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Bestandsangaben über Direktinvestitionen

Kapitalverflechtung mit dem Ausland

Balkendiagramm Unmittelbare und mittelbare Direktinvestitionen [+]

Die Statistik zur Bestandserhebung über Direktinvestitionen gibt Auskunft über die Kapitalbeziehungen aus Beteiligungen von Inländern an Unternehmen im Ausland bzw. von Ausländern an Unternehmen in Deutschland zu einem festen Zeitpunkt.

Veröffentlichungspraxis

Daten zur Kapitalverflechtung mit dem Ausland werden in unserer jährlich im Frühjahr (i.d.R. April) erscheinenden Statistischen Sonderveröffentlichung 10 "Bestandserhebung über Direktinvestitionen" publiziert. Das jeweils aktuelle Exemplar beinhaltet Angaben für die letzten vier Jahre. Die Ergebnisse des neuesten Termins sind gemäß unserer Revisionspraxis als vorläufig zu betrachten.


Ausgewählte Informationen - auch für weiter zurückliegende Jahre - stehen ebenfalls in unserer Zeitreihen-Datenbank zur Verfügung.

Darüber hinaus wird die Entwicklung der Kapitalverflechtung der Unternehmen in Deutschland mit dem Ausland in unserem Monatsbericht oder in einer Pressemitteilung kommentiert.

Methodische Erläuterungen

Als Direktinvestitionen gelten gemäß internationalem Standard grenzüberschreitende Beteiligungen am Kapital oder an Stimmrechten eines Unternehmens von 10 % oder mehr. Direktinvestitionen werden nach Transaktionen (flows/siehe Zahlungsbilanz) und Beständen (stocks) unterschieden. Die Angaben der Zahlungsbilanzstatistik beruhen auf Marktwerten zum Zeitpunkt der Transaktion. Bestandsangaben werden aus Bilanzen der Direktinvestitionsobjekte berechnet. Die Fremdwährungsbilanzen der Investitionsobjekte im Ausland werden zum Währungsmittelkurs am Bilanzstichtag in Euro umgerechnet. Insofern unterliegen die Bestandsangeben der deutschen Direktinvestitionen im Ausland den Schwankungen der Wechselkurse gegenüber dem Euro.

Direktinvestitionen setzen sich zusammen aus Eigenkapital - eventuell abzüglich ausstehender Einlagen auf das gezeichnete Kapital - zuzüglich anteiliger Kapital- und Gewinnrücklagen, plus anteiliger Gewinnvorträge bzw. abzüglich anteiliger Verlustvorträge, plus anteiliger Jahresüberschüsse bzw. abzüglich anteiliger Jahresfehlbeträge. Diese Komponenten stellen das Beteiligungskapital dar. Darüber hinaus gehen noch die Kreditbeziehungen zu den Kapitalgebern sowie die grenzüberschreitenden Kreditbeziehungen zu anderen verbundenen Unternehmen in die Berechnungen ein.

Die aktuelle Publikation (Statistische Sonderveröffentlichung 10 "Bestandserhebung über Direktinvestitionen", April 2015) zeigt erstmals detaillierte Direktinvestitionsbestände für die Jahre 2010 bis 2013 auf Grundlage neuer international harmonisierter Berechnungsvorgaben der OECD Benchmark Definition of Foreign Direct Investment, 4. Auflage. Abweichend von der bisherigen Bruttodarstellung werden Kapitalbeziehungen innerhalb multinationaler Konzerne saldiert, Kredite an Kapitalgeber in Abzug gebracht und grenzüberschreitende Schwesterkredite in Abhängigkeit vom Sitz der Konzernzentrale zugeordnet. Danach zählen Schwesterkreditbeziehungen eines deutschen Unternehmens, dessen Konzernzentrale ebenfalls in Deutschland ist, zu den positiven Direktinvestitionen (bei Kreditgewährung) bzw. negativen Direktinvestitionen (bei Kreditaufnahme) im Ausland (sog. aktive Direktinvestitionen). Hat die Konzernspitze ihren Sitz im Ausland, so werden die Schwesterkredite der Unternehmen in Deutschland als positive (Kreditaufnahme) bzw. negative (Kreditgewährung) Direktinvestitionen in Deutschland verbucht (sog. passive Direktinvestitionen).

Über detaillierte methodische Erläuterungen zur Berechnung sowie zur Darstellung der unmittelbaren und mittelbaren Direktinvestitionsbestände informiert die Statistische Sonderveröffentlichung 10 unter der Rubrik Hinweise bzw. Methodische Erläuterungen.

Datenquellen

Das außenwirtschaftliche Meldewesen dient als Grundlage für die Erstellung der Außenwirtschaftsstatistiken. Alle am Außenwirtschaftsverkehr teilnehmenden inländischen Banken, Unternehmen, Privatpersonen und öffentlichen Stellen haben jährlich detaillierte Angaben zu grenzüberschreitenden Unternehmensbeteiligungen (Direktinvestitionen) zu melden, sofern die Bilanzsumme der Investitionsobjekte (umgerechnet) 3 Millionen Euro übersteigt.

Verankert sind diese Meldevorschriften im § 11 Abs. 3 des Außenwirtschaftsgesetzes und darauf aufbauend in §§ 64 und 65 der Außenwirtschaftsverordnung. Die Angaben werden ausschließlich für statistische Zwecke verwendet; alle Einzelangaben unterliegen nach § 11 Abs. 5 des Außenwirtschaftsgesetzes in Verbindung mit § 16 des Gesetzes über die Statistik für Bundeszwecke der statistischen Geheimhaltung.