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Weiterentwicklung der Marktinfrastruktur des Eurosystems

Mit TARGET2 und TARGET2-Securities sowie der Realisierung von SEPA durch das Kreditgewerbe wurden wichtige Schritte auf dem Weg zu einer integrierten Finanzmarktinfrastruktur in Europa erreicht. Dezentrale und fragmentierte Abwicklungsstrukturen wurden in harmonisierte Verfahren für den Zahlungsverkehr und die Wertpapierabwicklung umgewandelt. Die Marktinfrastruktur des Eurosystems besitzt aber noch mehr Potenzial, um die Integration des europäischen Finanzmarktes weiter zu vertiefen. Über das "Wie" hat sich das Eurosystem zunächst unter dem Arbeitstitel "Vision 2020" Gedanken gemacht und schließlich drei Projektinitiativen zur Weiterentwicklung seiner Marktinfrastruktur ausgearbeitet - Konsolidierung von TARGET2 und TARGET2-Securities, Instant Payments (TARGET Instant Payment Settlement – TIPS) und Eurosystem Collateral Management System (ECMS)

Mittlerweile hat der EZB-Rat für alle drei Initiativen eine Realisierungsentscheidung getroffen: Am 21. Juni 2017 wurde beschlossen, einen Service für Instant Payments (TIPS) zu entwickeln. Den Startschuss für die T2/T2S-Konsolidierung und ECMS gab der EZB-Rat am 6. Dezember 2017.

Die drei Projekte tragen der sehr dynamischen Entwicklung im Zahlungsverkehr und der Wertpapierabwicklung, der Notwendigkeit zur technischen Modernisierung, den Anforderungen zur weiteren Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Verbesserung im Liquiditätsmanagement (einschließlich einer harmonisierten und effizienten Sicherheitenverwaltung) Rechnung.

Übergreifende Ziele der Weiterentwicklung:

  • Effizienz durch Konsolidierung der technischen Infrastruktur und Optimierung bestehender Services für die Marktteilnehmer (inkl. Reduzierung der Betriebskosten)
  • Innovation durch Verbesserung des Leistungsangebots mit Blick auf Marktbedürfnisse, neue Geschäftsentwicklungen, technische Neuerungen, Cyber Security sowie gestiegene (aufsichts-) rechtliche Anforderungen und
  • Beitrag zur weiteren Finanzmarktintegration und Harmonisierung im Rahmen der von der EU-Kommission geplanten Kapitalmarktunion.

Die Bestandteile der Weiterentwicklung im Überblick

Konsolidierung von TARGET2 und T2S

Ziele sind die technische Konsolidierung der beiden Plattformen sowie die Erweiterung der RTGS-Services. Im Rahmen der technischen Konsolidierung sollen beispielsweise die Effizienz erhöht, Synergien genutzt und die Betriebskosten gesenkt werden. Außerdem sollen die Cyber Resilience verbessert sowie neueste Kommunikationsstandards (ISO 20022) und Technologien integriert werden. Das Konsolidierungsprojekt ermöglicht dabei insbesondere die Integration der marktinfrastrukturellen Dienstleistungen des Eurosystems. Hierdurch wird der Verbund der verschiedenen TARGET-Services weiter gestärkt und optimiert. Bei der T2/T2S-Konsolidierung wird eine Mehrwährungsfähigkeit sowie die Optimierung der Liquiditätshaltung und -verwaltung der Teilnehmer angestrebt. Das heute vorhandene Leistungsangebot im Bereich Individualzahlungsverkehr bzw. Liquiditätsmanagement soll unter Berücksichtigung aktueller Anforderungen des Marktes weiter verbessert werden.

Bereits vor dem Start der Untersuchungsphase wurden daher in enger Abstimmung mit dem Markt die Kernkomponenten und möglichen Potenziale des zukünftigen RTGS-Serviceangebots herausgearbeitet und der Markt wurde bezüglich der nun formulierten Nutzeranforderungen im Vorfeld der Realisierungsentscheidung konsultiert.

Instant Payment Settlement

Mit Blick auf die Ausführung von Echtzeitzahlungen im Massenzahlungsverkehr – so genannte Instant Payments – hat das Eurosystem durch Konsultationen und im Dialog mit den Marktteilnehmern den Bedarf an einem pan-europäischen Service zur Abwicklung solcher Zahlungen festgestellt. Der TARGET Instant Payment Settlement (TIPS)-Service gewährleistet die sofortige Verrechnung von Instant Payments in sicherem Zentralbankgeld. Zudem kann die in TARGET2 etablierte breite Teilnehmerschaft genutzt werden, um eine Erreichbarkeit aller potentiellen Nutzer zu gewährleisten. Die Einführung von TIPS wird mit erweiterten Betriebszeiten 24/7/365 einhergehen. Auch hier hat das Eurosystem –in enger Zusammenarbeit mit Marktteilnehmern – entsprechende Nutzeranforderungen erarbeitet. In seiner Sitzung am 21. Juni 2017 hat der EZB-Rat der Realisierung von TIPS zugestimmt, so dass ab November 2018 über die Marktinfrastruktur des Eurosystems Instant-Zahlungen in Zentralbankgeld abgewickelt werden können

Eurosystem Collateral Management System (ECMS)

Im Bereich der Sicherheitenverwaltung und Depotführung betreiben die Eurosystem-Zentralbanken momentan noch eigene Anwendungen. Mit der Entwicklung einer gemeinsamen, integrierten Sicherheitenverwaltung auf einer Eurosystem-Marktinfrastruktur sollen Vorteile in Form von Effizienz, Harmonisierung und Kosteneinsparungen realisiert und eine Gemeinschaftsplattform für die Mobilisierung und Verwaltung von Sicherheiten für Kredite des Eurosystems geschaffen werden. Hierzu wurde im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme der gegenwärtig praktizierten Verfahren in den Eurosystem-Zentralbanken gestartet. Auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme wurde im Anschluss ein harmonisiertes Leistungsangebot für den neuen Service erarbeitet.

In seiner Sitzung am 6. Dezember 2017 hat der EZB-Rat der Realisierung von ECMS zugestimmt. Mit dem ECMS wird ab November 2022 das Management von Sicherheiten im Zusammenhang mit den Kreditoperationen des Eurosystems für alle bis dahin harmonisierten Funktionalitäten auf eine zentrale technische Plattform gehoben. Die geldpolitischen Geschäftspartner bekommen einen über alle Notenbanken hinweg einheitlichen Zugang zum Sicherheitenmanagementsystem und profitieren von einer deutlich einfacheren und effizienteren grenzüberschreitenden Mobilisierung von Sicherheiten.

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Bestandteile der Weiterentwicklung

Weiterentwicklung der Marktinfrastruktur des Eurosystems

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