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Zahlungsbilanz

Die deutsche Zahlungsbilanz erfasst wertmäßig alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Gebietsansässigen und Gebietsfremden innerhalb eines bestimmten Zeitraums und gibt damit Auskunft über die wirtschaftliche Verflechtung Deutschlands mit dem Ausland. Darüber hinaus ist sie ein bedeutender Baustein für die Zahlungsbilanzen der Europäischen Währungsunion und der Europäischen Union.

Veröffentlichungspraxis

Balkendiagramm zu Teilbilanzen der Zahlungsbilanz (Quelle: Bundesbank)

Die Deutsche Bundesbank erstellt die monatliche Zahlungsbilanz für die Bundesrepublik Deutschland und veröffentlicht die Ergebnisse im Rahmen einer Pressenotiz. Circa fünf bis sechs Wochen nach Ende des Berichtsmonats werden die Ergebnisse der Zahlungsbilanz in tieferer sachlicher und regionaler Untergliederung im Statistischen Beiheft 3, "Zahlungsbilanzstatistik" dargestellt. Das tatsächliche Veröffentlichungsdatum für die monatliche Zahlungsbilanz richtet sich nach dem spätesten Veröffentlichungstermin und wird spätestens bis zum Freitag der Vorwoche im Veröffentlichungskalender bekannt gegeben.

Mit Veröffentlichung der Zahlungsbilanzdaten des aktuellen Berichtsmonats werden jeweils die Angaben für den vorangegangenen Berichtsmonat korrigiert. Revisionen in jährlichem Turnus werden zum Monatsbericht März für das vorangegangene Berichtsjahr sowie die drei Vorjahre durchgeführt. Im Rahmen dieser Vormonats- und Jahresberichtigungen werden insbesondere Nach- und Korrekturmeldungen sowie neuere Informationen aus Sekundärquellen berücksichtigt und vorläufige Schätzungen revidiert oder ersetzt. Methodische Anpassungen werden auch für weiter zurückliegende Zeiträume zu diesem Termin durchgeführt.

Allgemeines zu den Veröffentlichungszeitpunkten und zur Revisionspolitik sowie weitere zahlungsbilanzrelevante Aufsätze der Deutschen Bundebank finden Sie in der rechten Spalte unter „Publikationen“.

Die Veröffentlichung der Zahlungsbilanzstatistik erfolgt in folgender Form:

  • Zeitreihendatenbank
  • Pressenotiz
  • Monatsbericht
  • Statistisches Beiheft 3, Zahlungsbilanzstatistik
  • Statistische Sonderveröffentlichungen

Methodische Erläuterungen

In der Zahlungsbilanz werden die wirtschaftlichen Transaktionen einer Volkswirtschaft mit der übrigen Welt für eine bestimmte Periode systematisch zusammengefasst. Sie ist daher keine Bilanz im Sinne einer zeitpunktbezogenen Vermögensaufstellung, sondern eine Stromrechnung. Auch werden nicht nur Transaktionen, die mit einer grenzüberschreitenden Zahlung verbunden sind, erfasst, sondern darüber hinaus auch Geschäfte, die zu keiner oder keiner unmittelbaren Zahlung führen.

Die Zahlungsbilanz gliedert sich in folgende Teilbilanzen:

  • Leistungsbilanz: Warenhandel, Dienstleistungen, Erwerbs- und Vermögenseinkommen und laufende Übertragungen. Für die Teilbilanzen der Leistungsbilanz liegen sowohl Ursprungswerte als auch saison- und kalenderbereinigte Werte vor.
  • Vermögensübertragungen
  • Kapitalbilanz: Direktinvestitionen, Wertpapieranlagen, Finanzderivate, übriger Kapitalverkehr, Veränderung der Währungsreserven.
  • Restposten: Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen

Die deutsche Zahlungsbilanzstatistik richtet sich bezüglich der Konzepte und Definitionen sowie bei der Darstellung der Ergebnisse nach den methodischen Vorgaben des 5. Zahlungsbilanzhandbuches des Internationalen Währungsfonds (BPM5).

Die Zahlungsbilanzstatistik ist ein wichtiger statistischer Indikator für die Außenwirtschaft innerhalb des "Special Data Dissemination Standard" (SDDS) des IWF. Auf dem Dissemination Standards Bulletin Board (DSBB) des IWF stehen sog. Metadaten zur Verfügung, die das methodische, konzeptionelle und institutionelle Rahmengerüst der deutschen Zahlungsbilanz beschreiben (englischsprachig).

