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Neuerwerbungen

Diese Seite informiert Sie über die wichtigsten Neuerwerbungen der Münz- und Geldscheinsammlung in einer knapp kommentierten Zusammenstellung sowie über die Neuzugänge der Numismatischen Fachbibliothek. Die Übersichten werden anlassbezogen aktualisiert; die letzten Zugänge stehen am Anfang der jeweiligen Aufstellung.

Königreich Westfalen

Schatzschein zu 100 und 250 Franken, 08. Juli 1812

Schatzschein zu 100 und 250 Franken, Königreich Westfalen [+] Das Königreich Westfalen bestand 1807-1813 und wurde von Jérome Bonaparte, dem Bruder Napoleons Bonaparte, verwaltet. Für Zahlungen von staatlichen Dienstleistungen gab das Königreich Schatzscheine zunächst mit handschriftlich eingetragenen Nominalen, dann mit gedruckten Wertangaben zu 20, 50, 100 und 250 Franken aus.

Die Scheine haben einen abgetrennten Talonabschnitt links, einen Prägestempel mit einem Adler und den Initialen JN für Jerome Napoleon im Schild, sowie der Umschrift "GEN:INTENDANZ DES STAATSSCHATZES" und ein Wasserzeichen mit der schreibschriftlichen Angabe "Schatzschein" in einem Oval.

100 Franken: [Datensatz Id. 75854]
250 Franken: [Datensatz Id. 75858]


Römisches Kaiserreich

Aureus des Septimius Severus, 193-211

Aureus des Septimius Severus, 193-211 [+] Lucius Septimius Severus Pertinax, geboren in Leptis Magna in der Provinz Africa als Sohn des Publius Septimius Geta und der Fulvia Pia, regierte als römischer Kaiser vom 9. April 193 bis zum 4. Februar 211. Der von Ihm begründeten Dynastie der Severer gehörten fünf Kaiser an, die - mit einjähriger Unterbrechung von April 217 bis Juni 218 - von 193 bis 235 regierten. Im Jahr 235 starb sie aus, als mit Severus Alexander der letzte Severer bei Mainz ermordet wurde. Mit diesem Aureus, übrigens die einzige Münze die alle vier Mitglieder der kaiserlichen Familie zeigt, beschwört Severus in Bild und Schrift den Fortbestand des Imperiums und des severischen Hauses. Eine trügerische Hoffnung, tötete doch Caracalla - der ältere Sohn des Septimius Severus - seinen Bruder Geta in den Armen der Mutter.

[Objekt-ID: 69654]

Römische Republik

Denar des Quintus Labienus Parthicus, 40 v. Chr.

Denar des Quintus Labienus Parthicus, 40 v. Chr. [+] Quintus Labienus gehört in den unmittelbaren Umkreis des Caesarmörders Brutus. Als treuer Gefolgsmann des Brutus wurde er an den Hof des Partherkönigs Orodes entsandt, um dort Hilfe für die republikanische Sache gegen Octavius und Antonius zu erbitten. Nach der Niederlage der Caesarmörder im Herbst des Jahres 42 bei Philippi, sah sich Labienus jedoch unvermittelt in der Lage, nicht mehr in das römische Reich zurückkehren zu können. Er paktierte mit den Parthern, setzte sich an die Spitze eines Invasionsheres und ließ auf seinem Eroberungszug nach Kleinasien Gold- und Silbermünzen prägen. Für die Vorderseite wählte er sein individuelles Porträt, darin unmittelbar Brutus und mittelbar Cäsar kopierend, mit der Umschrift "Q. Labienus Parthicus Imp". Auf der Rückseite ein gezäumtes und gesatteltes Pferd mit einem Behälter für Bogen und Pfeile. Die Stücke dienten der Bezahlung der zu Labienus und den Parthern übergelaufenen römischen Soldaten. Durch den von Marcus Antonius im Jahr 39 v. Chr. entsandten Legaten Publius Ventidius Bassus, wurde er im Taurusgebirge geschlagen und wenig später in seinem Zufluchtsort in Kilikien getötet.

[Objekt-ID: 68845]

China, 2 x 10 Cash, o. J. (1361-1399)

China, 2 x 10 Cash, o. J. (1361-1399) [+] Münze des Rebellen Zhu Yuanzhang (Münze oben), der als Mönch in der Zeit zwischen 1361 bis 1368 gegen die mongolische Herrschaft rebellierte, den herrschenden Großkhan absetzte und sich selbst zum chinesischen Kaiser machte. Als solcher nannte er sich Hong-Wu (Münze unten) und begründete die bis 1644 bestehende Ming-Dynastie. Aus Hong-Wus Herrschaftszeit stammt der älteste bekannte Geldschein der Welt.

