TARGET2-Securities
TARGET2-Securities (T2S) steht für das Projekt des Eurosystems, eine neue, harmonisierte und zentrale Wertpapierabwicklung in Zentralbankgeld anzubieten. Derzeit ist der europäische Abwicklungsmarkt überwiegend national geprägt und stark fragmentiert. Zudem gibt es trotz einer Vielzahl von Zentralverwahrern (Central Securities Depositories, CSDs) keinen funktionierenden europäischen Wettbewerb in der Wertpapierabwicklung. Mit T2S sollen insbesondere die grenzüberschreitende Abwicklung in Zentralbankgeld verbessert, die Fragmentierung des Marktes überwunden und der Wettbewerb gestärkt werden.
Bei T2S handelt es sich um einen reinen Abwicklungsservice für Wertpapiere. Die Verwahrung und die damit verbundenen Dienstleistungen verbleiben in den Händen der nationalen Zentralverwahrer. Die Teilnahme an T2S ist darüber hinaus für alle Zentralverwahrer freiwillig. Neben der Abwicklung in Euro können über T2S auch Wertpapiertransaktionen in anderen Währungen abgewickelt werden. Da T2S ausschließlich die Abwicklung in Zentralbankgeld vorsieht, setzt dies natürlich die Bereitschaft der jeweiligen Notenbank voraus, ihr Zentralbankgeld für T2S zur Verfügung zu stellen.
Das Konzept von T2S basiert auf dem "integrierten Modell", einer Zusammenführung der Abwicklung von Zentralbankgeld- und Wertpapierseite auf einer Plattform im "Delivery versus Payment"-Modus. Grundlage hierfür ist die Single Shared Platform (SSP) des Eurosystems, auf der bereits das Echtzeit-Brutto-Zahlungssystem TARGET2 betrieben wird.
Am 17. Juli 2008 wurde das T2S-Projekt offiziell vom Rat der Europäischen Zentralbank auf den Weg gebracht. Vier Zentralbanken des Eurosystems - Deutsche Bundesbank, Banque de France, Banca d'Italia und Banco de España (4ZB) - wurden mit der Entwicklung und dem späteren Betrieb der Plattform betraut.
T2S wird im Juni 2015 seinen Betrieb aufnehmen.