Inwiefern Länder gewisse international anerkannte statistische Standards erfüllen, dokumentiert der IWF in seinen Data-ROSCs (Reports on the Observance of Standards and Codes). Der Data-ROSC für Deutschland wurde im Jahr 2005 erstellt und stellt unter anderem die Ergebnisse der Überprüfung der Zahlungsbilanzstatistik dar.

Weitere methodische Informationen lassen sich der Veröffentlichung European Union Balance of Payments / International Investment Position Statistical Methods (BOP Book) entnehmen, die für alle EU-Mitgliedsländer die Methoden zur Erstellung der Zahlungsbilanz und des Auslandsvermögensstatus beinhaltet.

Nähere Informationen zu methodischen Anpassungen der Zahlungsbilanzstatistik im Zeitverlauf sind in ausgewählten Aufsätzen des Monatsberichts der Deutschen Bundesbank zu finden (siehe rechte Spalte unter „Publikationen“):

  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2011 Auszug aus: Monatsbericht März 2012. (Zum ausgedehnten Auf und Ab des Leistungsbilanzüberschusses Deutschlands gegenüber den EWU-Partnerländern zwischen 1999 und 2011; Kapitalerträge und Bewertungseffekte grenzüberschreitender Direktinvestitionen; Leistungsverkehr, Kapitalverkehr und TARGET2)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2007 Auszug aus: Monatsbericht März 2008. (Zertifikate und Optionsscheine in der Zahlungsbilanz)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2004 Auszug aus: Monatsbericht März 2005. (Darstellung grenz-überschreitender Bargeldtransaktionen in der Zahlungsbilanz; Einführung der periodengerechten Erfassung von Zinserträgen - Accrual Prinzip)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2002 Auszug aus: Monatsbericht März 2003. (Die Erfassung des Reiseverkehrs in der Zahlungsbilanzstatistik im Jahr 2001)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 1998 Auszug aus: Monatsbericht März 1999. (Weitere Anpassungen an die Neufassung der Richtlinien des Internationalen Währungsfonds)
  • Änderungen in der Systematik der Zahlungsbilanz Auszug aus: Monatsbericht März 1995. (Änderungen im Konzept und in der Präsentation der Zahlungsbilanz als Folge geänderter internationaler Vorgaben)

Datenquellen

Die Erhebung der für die Erstellung der Zahlungsbilanz benötigten Daten erfolgt nicht nach einem einheitlichen Schema, sondern ist in Deutschland pragmatisch als Baukastensystem organisiert. Den Kernbaustein bildet das außenwirtschaftliche Meldewesen, welches grundsätzlich alle am Außenwirtschaftsverkehr teilnehmenden gebietsansässigen Banken, Unternehmen, Privatpersonen und öffentliche Stellen verpflichtet, ihre Transaktionen mit dem Ausland der Bundesbank zu melden. Rechtliche Grundlage der Meldevorschriften sind § 26 Abs. 2 des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) und darauf aufbauend §§ 59 ff. der Außenwirtschaftsverordnung (AWV).

Als ergänzende Bausteine werden Daten aus anderen Quellen genutzt, wobei insbesondere die Folgenden zu nennen sind:

  • Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamtes
  • Haushaltsbefragung zu den Reiseverkehrsausgaben im Ausland
  • Auslandsstatus der Banken und Nichtbanken und Bestandserhebungen über Direktinvestitionen
  • Internes Rechenwerk der Deutschen Bundesbank
  • Andere nationale und internationale Statistiken zur Abstimmung und als Schätzgrundlage

Zusatzinformationen

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Direktinvestitionen lt. Zahlungsbilanzstatistik

Die Veröffentlichung "Direktinvestitionen lt. Zahlungsbilanzstatistik" wurde aktualisiert und steht Ihnen für die Berichtsjahre 2009 bis 2012 zur Verfügung.

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3 MB, PDF

Außenhandel und Dienstleistungen der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ausland

Die Veröffentlichung „Außenhandel und Dienstleistungsverkehr der Bundesrepublik Deutschland mit dem Ausland“ ist für den Berichtszeitraum 2009 bis 2012 neu erschienen. Hierbei werden Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) und der Deutschen Bundesbank zu einer integrierten Darstellung des Außenhandels mit Waren und Dienstleistungen zusammengeführt.

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23.04.2013 | 687 KB, XLSX

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