Runde chinesische Münzen mit einem quadratischen Loch in der Mitte werden als Cash bezeichnet und sind über zwei Jahrtausende hinweg bis ins beginnende 20. Jahrhundert nicht nur in China, sondern auch in benachbarten Ländern wie Japan umgelaufen. Sie wurden mehrheitlich aus Bronze oder Messing gegossen. Die Schriftzeichen der Vorderseite benennen den Herrscher (von oben nach unten gelesen) und die Gültigkeit (von rechts nach links). Die Symbole der Rückseite benennen den Wert der Münze sowie die Münzstätte.

Münze oben: Da Zhong tong bao / Jing Shi
Da Zhong[’s] gültiges Zahlungsmittel / [der] Münzstätte Nankin [zu] 10 Cash

Münze unten: Hong Wu tong bao / Gui Shi
Hong Wu[’s] gültiges Zahlungsmittel / [der] Münzstätte Guilin [zu] 10 Cash

Preußen, Königreich, 1/9 Taler, 1755

Preußen, Königreich, 1/9 Taler, 1755 [+] Friedrich II. von Preußen - genannt „der Große“ - entstammte dem Adelshaus Hohenzollern. Er wurde am 24. Januar 1712 als Sohn des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. geboren. Während seiner Regierungszeit stieg der noch junge Staat Preußen zu einer bedeutenden Großmacht auf.

Kein anderer Monarch Europas hat auf das Münz- und Geldwesen seines Landes so nachhaltigen Einfluss genommen wie Friedrich der Große. Mit seinen Münzreformen von 1750 und 1764 brachte er nicht nur Preußen auf einen neuen Weg, sondern hat auch die spätere Entwicklung im übrigen Deutschland maßgeblich vorgezeichnet. Der mit den Reformen beauftragte Generalmünzdirektor Johann Philipp Graumann, wandelte die sieben preußischen Münzstätten (Berlin, Breslau, Kleve, Aurich, Königsberg, Magdeburg und Stettin) in Staatsbetriebe um. Neue Münznominale wurden geschaffen und die Münzsysteme der einzelnen Landesteile aufeinander abgestimmt. Für den Gesamtstaat Preußen wurden unter anderem 1/6 und 1/12 Taler geprägt. Die in den ostfriesischen Landesteilen geprägten 4 Mariengroschen passten nicht in dieses System. Sie entsprachen nach Umrechnungskurs 1/9 des preußischen Talers und lagen somit genau zwischen den beiden Nominalen des geprägten Kurantgeldes. Möglicherweise war die Emission eines passenden kuranten Münzwertes von 1/9 Taler für die nach Mariengroschenwährung rechnenden westlichen Landesteile geplant, damit zukünftig auch eine für ganz Preußen gültige Umrechnungsmünze für die westliche Landesteile zur Verfügung stand.

Der hier abgebildete 1/9 Taler aus der Münzstätte Aurich ist eines von drei bekannten Exemplaren und die einzige preußische Münze mit der Wertbezeich-nung 1/9 Taler, als auch die einzige Provinzialprägung Ostfrieslands mit dem Porträt Friedrichs des Großen.

[Objekt-ID: 68266]

Tibet, 10 Tam,  1658 (= AD 1912)

10 Tam, Tibet [+] 10 Tam Das Reich der Mitte war im 19. Jahrhundert in zahlreiche interne und externe Konflikte verwickelt, so dass der 13. Dalai Lama das zentralasiatische Tibet ohne chinesische Intervention in die Unabhängigkeit führen konnte. Seine Reformbemühungen führten zu einer Modernisierung des Landes. Betroffen war unter anderem auch das Geldwesen, für das er nach britisch-indischem Vorbild Banknoten ausgeben ließ. Sie sind im Buchdruckverfahren hergestellt und dreilagig. Die dritte Lage wurde beschriften und als Sicherheitsmerkmal zwischen die separat gedruckten Vorder- und Rückseiten eingefügt. Gegen das Licht gehalten, ergibt sich ein Sicherheitseffekt, der mit dem eines Wasserzeichens vergleichbar ist.

