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Öffentliche Finanzen

Staatlicher Finanzierungssaldo

Der staatliche Finanzierungsaldo entspricht der Differenz von Einnahmen und Ausgaben des gesamten Staatssektors. Sind die Ausgaben einer Periode höher als die Einnahmen, ergibt sich ein negativer Finanzierungssaldo (öffentliches Defizit). Nach dem Stabilitäts- und Wachstumspakt sollte das gesamtstaatliche Finanzierungsdefizit eines Mitgliedstaates 3 Prozent nicht überschreiten.

Staatliche Verschuldung

Bei der staatlichen Verschuldung gemäß dem Maastricht-Vertrag handelt es sich um einen Brutto-Schuldenstand. Er unterscheidet sich insofern von der Nettofinanzposition des Staates, als die Verbindlichkeiten nicht mit den finanziellen Forderungen beziehungsweise den Finanzaktiva des Staates saldiert werden. Nach dem Stabilitäts- und Wachstumspakt sollte der öffentliche Schuldenstand 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht überschreiten. 

Erläuterungen

Die Daten zum staatlichen Finanzierungssaldo und zur staatlichen Verschuldung werden von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, zweimal im Jahr jeweils im April und Oktober bereitgestellt. Sie beruhen auf den Angaben, die die EU-Mitgliedstaaten im Rahmen des „Verfahren bei einem übermäßigen Defizit (VÜD)“ des Stabilitäts- und Wachstumspakts an die Europäische Kommission übermitteln, und werden gemäß dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG 2010) errechnet. Sie umfassen den gesamten Staatssektor (Zentralstaat, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung).