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Weiterentwicklung Marktinfrastruktur des Eurosystems

Mit TARGET2 und TARGET2-Securities (T2S) sowie der Realisierung von SEPA durch das Kreditgewerbe wurden wichtige Schritte auf dem Weg zu einer integrierten Finanzmarktinfrastruktur in Europa erreicht. Dezentrale und fragmentierte Abwicklungsstrukturen wurden in harmonisierte Verfahren für den Zahlungsverkehr und die Wertpapierabwicklung umgewandelt. Die Marktinfrastruktur des Eurosystems besitzt aber noch mehr Potenzial, um die die Integration des europäischen Finanzmarktes weiter zu vertiefen. Über das "Wie" hat sich das Eurosystem zunächst im Rahmen der "Vision 2020" Gedanken gemacht und schließlich drei Projektinitiativen zur Weiterentwicklung seiner Marktinfrastruktur ausgearbeitet. Die Entscheidung, ob die einzelnen Projektinitiativen realisiert werden, ist noch nicht getroffen und wird voraussichtlich im Laufe bzw. Ende diesen Jahres erfolgen.

Diese drei Projektinitiativen tragen der sehr dynamischen Entwicklung im Zahlungsverkehr und der Wertpapierabwicklung, der Notwendigkeit zur technischen Modernisierung, den Anforderungen zur weiteren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Verbesserung im Liquiditätsmanagement (einschließlich einer harmonisierten und effizienten Sicherheitenverwaltung) Rechnung.

Ziele, die den drei Projektinitiativen des Eurosystems gemein sind:

  • Effizienz durch Konsolidierung der technischen Infrastruktur und Optimierung bestehender Services für die Marktteilnehmer (inkl. Reduzierung der Betriebskosten)
  • Innovation durch Verbesserung des Leistungsangebots mit Blick auf Marktbedürfnisse, neue Geschäftsentwicklungen, technische Neuerungen, "Cyber Security" sowie gestiegene (aufsichts-) rechtliche Anforderungen und
  • Beitrag zur weiteren Finanzmarktintegration und Harmonisierung im Rahmen der von der EU-Kommission geplanten Kapitalmarktunion.

Die drei Projektinitiativen im Überblick

Konsolidierung von TARGET2 und T2S

Ziele sind die technische Konsolidierung der beiden Plattformen sowie die Erweiterung der RTGS-Services. Im Rahmen der technischen Konsolidierung sollen beispielsweise die Effizienz erhöht und die Betriebskosten gesenkt werden. Außerdem sollen die "Cyber Resilience" verbessert sowie neueste Kommunikationsstandards (ISO 20022) und Technologien integriert werden. Bei den RTGS-Services wird eine Mehrwährungsfähigkeit, die Optimierung der Liquiditätshaltung und -verwaltung der Teilnehmer die systematische Analyse von Daten und die Unterstützung des regulatorischen Meldewesens untersucht. Das Eurosystem erarbeitet momentan – in enger Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern – entsprechende Nutzer-anforderungen.

Instant Payment Settlement

Mit Blick auf die Ausführung von Echtzeitzahlungen im Massenzahlungsverkehr – so ge-nannte Instant Payments – hat das Eurosystem durch Konsultationen und im Dialog mit den Marktteilnehmern den Bedarf an einem pan-europäischen Service zur Abwicklung solcher Zahlungen festgestellt. Ein solcher Service gewährleistet die sofortige Verrechnung solcher Instant Payments in sicherem Zentralbankgeld. Zudem kann die in TARGET2 erreichte breite Teilnehmerschaft genutzt werden, um eine Erreichbarkeit aller potentiellen Nutzer zu gewährleisten. Ein solcher Service (TARGET Instant Payment Settlement – TIPS) wird mit erweiterten Betriebszeiten 24/7/365 einhergehen. Auch hier hat das Eurosystem –in enger Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern – entsprechende Nutzeranforderungen (URD) erarbeitet.

Daneben werden "Automated Clearing Houses (ACHs)" ab November 2017 durch eine er-weiterte TARGET2-Funktionalität unterstützt, die eine Verrechnung von in privaten Clearing-systemen abgewickelten Instant Payments ermöglichen.

Eurosystem Collateral Management Service (ECMS)

Im Bereich der Sicherheitenverwaltung und Depotführung betreiben die Eurosystem-Zentralbanken momentan noch eigene Anwendungen. Mit der Entwicklung einer gemeinsamen, integrierten Sicherheitenverwaltung auf einer Eurosystem-Marktinfrastruktur sollen Vorteile in Form von Effizienz, Harmonisierung und Kosteneinsparungen realisiert und ggf. eine Gemeinschaftsplattform für die Mobilisierung und Verwaltung von Sicherheiten für Kredite des Eurosystems geschaffen werden. Hierzu wurde im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme der gegenwärtig praktizierten Verfahren in den Eurosystem-Zentralbanken gestartet. Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme soll nun im Anschluss ein harmonisiertes Leistungsangebot für den neuen Service erarbeitet werden. Derzeit prüft das Eurosystem den "Business Case" sowie den möglichen Umfang eines solchen Gemeinschaftssystems.

Die Zeitpläne der drei Projektinitiativen sehen dabei Folgendes vor:
Weiterentwicklung der Marktinfrastruktur des Eurosystems: Zeitpläne der drei Projektinitiativen

Weiterführende Informationen

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Bestandteile der Weiterentwicklung

Weiterentwicklung der Marktinfrastruktur des Eurosystems

Weiterführende Informationen

Europäische Zentralbank

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auf der Webseite der Europäischen Zentralbank.

www.ecb.europa.eu
(nur in englischer Sprache)

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