[Datensatz ID: 65571]

Brandenburg-Preußen, Dreifacher Reichstaler,1631

Georg Wilhelm, Kurfürst von Brandenburg und Herzog von Preußen, 1619-1640

Brandenburg-Preußen, Dreifacher Reichstaler,1631  [+] Der Regierungsantritt Kurfürst Georg Wilhelms fiel in eine schwere Zeit. Im Reichsgebiet tobte der Dreißigjährige Krieg und die Wirtschaft litt unter den Machenschaften der Kipper und Wipper. Nach Überwindung der Kipperzeit, 1619-1623, begann Georg Wilhelm mit der verstärkten Ausgabe von Talern um einerseits die Gesundung des Geldverkehrs voranzutreiben, andererseits benötigte er die neugeprägten Taler zur Besoldung der Truppen, sowie zur Bezahlung der dem Land auferlegten Kriegslasten. Wegen der Kriegsnot im Lande hielt sich der Kurfürst mit seinem Hofstaat häufig außerhalb Berlins in Königsberg auf.

Nach dem Tode Herzog Albrecht Friedrichs von Preußen1618 war dieses Herzogtum und damit auch die Münzstätte in Königsberg an Brandenburg gefallen und war nun neben Berlin die zweite Hauptmünzstätte des nunmehr als Brandenburg-Preußen firmierenden vergrößerten Staatsgebietes.

Der hier abgebildete dreifache Reichstaler aus der Münzstätte Königsberg ist das einzig bekannte Exemplar.

[Objekt-ID: 67549]

Sachsen, Kurfürstentum, ½ Guldengroschen, o. J.

Friedrich III. der Weise, 1486-1525

Sachsen, Kurfürstentum, ½ Guldengroschen, ohne Jahresangabe [+] Im 15. Jahrhundert begann das silberreiche Kurfürstentum Sachsen unter Kurfürst Friedrich III., dem Weisen, hochwertige Silbermünzen auszuprägen. Er erließ im Einvernehmen mit seinem Onkel Albrecht, Markgraf von Meißen und Herzog von Sachsen und seinem Bruder Johann, Landgraf von Thüringen, die Münzordnung von 1500 die als Muster für andere Münzstände und auch als Grundlage für die Reichsmünzordnung des 16. Jahrhunderts diente. Wegen des hohen Silbergehaltes wurden seine Münzen von anderen Münzherren aus dem Umlauf genommen und ihr Material zur Prägung geringhaltigerer Münzen verwendet. Nur wenige Stücke blieben erhalten. Von dem hier gezeigten ½ Guldengroschen auf die Generalstatthalterwürde, die er am 8. August 1507 von König Maximilian I. auf dem Reichstag von Konstanz übertragen bekam, ist lediglich ein weiteres Exemplar bekannt.

Die lateinische Inschrift der Vorderseite nennt Namen und Würden des sächsischen Kurfürsten: ¬ FRID ± DUX ± SAXONIE ± PRINCEPS ± ELECTOR ± ET ± SACRI / ° ROMA ± IMPER ± LOCVM ± TENENS ± GENE, die Rückseite den Namen und Titel König Maximilians: MAXIMILIANVS ¬ ROM ¬ REX ¬ SEMPER ¬ AVGVSTVS.

[Objekt-ID: 67348]

Deutsche Besatzung Belgiens, Bankbillet

Société Générale de Belgique, 100 Francs, 06.03.1918

Deutsche Besatzung Belgiens, Bankbillet, Société Générale de Belgique, 100 Francs, 06.03.1918 [+] Die Société Général pour favoriser l’Industrie nationale war 1822 vom König der Niederlande gegründet worden und übernahm die Notenbankfunktion für das von den Niederlanden losgelöste Belgien bis zur Einrichtung der Banque Nationale de Belgique 1835. Erneute Legitimation zur Papiergeldausgabe erhielt das Unternehmen nach 80jähriger Unterbrechung zu Beginn des Ersten Weltkrieges von der deutschen Regierung, nachdem mit Ausbruch des Krieges die belgische Regierung ins Exil geflohen war und Druckplatten der Banque Nationale de Belgique mitgenommen hatten. Die Besatzungsausgaben von 1914 bis 1918 gab es in Nominalwerten zu 1, 2, 5, 20, 100 und 1000 Francs.

