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Auslandsunternehmenseinheiten (FATS)

Struktur und Tätigkeit

Die Statistik über die Struktur und Tätigkeit von Auslandsunternehmenseinheiten (Foreign Affiliates StatisticsFATS) beruht auf der Verordnung (EG) Nr. 716/2007 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20. Juni 2007 und gibt Auskunft über Kenngrößen grenzüberschreitend kontrollierter Unternehmen. Hierbei wird unterschieden zwischen Kenngrößen von auslandskontrollierten Unternehmen in Deutschland (Inward FATS) und Kenngrößen von Unternehmen im Ausland, die von deutschen Investoren kontrolliert werden (Outward FATS). Die Angaben zu Inward FATS stellt das Statistische Bundesamt bereit. Die Kenngrößen zu Outward FATS werden von der Deutschen Bundesbank erhoben und zusammengestellt.

Veröffentlichungspraxis

Daten zu Outward FATS wurden erstmals in sehr detaillierter Länder- und Wirtschaftszweiggliederung für die Jahre 2008 bis 2011 in einer Internetpublikation veröffentlicht. Nachfolgende Publikationen erscheinen jährlich (i.d.R. November) und beinhalten Angaben für die letzten vier Jahre.

Die Ergebnisse des neuesten Termins sind gemäß unserer Revisionspraxis als vorläufig zu betrachten.

Methodische Erläuterungen

Gemäß der FATS-Verordnung umfasst Outward FATS drei Kenngrößen der Auslandsunternehmenseinheiten:

  • Anzahl der Unternehmenseinheiten im Ausland, die letztendlich von deutschen Investoren kontrolliert werden
  • Anzahl der Beschäftigten dieser Auslandsunternehmenseinheiten (Vollzeitäquivalente der abhängig Beschäftigten)
  • Jahresumsatz bzw. Jahresproduktionswert bei Banken dieser Auslandsunternehmenseinheiten.

Für die Berechnung der Outward FATS Variablen werden alle unmittelbaren oder mittelbaren Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen im Ausland (einschließlich Zweigniederlassungen und auf Dauer angelegten Betriebsstätten) einbezogen, sofern diese von deutschen Investoren letztendlich kontrolliert werden. Kontrolle ist die Möglichkeit, die Geschäftspolitik des abhängigen Unternehmens zu bestimmen, und wird in der Praxis definiert über einen (unmittelbaren und/oder mittelbaren) Anteil von mehr als 50 % am Kapital oder den Stimmrechten. Aufgrund der Meldefreigrenze bei der Bestandserhebung über Direktinvestitionen fließen auch in Outward FATS nur die Kenngrößen von grenzüberschreitend kontrollierten Unternehmen ein, deren Bilanzsumme (umgerechnet) 3 Millionen Euro übersteigt.

Die Zuordnung des Wirtschaftszweigs erfolgt nach der international harmonisierten Wirtschaftszweigklassifikation NACE Rev. 2 und beruht auf dem Schwerpunkt der Tätigkeiten der Auslandsunternehmenseinheiten. Bei FATS bleiben der Abschnitt "A. Land- und Forstwirtschaft, Fischerei" und der Abschnitt "O. Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung" unberücksichtigt.

Für Versicherungen und Banken wird der Jahresumsatz abweichend wie folgt definiert:

  • Für Versicherungen werden statt des Jahresumsatzes die gebuchten Bruttobeiträge des selbst abgeschlossenen und übernommenen Versicherungsgeschäftes erfasst.
  • Bei Banken wird statt des Jahresumsatzes der Jahresproduktionswert erfasst. Dieser setzt sich zusammen aus Zinsüberschuss, laufenden Erträgen aus Aktien und anderen nichtfestverzinslichen Wertpapieren, Provisionserträgen, Nettoergebnis aus Finanzgeschäften und sonstigen betrieblichen Erträgen.

Datenquellen

In Deutschland ist Outward FATS eng mit der Bestandserhebung über Direktinvestitionen verknüpft. Das außenwirtschaftliche Meldewesen dient als Grundlage für die Erstellung der Außenwirtschaftsstatistiken. Alle am Außenwirtschaftsverkehr teilnehmenden inländischen Banken, Unternehmen, Privatpersonen und öffentlichen Stellen haben jährlich detaillierte Angaben zu grenzüberschreitenden Unternehmensbeteiligungen (Direktinvestitionen) zu melden, sofern die Bilanzsumme der Investitionsobjekte (umgerechnet) 3 Millionen Euro übersteigt.

Die benötigten Informationen für Outward FATS basieren auf den jährlichen Meldungen über Vermögen von Inländern im Ausland und sind verankert in den Meldevorschriften im § 11 Abs. 3 des Außenwirtschaftsgesetzes und darauf aufbauend in § 64 der Außenwirtschaftsverordnung. Die Angaben werden ausschließlich für statistische Zwecke verwendet; alle Einzelangaben unterliegen nach § 11 Abs. 5 des Außenwirtschaftsgesetzes in Verbindung mit § 16 des Gesetzes über die Statistik für Bundeszwecke der statistischen Geheimhaltung.