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TARGET Instant Payment Settlement (TIPS)

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Allgemeine Anforderungen an Instant Payments

Das Euro Retail Payments Board (ERPB) hat Anforderungen für die Abwicklung von Instant Payments (Echtzeit-Massenzahlungen) definiert. Darin sind im Wesentlichen folgende Punkte enthalten:

  • Elektronisches Massenzahlungssystem in Euro
  • 24/7/365 - Verfügbarkeit
  • Sofortiges oder nahezu sofortiges Interbanken-Clearing oder Garantiemodelle
  • Unmittelbare oder nahezu unmittelbare Gutschrift auf Empfängerkonto
  • Sofortiges oder nachgelagertes Settlement
  • Keine Einschränkung bezüglich:

    • Clearingmodalität: bilaterales Interbanken-Clearing; Clearing via Clearinghäuser oder Echtzeit-Bruttoabwicklungssysteme
    • Abwicklungsmodalität: Geschäftsbanken- oder Zentralbankgeld; Vorfinanzierung; Höchstbeträge; Garantien

Darüber hinaus hat das European Payments Council (EPC) Vorgaben zum Zahlungs- und Informationsfluss von Instant Payments definiert (SCTInst Scheme).

Informationsfluss von Instant Payments [+] Informationsfluss von Instant Payments


Dieses Schema schreibt eine sofortige Verfügbarkeit der Mittel für den Zahlungsempfänger vor. Nicht erfolgreiche Überweisungsaufträge werden sofort zurückgewiesen. Für Instant Payments soll es ein Zeitlimit von 10 Sekunden ab Validierung des Auftrags durch den Zahlungsdienstleister des Zahlers geben. Grundsätzlich gilt das Schema bis zu einer Betragsgrenze von 15.000 €.

In seiner Sitzung vom Dezember 2014 forderte das ERPB bis November 2017 mindestens eine pan-europäische Lösung für Instant Payments. Aus Sicht des Eurosystems gibt es zur Erfüllung dieser Forderung verschiedene Ansätze. Zunächst wird durch funktionale Anpassungen der Nebensystem-Schnittstelle von TARGET2 den ACH (Automated Clearing House)-Betreibern ermöglicht, die Abwicklung von Instant Payments seit November 2017 mittels Deckungsanschaffungen in TARGET2 durch Zentralbankgeld abzusichern. Darüber hinaus wird das Eurosystem selbst Anbieter einer Instant Payment Lösung ab November 2018 sein. Diese wird im Rahmen des Projektes TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) entwickelt.

Das Projekt des Eurosystems

Mit TIPS soll ein komplementäres Angebot zum Instant Clearing der ACHs geschaffen und eine europaweite Erreichbarkeit für Zahlungen gemäß SCTInst Scheme des EPC sichergestellt werden. Bis Ende Juni 2017 lief die Untersuchungsphase des Projektes unter enger Beteiligung des Marktes. Die bis Anfang 2017 formulierten Nutzeranforderungen an die Plattform wurden dem Markt im Rahmen einer öffentlichen Konsultation zur Verfügung gestellt, an welcher sich dieser rege beteiligte. Auch eine Konsultation zum geschätzten Marktbedarf an der Lösung zeigte ein großes Marktinteresse. In seiner Sitzung vom 21. Juni 2017 hat der EZB-Rat die Realisierung des Services beschlossen siehe. "weiterführende Informationen"). Die Betriebsaufnahme soll im November 2018 erfolgen. Das Entgelt beträgt während der ersten zwei Betriebsjahre maximal 0,2 Cent pro Transaktion.

TIPS Contact Group

Mit der Fertigstellung der Nutzeranforderungen an einen künftigen Instant Payment Service endete die Arbeit der TIPS Task Force. Als Marktkontaktgruppe für die Realisierung des Projekts wurde die TIPS Contact Group gebildet. Diese Gruppe setzt sich aus Vertretern von Banken, Zentralbanken, Dienstleistern und dem Eurosystem zusammen. Ein thematischer Schwerpunkt liegt darin, die Betriebsaufnahme von TIPS zu planen und vorzubereiten. Die Mitglieder der Gruppe beraten das Eurosystem bei der Erstellung wichtiger Dokumente und Spezifikationen, wie zum Beispiel den User Detailed Functional Specifications (UDFS) oder dem User Handbook (UHB). Alle Sitzungsunterlagen, Dokumente und Spezifikationen, welche in der der TIPS Contact Group bearbeitet wurden, sind auf der Internetseite veröffentlicht und können nachfolgend unter "Meeting documentation" abgerufen werden.


Zusatzinformationen

Bestandteile der Weiterentwicklung

Weiterentwicklung der Marktinfrastruktur des Eurosystems