[Objekt-Id. 64642]

Herzogtum Pommern, 2 Dukaten, 1654

Ernst Bogislaus, Herzog von Croy
brandenburgischer Statthalter, 1637-1684
und Christina von Schweden, 1632-1654

Herzogtum Pommern, 2 Dukaten, 1654 [+] Münze auf die Beisetzung von Herzog Bogislaw XIV., der am 10. März 1637 ohne Nachkommen auf seinem Schloss in Stettin verstarb. Damit erlosch das pommersche Herzogshaus der Greifen, gleichzeitig endete auch die staatliche Selbständigkeit Pommerns, das im Westfälischen Frieden 1648 zwischen Brandenburg und Schweden geteilt wurde. Der langjährige Erbstreit führte dazu, das der Sarg des letzten pommerschen Herzogs 17 Jahre lang unbestattet blieb, weil keine Seite die Kosten übernehmen wollte, ohne sich über das Erbe sicher zu sein. Erst 1653 begann zwischen den Beauftragten des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg und der für Vorpommern eingesetzten schwedischen Regierung Verhandlungen über die Beisetzung des letzten Pommernherzogs. Der zunächst vorgesehene Termin, der 15. Dezember 1653, musste jedoch wegen der im Lande grassierenden Pest verschoben werden. Am 25. Mai 1654 konnte der letzte Greifenherzog endlich feierlich in Stettin beigesetzt werden. Auf die Beisetzung des Herzogs wurden laut den Münzakten 25 Stück der oben gezeigten Münze geprägt.

Die lateinische Inschrift der Vorderseite nennt Namen und Würden des letzten Herzogs von Pommern, sowie das Geburts- und Sterbedatum. Der Sinnspruch auf der Rückseite lautet übersetzt: „Ich hoffe auf das (ewige) Leben“.

[Objekt-ID: 67277]

Polen, Narodowy Bank Polski, 01.03.1990, 1 Zloty

1 Zloty, Polen, Narodowy Bank Polski, 01.03.1990 [+] Ende der 1980er Jahre zirkulierten in der sozialistischen Volksrepublik Polen Banknoten mit hohen inflationären Nominalwerten. Mit Gründung der Republik Polen nach Zusammenbruch des sog. Ostblocks erhielten die Noten zwar ein neues Aussehen, die Inflationsproblematik blieb aber weiterhin bestehen. Im Jahr 1995 wurde eine Währungsreform durchgeführt. Im Vorfeld waren aber schon neue Banknoten bei der deutschen Druckerei Giesecke & Devrient in Auftrag gegeben worden. Zur Ausgabe dieser sogenannten Städteserie kam es jedoch nie. Neben den als unzureichend empfundenen Sicherheitsmerkmalen (Wasserzeichen, Sicherheitsfaden, fluoreszierende Fasern im Papier, Blindencode) gab es auch ablehnende Haltungen zur Gestaltung der Noten (gleiches Format, fehlende Kopfbildnisse). Die Städteserie wurde kurz nach der Produktion eingelagert und später vernichtet. Eine kleine Anzahl wurde mit dem Überdruck NIEOBIEGOWY (nicht umlauffähig) für den Sammlermarkt freigegeben.

[Datensatz Id. 64419]

Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel

Heinrich der Jüngere, 1514-1568
Reichsguldiner ohne Jahr (1560)

Heinrich der Jüngere [+] Mit der 1559 in Augsburg verabschiedeten dritten Reichsmünzordnung wurde u. a. als neue Großsilbermünze der sogenannte Reichsguldiner geschaffen, mit der Vorschrift „soll gelten LX. Kreutzer oder einen alten gemeinen Gulden, und wuerdet des Reichs Guldener genant“. Braunschweig-Wolfenbüttel prägte das neue Nominal umgehend in der Münzstätte Goslar und fügte die vorgeschriebene Wertfestsetzung 60 (Kreuzer) in das untere Feld des Reichsapfels auf der Rückseite ein. Auf unserem Exemplar ist die Wertzahl fast vollständig entfernt worden, um das Stück ahnungslosen oder unaufmerksamen Zahlungsempfängern zu dem Kurs des ‚gemeinen alten Guldens‘, der ursprünglich 63 Kreuzer galt, aufzureden – oder gar als Taler zu 68 Kreuzern auszugeben.   

Auf der Vorderseite lassen sich die zwölf Buchstaben unter dem Bild des Herzogs zu folgendem Wahlspruch auflösen: In Gotts Gewalt hab‘ ich’s gestalt; der hat’s gefügt, dass mir’s genügt!, d. h. das von Gott zugemessene Schicksal wird akzeptiert.

[Datensatz Id. 58636]

Fürstabteien Murbach und Lüders

Kardinal Andreas von Österreich, 1587-1600
Undatierter halber Guldentaler

Kardinal Andreas von Österreich [+] Die im 8. Jahrhundert gegründete Abtei Murbach im Elsaß wurde im 16. Jahrhundert mit der in Hochburgund gelegenen Abtei Lüders vereinigt. Kaiser Karl der V. verlieh 1544 den Abteien das Recht, Silbermünzen zu prägen, von dem sogleich Gebrauch gemacht wurde und das sie bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts ausübten. Der Kardinalshut über dem großen viefeldigen Schild auf der Vorderseite mit den Wappen von Burgau, Hohenberg, Nellenburg und Feldkirch zeigt den Stand des Prägeherrn an. Der kleinere, ebenfalls viefeldige Schild vereinigt die Wappen von Österreich, Habsburg, Lüders und Murbach. Die lateinische Umschrift nennt Namen und Würden des Münzherrn: ANDR(EAS) CARD(INALIS) AB AVST(RIA) MVR(BACENSIS) ET LVTR(ENSIS) ADMI(NISTRATOR) - Andreas Kardinal von Österreich, Verwalter von Murbach und Lüders. Aufgrund der außerordentlichen Seltenheit dieser Prägung wird vermutet, daß es sich hierbei um Sonderprägungen zu Repräsentationszwecken gehandelt haben könnte.

[Datensatz Id. 57948]

Griechischer Kulturkreis, Thrako-makedonische Stämme

Großsilberprägung, um 500 v. Chr.

Thrako-makedonische Stämme [+] Mit dem Einsetzen der Silbermünzenprägung in der griechischen Welt um 500 v. Chr. nimmt die thrako-makedonische Region (heute griech. Ostmakedonien und Thrakien) eine besondere Stellung ein. Anders als etwa in Athen, Aigina oder Korinth, die die ersten Umlaufmünzen mit Gewichten zwischen etwa acht und 17 g prägen, werden hier aufgrund des reichlich zur Verfügung stehenden Metalls von den ansässigen Stämmen Großsilberstücke hergestellt. Die teilweise über 40 g schweren Exemplare wertet die Forschung jedoch nicht als das normale Lokalkurant sondern als für den Export bestimmtes, durch bildliche Kennzeichnungen genormtes Silber, nicht unähnlich gewichtsnormierten Edelmetallbarren. Damit ist dieses Objekt noch Ware bzw. bereits standardisiertes Tauschmittel und keine Münze im landläufigen Sinn. Von den emittierenden Ethnien sind einige quellenmäßig belegt, die Existenz weiterer Stämme wird lediglich aus den Inschriften auf den Barren und der Fundevidenz mehr oder minder sicher erschlossen.

[Datensatz Id. 57547]


Kaiserreich Japan Dai Nippon Teikoku Kokuritsu Ginko

(Große Kaiserliche Japanische Nationalbank) 1 Yen 1877

1 Yen 1877 [+] Das ab 1872 bestehende Privileg mehrerer Notenbanken zur Papiergeldemission – zu der auch der hier abgebildete Schein der Kaiserlichen Nationalbank zählt – führte zu einem inflationären Anstieg der umlaufenden Geldmenge, weshalb ihre Ausgabe bereits 1878 wieder unterbunden und die Bank von Japan (Nippon Ginko) 1882 alleinige Notenbank wurde.


Der Schein zeigt auf der Vorderseite das japanische Wappen und ein Siegel. Der auf der Rückseite dargestellte Glücksgott Ebisu symbolisiert nicht nur den Fischfang, er garantiert auch einen erfolgreichen Handel und bildet eine thematische Einheit mit den auf das Meer hinausblickenden Matrosen der Vorderseite. Auch die Bank von Japan bediente sich später bei der Ausgabe eines Ihrer ersten Scheine der Segen und Reichtum spendenden Glücksgötter des japanischen Shintoismus.

[Datensatz ID: 57315]

Vereinigte Staaten von Amerika Silberzertifikat 1896 zu 5 $

Silberzertifikat 1896 zu 5 $ [+] Nach dem Gesetz vom 4. August 1886 ausgegeben, stellt der Schein den Gegenwert von fünf Silberdollars dar. Die Aufschrift der Vorderseite bestätigt, daß im Schatzamt der Vereinigten Staaten fünf Silberdollars hinterlegt wurden, zahlbar an den Überbringer des Scheins (This certifies that there have been deposited in the treasury of the United States, payable to the bearer on demand, five silver dollars.), das Ganze bekräftigt durch das rote Siegel des Schatzamtes.

