalb des EWR können als indirekte Teilnehmer angemeldet werden. Indirekte Teilnehmer sind vom Systembetreiber anerkannt. Ihre Zahlungen unterliegen nach Maßgabe der jeweiligen nationalen Gesetzgebung der Schutzwirkung der EU-Finalitätsrichtlinie ("Settlement Finality Directive").

Adressierbare BICs

Sämtliche Filialen und Korrespondenzkunden eines direkten Teilnehmers weltweit können ohne regionale Beschränkung als adressierbare BICs in das TARGET2-Verzeichnis aufgenommen werden. Aus technischer Sicht bestehen keine Unterschiede zwischen indirekter Teilnahme und adressierbaren BICs. Aus rechtlicher Sicht sind adressierbare BICs aber lediglich Routinginformationen im TARGET2-Directory ohne weiter gehende rechtliche Bedeutung.

Kommunikation mit TARGET2

Die Kommunikation der Kontoinhaber mit der TARGET2-Gemeinschaftsplattform kann entweder über eine SWIFT-Schnittstelle oder über einen gesicherten Internetzugang, der vom Eurosystem zur Verfügung gestellt wird, erfolgen.

SWIFT

Die Abkürzung SWIFT steht für Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication.
SWIFT´s Secure IP Network (SIPN) ist das zu Grunde liegende technische Kommunikationsnetzwerk, um Zahlungsverkehrsnachrichten auszutauschen sowie Kontrollfunktionen durchzuführen. Ein Kontoinhaber, der SWIFT nutzen möchte, benötigt gewisse technische Voraussetzungen.

Kommunikation über gesicherten Internetzugang

Die direkte TARGET2-Teilnahme wird seit dem 22. November 2010 durch die Bereitstellung eines modernen und sicheren Internetzugangs zur TARGET2-Gemeinschaftsplattform erleichtert. Als Alternative zum SWIFT-Zugang bietet der Internetzugang des Eurosystems ein Leistungsangebot, das für die Konto- und Liquiditätsdisposition sowie – bei Bedarf – für die Abwicklung des Individualzahlungsverkehrs in eingeschränktem Umfang ausreichend ist. Er ist insbesondere für Nutzer gedacht, die für diese Zwecke einen kostengünstigen eigenen Zugang zu ihrem Bundesbankkonto wünschen. Der Internetzugang kann dabei für alle angebotenen Kontomodelle genutzt werden.

Für den Internetzugang wird lediglich ein Windows-PC mit Internetanschluss und USB-Schnittstelle sowie einem Browser (Internet Explorer oder Firefox) und Java benötigt. Die Zertifizierung erfolgt über einen sogenannten Token, der über die Bundesbank zur Verfügung gestellt wird.

Kontoinhaber erhalten über diesen Kommunikationsweg einen Zugang zum TARGET2 Informations- und Steuerungssystem (Information and Control Module, ICM). Über diesen können sie Informationen abrufen (wie beispielsweise Umsätze oder Kontoauszüge) und steuernd eingreifen (z. B. Liquiditätsüberträge, Erfassung von Zahlungen).

Der Preis für den Internetzugang beträgt 70,00 Euro pro Monat.

Kontomodelle

Auf der TARGET2-Gemeinschaftsplattform stehen mehrere Kontomodelle zur Erfüllung der unterschiedlichen Bedürfnisse aller Banken zur Verfügung. Es gibt die Möglichkeit der Kontoführung im Zahlungsverkehrsmodul (Payments Module – PM) sowie im Heimatkontomodul (Home Accounting Module – HAM). Auf den nächsten Seiten erfahren Sie mehr über die verschiedenen Kontomodelle.

