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Preise

Hintergrund

Die laufende Beobachtung und Analyse der Geldwertstabilität basiert auf Grundlage preisstatistischer Erhebungen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem vom Statistischen Bundesamt berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) und dem nationalen Verbraucherpreisindex (VPI), die als Messgrößen für die allgemeine Preisentwicklung auf der Verbraucherstufe herangezogen werden. Als Frühindikatoren auf den vorgelagerten Produktionsstufen dienen Erzeugerpreise landwirtschaftlicher und gewerblicher Produkte. 

Neben den Ursprungswerten werden je nach Indikator saison- und kalenderbereinigte oder auch nur kalenderbereinigte Zeitreihen angeboten. Die bereinigten Angaben werden nach dem Census-Verfahren X-12-ARIMA, Version 0.2.8 geschätzt. 

Für ausgewählte Indikatoren liegen Echtzeitdaten vor. Weitere methodische Informationen sind ebenfalls verfügbar.

Verbraucherpreisindizes für Deutschland

Die vom Statistischen Bundesamt monatlich ermittelten Verbraucherpreisindizes messen für die jeweilige Berichtsperiode die durchschnittliche Preisveränderung aller Waren und Dienstleistungen gegenüber dem Basisjahr, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft bzw. verbraucht werden. Zu unterscheiden ist zwischen dem nach EU-weit harmonisierten Kriterien berechneten Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland und dem nationalen Verbraucherpreisindex (VPI). 

Der HVPI für Deutschland fließt in die Berechnung des HVPI der Europäischen Union und des HVPI für den Euroraum ein, welche vom Statistischen Amt der Europäischen Gemeinschaft (Eurostat) veröffentlicht werden. Die gemessene prozentuale Veränderung des HVPI gegenüber dem Vorjahr („Inflationsrate“) dient dem Eurosystem als statistische Basis für die Beurteilung des Vorliegens von Preisstabilität. 

Häufig werden Verbraucherpreisindizes herangezogen, um aktuelle Vergleichswerte für historische Geldbeträge und Währungen, die früher in Deutschland verwendet wurden, zu ermitteln. Für den VPI sind lange Zeitreihen verfügbar. Solchermaßen errechnete Kaufkraftäquivalente dienen als Anhaltspunkt für den heutigen Wert der Waren und Dienstleistungen, die damals für einen bestimmten Geldbetrag erhältlich waren. Erläuterungen und Beispielrechnungen haben wir auf einer eigenen Seite für Kaufkraftvergleiche historischer Währungen bereitgestellt (s. rechte Seite). 

Für weitere Fragen verwenden Sie bitte unser Kontaktformular.

Preisindizes für die Aus- und Einfuhr

Die Preisindizes für die Ein- und Ausfuhr von Waren werden vom Statistischen Bundesamt monatlich ermittelt. Sie zeigen die Entwicklung der Preise von Waren, die zwischen Deutschland und dem Ausland gehandelt werden. Formal werden die Ergebnisse als Laspeyres-Preisindizes dargestellt: Sie sind mit den Wägungsanteilen der Außenhandelsstatistik aus dem Basisjahr gewogene Preismessziffern.

Preisindizes für die Bauwirtschaft

Indizes für Bauleistungspreise stellen die Entwicklung der Preise für den konventionell gefertigten Neubau ausgewählter Bauwerksarten des Hoch- und Tiefbaus sowie für Instandhaltungsmaßnahmen an Wohngebäuden gegenüber dem Basisjahr dar. Das Statistische Bundesamt publiziert die Komponenten des Baupreisindex im Vierteljahresrhythmus, die von der Bundesbank zusammengefasst werden. Die Indizes beruhen auf Preiserhebungen für 186 ausgewählte Bauleistungen bei einer repräsentativen Auswahl von rund 5.000 Unternehmen des Baugewerbes.

Erzeugerpreise gewerblicher Produkte

Der vom Statistischen Bundesamt monatlich ermittelte Erzeugerpreisindex misst für die jeweilige Berichtsperiode die durchschnittliche Preisentwicklung gewerblich gefertigter sowie abgesetzter Erzeugnisse im Inland (ohne Umsatzsteuer) gegenüber dem Basisjahr. Für die Errechnung des Index werden aktuell 1 250 Güterarten erfasst, deren Preise zu festgelegten vertraglichen Konditionen von insgesamt 5 000 Unternehmen gemeldet werden.

Preise für Wohnimmobilien

In Deutschland hat sich das Angebot an Preisindizes für Wohnimmobilien in den letzten Jahren deutlich ausgeweitet. Die verfügbaren Indexreihen weisen allerdings zum Teil recht unterschiedliche Verläufe auf. Dies hängt unter anderem damit zusammen, dass keiner der Indizes bislang das Kriterium der vollständigen Repräsentativität erfüllt. Die Abweichungen sind zudem auf Unterschiede in der Erhebung sowie der Aufbereitung zurückzuführen. Die Daten der bulwiengesa AG beruhen größtenteils auf Experteneinschätzungen, die zum Zweck der Wertermittlung von typischen Objekten in den Kategorien neue und gebrauchte Eigentumswohnungen, Reihenhäuser sowie Einfamilienhäuser im Wiederverkauf erhoben werden. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (vdp) publiziert vierteljährliche Immobilienpreisindizes für Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen. Der Destatis-Häuserpreisindex spiegelt die Preisentwicklung von Wohnimmobilien wider, bei denen das Gebäude einschließlich des Grundstücks als „Gesamtpaket“ veräußert wird, unabhängig vom Verkäufer und vom Verwendungszweck. Der Häuserpreisindex beschränkt sich somit nicht auf selbst genutztes Wohneigentum, auch die Preisentwicklung von Mietobjekten geht in die Berechnung mit ein.

Preise für gewerbliche Immobilien 

In Ermangelung amtlicher Angaben für gewerbliche Immobilien ist die Preisbeobachtung auf Daten privater Informationsdienste angewiesen. In diesem Zusammenhang sind zum einen die jährlichen Preisindizes der bulwiengesa AG für gewerbliche Immobilien in 127 Städten, die unter dem Namen German Property Index (GPI) veröffentlicht werden, zu nennen. Zum anderen publiziert der Verband deutscher Pfandbriefbanken einen vierteljährlichen Preisindex für Büroimmobilien und Mietshäuser sowie seit 2014 für Einzelhandelsimmobilien.