Begonnen worden war mit der Emission derartiger Scheine bereits 1878, und aufgrund ihrer leichteren Handhabung gegenüber dem schweren Metallgeld erfreuten sie sich im Laufe der Zeit ständig wachsender Beliebtheit. Im Jahr 1963 wurde die Ausgabe von Silberzertifikaten eingestellt. Das Versprechen der Einlösung galt bis 1968; ab dem 24. Juni wurden aufgrund des steigenden Silberpreises keine Scheine mehr gegen Silber eingetauscht.

Die freizügigen Frauendarstellungen auf der graphisch reich ausgestalteten Vorderseite sorgten in der Bevölkerung für Unmut und bisweilen wurde gar die Annahme derartiger Scheine aus diesem Grund verweigert. Die weniger aufwendig gestaltete Rückseite zeigt links den 18. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Ulysses S. Grant, und rechts General Philip Sheridan.

[Datensatz ID: 55379]

Java, Münzstätte Batavia (mod. Jakarta)

Batavische Republik (1799-1806) 2 Stuiver 1803

2 Stuiver 1803 [+] Diese barrenförmige Münze wird im Niederländischen aufgrund ihrer Form als ‚bonk‘ (Brocken) bezeichnet. Hergestellt aus japanischen Kupferstangen, von denen Stücke der gewünschten Größe abgeschlagen wurden, dienten die in Form und Gewicht unregelmäßigen kleinen Barren als Notmünzen.

Ihre Fabrikation in Niederländisch Indien war notwendig geworden, da der Transport von Kleingeld aus den Niederlanden unterbrochen worden war. Zuerst 1796 hergestellt, tragen sie auf der einen Seite lediglich die abgekürzte Nominalbezeichnung, auf der anderen die Jahreszahl. Letztmalig 1818 ausgeprägt, liefen die Stücke zu 8, 2, 1 und ½ Stuiver noch bis 1826 um.

[Datensatz ID: 57256]

Reich der Karolinger Pippin der Kurze, 751-768

(Hausmeier 741-751) Denar (Pfennig)

Denar (Pfennig) [+] Vermutlich in Marseille geschlagen, steht diese frühkarolingische Prägung bildlich und technisch erkennbar in merowingischer Tradition. Ihre genaue chronologische Einordnung ist noch ungewiss; je nach Interpretation der Buchstaben auf der Vorderseite liegt der Prägezeitpunkt entweder kurz vor oder kurz nach 751, dem Jahr der Erhebung Pippins zum ersten karolingischen König.

[Datensatz ID: 57133]

Deutschland, Baden-Baden, 1914

Notgeld [+] Mit Ausbruch des ersten Weltkrieges begann in Deutschland die Ausgabe von Notgeld, das zur Kompensierung des rückläufigen und gehorteten Münzgeldes diente. Zu diesem 1914er Notgeld zählt der Schein der 1838 gegründeten Hofapotheke in Baden-Baden, die 1887 von dem renommierten Apotheker, naturwissenschaftlichen Forscher und Heimatgeschichtler Oskar Rössler gekauft wurde.

Der Schein über 9,35 Mark ist auf den Empfänger ausgestellt - hier das Hotel Stadt Baden von Eugen Rössler - und wurde von Dr. O. Rössler persönlich unterschrieben. Die kleine Notiz auf der Rückseite: „Eigenes Papiergeld aus großer Zeit!“ ist nicht auf jedem Schein der Apotheke zu finden und deshalb eine Besonderheit dieser Ausgabe.

[Datensatz ID: 50830]

Nationalbank von Bosnien-Herzegowina

Geldgutschein über 5000 Dinara [+] Handgestempelter Novčani Bon (Geldgutschein) über 5000 Dinara aus der Zeit des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995. Er gehörte mit zu den ersten provisorischen Geldausgaben der bosnischen Nationalbank, nachdem Bosnien-Herzegowina am 2. März 1992 seine Unabhängigkeit vom jugoslawischen Staatenverbund erklärt hatte. Die Handstempelungen verweisen auf den jeweiligen Ausgabeort, hier Donji Vakuf, eine Kleinstadt in Zentralbosnien.

[Datensatz Id. 50320]

Russisches Zarenreich, Para

3 Dengi 1772

3 Dengi 1772 [+] Nach der russischen Eroberung Moldaus und der Walachei im Verlauf des (fünften) russischen-türkischen Krieges 1768-1774 waren für die besetzten Gebiete neue Münzen zu prägen. Das dazu benötigte Metall lieferten die erbeuteten türkischen Kanonen.