Das HAM-Konto - Das Konto für Einsteiger

Liste der Vor- und Nachteile des HAM-Kontos [+]

Bei einem Konto im Heimatkontomodul (Home Accounting Module - HAM) können nur bestimmte Funktionalitäten in Anspruch genommen werden. Es besteht die Möglichkeit von Liquiditätstransfers, z. B. auf Konten eines direkten TARGET2-Teilnehmers zur Abwicklung des Zahlungsverkehrs. Die HAM-Konten können zur Haltung der Mindestreserve und Inanspruchnahme der Ständigen Fazilitäten genutzt werden. Es gibt allerdings keine Möglichkeit der Innertageskreditaufnahme, da an das HAM-Konto keine Kreditlinie angebunden werden kann. Der Individualzahlungsverkehr und die Nebensystemverrechnung kann nicht über HAM-Konten erfolgen, d. h. HAM-Kontoinhaber müssen diese Buchungen bei Bedarf über PM-Konten (z. B. von Drittinstituten) ausführen lassen. Weiterhin können HAM-Kontoinhaber zwar selbst an Offenmarktgeschäften teilnehmen, die geldliche Verrechnung muss aber über ein PM-Konto (z. B. eines Drittinstituts) erfolgen.

Preise

Dass das Konto im HAM nur bestimmte Funktionalitäten bietet, spiegelt sich auch in den Entgelten wider. Für das HAM-Konto hat die Bundesbank, analog zum Konto in ihrem Kontoführungssystem KTO2, ein monatliches Entgelt in Höhe von 20,00 Euro festgelegt. Für Transaktionen über ein HAM-Konto (Liquiditätstransfers) werden jeweils 0,25 Euro berechnet.

Das PM-Konto - Der Alleskönner

Liste der Vor- und Nachteile des PM-Kontos [+]

Bei einem Konto im sogenannten Zahlungsverkehrsmodul (Payments Module - PM) handelt es sich um ein vollwertiges Konto auf der TARGET2-Gemeinschaftsplattform, bei dem alle Funktionalitäten in der Kontoführung der Bundesbank in Anspruch genommen werden können, einschließlich Abwicklung des Individualzahlungsverkehrs, Nebensystemverrechnung (z. B. Wertpapierverrechnung über Clearstream) und Verrechnung des Massenzahlungsverkehrs. Weiterhin besteht die Möglichkeit der Inanspruchnahme von Innertageskredit und die Nutzung der Ständigen Fazilitäten. Das PM-Konto dient außerdem der Haltung der Mindestreserve und der geldlichen Verrechnung von Offenmarktgeschäften. Es besteht die Möglichkeit, den BIC nicht im TARGET2-Directory veröffentlichen zu lassen. Dies kann z. B. dann genutzt werden, wenn der Individualzahlungsverkehr indirekt über Drittinstitute ausgeführt, alle anderen Geschäfte aber über ein eigenes Bundesbankkonto verrechnet werden sollen.

Preise

Für PM-Konten gilt ein europaweit einheitliches Preisschema, das sowohl für kleinere Kreditinstitute als auch für größere Marktteilnehmer, die einen sehr großen Anteil zum TARGET2-Aufkommen beisteuern, attraktiv gestaltet ist.

Die Teilnehmer können zwischen zwei Optionen wählen. Option A sieht eine monatliche Fixgebühr von 150,00 Euro und einen Einheitspreis von 0,80 Euro pro Transaktion vor. Option B erhebt eine monatliche Fixgebühr von 1.875,00 Euro sowie eine volumenabhängige degressive Gebühr zwischen 0,60 Euro und 0,125 Euro pro Transaktion. Bei einem Volumen von mehr als 8625 Transaktionen pro Monat ist Option B die günstigere Variante. Zusätzlich zur fixen Gebühr plus Transaktionskosten fällt eine monatliche Gebühr von 30,00 Euro bei Nicht-Veröffentlichung des BIC im TARGET2 Directory an.

Option A

Monatliche Fixgebühr: EUR 150,00
Einheitspreis: EUR 0,80

Zusätzlich 30,00 EURO pro Monat bei Nichtveröffentlichung des BIC im TARGET2 Directory.

Option B

Monatliche Fixgebühr: EUR 1875,00

Formulare für die TARGET2-Teilnahme

Die Formulare und einen Leitfaden für die Erfassung der notwendigen Daten finden Sie unter dem nachfolgenden Link.