Die kunstlos gestalteten Stücke trugen vornehmlich den Gegebenheiten des Alltags und weniger der neuen politischen Realität Rechnung: Jeweils auf der Rückseite geben sie das Wertverhältnis zwischen der auf dem türkischen System beruhenden Landeswährung und dem russischen Währungssystem an – in diesem Fall 1 türkische Para = 3 russischen Dengi; der zweite ausgegebene Wert lautet auf 2 Para = 3 Kopeken.

[Datensatz Id. 56239]

Vereinigtes Königreich, Irisches Notgeld der Jahre 1642 bis 1644

Die politischen und religiösen Erschütterungen in England während der Regierungszeit Charles’ I. betrafen auch Irland. In der von Gewalt geprägten Zeit war auch eine geordnete Bargeldversorgung nicht immer zu gewährleisten, zumal es unter diesem Herrscher keine regulären Prägungen für Irland gegeben hatte.

Irisches Notgeld (Inchiquin) [+] Grobe Notgeldausgaben in Silber und Gold wurden hergestellt, von denen das ‚Inchiquin Money’ und das ‚Ormonde Money’ die bekanntesten sind. Das erstgenannte, 1642 aus Zwangssilberablieferungen der Bevölkerung geprägt, wird traditionell, aber wohl zu Unrecht, Lord Inchiquin, dem Vizepräsidenten der Provinz Munster zugeschrieben; auf den Stücken ist ihr jeweiliges Gewicht, nicht ihr Wert, angegeben.

Irisches Notgeld (Ormonde) [+] Die zweite Münze stammt aus der Serie, die benannt ist nach dem Marquis von Ormonde, Generalleutnant der königstreuen Streitkräfte in Irland, mit C(arolus) R(ex) unter einer Krone auf der einen, und der Wertangabe 5 Shillings (abgekürzt zu s V) auf der anderen Seite. Die neuere Forschung sieht als Auftraggeber dieser Prägungen die irischen Lordrichter.

[Datensatz Id. 56242 (Inchiquin) und 56243 (Ormonde)]

Stadt Zara (Zadar) unter französischer Besatzung

4 Francs 60 Centimes 1813

4 Francs 60 Centimes 1813 [+] Nach langer venezianischer Oberhoheit ging die an der Adria gelegene Stadt Zara 1797 an Österreich, das es seinerseits 1805 an Frankreich abtreten musste. Nach Belagerung durch österreichische Truppen fiel die Stadt im Dezember 1813 und gelangte erneut unter die Hoheit des Hauses Habsburg.

Die abgebildete Münze ist Zeugnis eines während der Belagerung mühsam aufrecht erhaltenen Geldumlaufs. Die z. T. aus Kirchensilber hergestellten Schrötlinge im Gewicht von eins, zwei und vier Unzen – abgekürzt als 1., 2. und 4.O. – wurden notdürftig mit dem französischen Stadtwappen auf der einen und dem jeweiligen Wert und der zugehörigen Gewichtseinheit auf der anderen punziert: Eine Unze = 4 Francs 60 Centimes, zwei Unzen = 9 F. 20 C. und vier Unzen = 18 F. 40 C.

Damit war, reduziert auf die notwendigen vertrauensbildenden Angaben, die Akzeptanz der Stücke im Zahlungsverkehr gewährleistet.

[Datensatz Id. 56149]

Griechischer Kulturkreis, Elektronmünze des 7. Jh. v. Chr.

Elektronmünze des 7. Jh. v. Chr. [+] In der Entwicklungsreihe von bildlosen zu beidseitig bildtragenden Münzen steht dieses Stück noch recht nahe des Ausgangspunktes. Prägungen mit Strichmuster lassen die Herausbildung einer mehr oder weniger regelmäßigen Struktur aus zunächst ungeordneten Linien erkennen.

Unser Stück geht durch die Anbringung eines einzigen die parallelen Linien nahezu rechtwinkelig kreuzenden Balkens einen klar erkennbaren Schritt weiter auf dem Weg zu einer komplexeren Bildgestaltung. 1,17 g, AV 67,13%, AR 31,82%, Cu 0,95% (Mittelwerte aus vier RFA-Messungen)

[Datensatz Id. 56148]

Sammlung von 202 Brakteatenfälschungen des 18. und 19. Jh.

Die Mehrzahl hergestellt von Nicolaus Seeländer (1683-1744)

Brakteatenfälschungen [+] Anders als der Isenburger Hofrat Carl Wilhelm Becker (1772-1830) wurde der von Leibniz 1716 als Bibliotheks-Kupferstecher nach Hannover geholte Nicolaus Seeländer zu Lebzeiten nicht als Münzfälscher überführt.

Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren wurde eine Sammlung zusammengetragen, die einen großen Teil der Seeländer zugeschriebenen Stücke beinhaltet, ergänzt um einige weitere alte Fälschungen von Brakteaten. Die für dieses Teilgebiet der mittelalterlichen Numismatik bedeutende Referenzsammlung steht nun – wie auch das Œuvre Beckers – als Teil der Münz- und Geldscheinsammlung der Forschung zur Verfügung.

Russisches Zarenreich, 5 Kopeken 1764

Münzstätte Avesta, Schweden

5 Kopeken 1764 [+] Im Jahr 1788 auf Anordnung des schwedischen Königs hergestelltes russisches Fünfkopekenstück zur Verwendung im schwedisch-russischen Grenzgebiet während der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Ländern.

Zur Verschleierung dieser Aktion wurden die Stücke ‚rückdatiert’ und mit den Jahreszahlen 1764, 1778 und 1787 geprägt. Der Sekretär der Zarin äußerte sich in einem Tagebucheintrag zu der außerordentlich guten Qualität dieser Fälschungen.

[Datensatz Id. 55944]

Anonym, 4 Pounds ohne Jahr (1945/46)

1 Pound ohne Jahr (1947)

Pounds ohne Jahr [+] Die beiden Stücke wurden im Auftrag der 1944 gegründeten Arabian American Oil Company (Aramco) in der amerikanischen Münzstätte Philadelphia hergestellt. Diese ‚Münzen’ wurden ausschließlich bei der Bezahlung von Ölförderungslizenzen in Saudi-Arabien verwendet und dort größtenteils zu Goldbarren umgeschmolzen.

Die eine Seite zeigt das Siegel der Münzstätte, die andere gibt die jeweiligen Gewichts- und Feingehaltsdaten an.

[Datensatz Id. 55943 (4P.) und 55942 (1 P.)]

Kaiserreich Österreich, Notgeldausgaben

1 und 2 Kreuzer ohne Jahr (1848/1849)

1 und 2 Kreuzer, Kaiserreich Österreich [+] Handschriftliche hergestellte Notgeldscheine des Weinschänkers Wenzel Lezel aus Nachod (Böhmen).

Die Ausgabe fällt in die unruhige Zeit der Loslösungsbestrebungen Ungarns aus dem habsburgischen Herrschaftsbereich.

[Datensatz Id. 47935 (1 K.) und 47936 (2 K.)]


Königreich Polen, 500 und 1000 Złotych 8.6.1794

500 und 1000 Złotych, Königreich Polen [+] Ausgegeben von General Kościuszko, Anführer des polnischen Freiheitskampfes gegen Rußland und Preußen. Die beiden Scheine sind die höchsten Nominale in der ältesten polnischen Geldscheinserie.

[Datensatz Id. 47920 (1000 Z.) und 47921 (500 Z.)]


Reich der Karolinger, Pippin der Kurze

751-768 (Hausmeier 741-751), Denar (Pfennig)

Denar (Pfennig) [+] In Trier geprägter Denar des Pippin möglicherweise aus der Zeit vor seiner Erhebung zum König im Jahr 751, und damit eine der frühesten karolingischen Prägungen.

[Datensatz Id. 55763]


Römisches Kaiserreich, Denar 68 n. Chr.

Denar 68 n. Chr. [+] Anonyme Prägung des Jahres 68, die das bekannte Rückseitenmotiv der Brutusmünzen aufnimmt und in dem aktuellen politischen Umfeld instrumentalisiert.

[Datensatz Id. 55732]


Griechischer Kulturkreis, Bildlose Elektronmünze

7. Jh. v. Chr., Unbekannter Herstellungsort

Bildlose Elektronmünze des 7. Jh. v. Chr. [+] 5,84 g (AV 74,5%, AR 24,4%, Cu 0,57%, Fe 0,4% [Mittelwerte aus drei RFA-Messsungen]) Aus natürlicher Gold-/Silberlegierung hergestelltes Stück; ein Beleg aus den Anfängen der Münzprägung.

[Datensatz Id. 55724]