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Outright-Geschäfte

Endgültige Käufe und Verkäufe von Wertpapieren am Markt

Abgeschlossene bzw. angekündigte Programme

Geldpolitische Outright-Geschäfte an den Sekundärmärkten für Staatsanleihen (Outright Monetary Transactions, OMTs)

Um eine ordnungsgemäße geldpolitische Transmission und die Einheitlichkeit der Geldpolitik sicherzustellen, hat der EZB-Rat am 6. September 2012 eine Reihe technischer Merkmale für geldpolitische Outright-Geschäfte an den Sekundärmärkten für Staatsanleihen festgelegt. Eine notwendige Voraussetzung für die Durchführung der geldpolitischen Outright-Geschäfte ist die mit einem entsprechenden Programm der Europäischen Finanzstabilitätsfazilität (EFSF) bzw. des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) verbundene strenge und wirksame Konditionalität. Dabei kann es sich um ein vollständiges makroökonomisches EFSF/ESM-Anpassungsprogramm handeln oder ein vorsorgliches Programm (Enhanced Conditions Credit Line – Kreditlinie mit verschärfter Konditionalität), sofern die Möglichkeit von EFSF/ESM-Primärmarktkäufen vorgesehen ist und ein Mitgliedstaat Zugang zum Anleihemarkt hat. Bisher werden diese vom EZB-Rat festgelegten notwendigen Vorbedingungen für die Durchführung geldpolitischer Outright-Geschäfte an den Sekundärmärkten für Staatsanleihen von keinem Euroraum-Staat erfüllt. Käufe finden dementsprechend aktuell nicht statt.

Der EZB-Rat wird geldpolitische Outright-Geschäfte in Erwägung ziehen, sofern sie aus geldpolitischer Sicht geboten sind und solange die mit den Programmen verbundene Konditionalität vollständig erfüllt ist. Nach einer gründlichen Beurteilung wird der EZB-Rat im alleinigen Ermessen und im Einklang mit seinem geldpolitischen Mandat über die Aufnahme, Fortsetzung und Einstellung von geldpolitischen Outright-Geschäften entscheiden. Eventuelle geldpolitische Outright-Geschäfte werden sich auf das kürzere Ende der Zinsstrukturkurve konzentrieren, insbesondere auf Staatsanleihen mit einer Laufzeit von einem bis zu drei Jahren. Der Umfang der geldpolitischen Outright-Geschäfte ist ex ante nicht quantitativ beschränkt. Die durch geldpolitische Outright-Geschäfte gegebenenfalls bereitgestellte Liquidität soll durch gezielte Operationen vollständig wieder abgeschöpft werden. 

Programm für die Wertpapiermärkte (Securities Markets Programme, SMP)

Der EZB-Rat hat mit der Entscheidung am 6. September 2012 zur Durchführung geldpolitischer Outright-Geschäfte (OMTs) beschlossen, das Programm für die Wertpapiermärkte (SMP) einzustellen. Im Rahmen der hohen Spannungen, die in bestimmten Marktsegmenten beobachtet werden, hatte der EZB-Rat am 10. Mai 2010 beschlossen, ein Programm für Wertpapiermärkte durchzuführen. Hierzu konnten Interventionen am Markt für öffentliche und private Wertpapiere durchgeführt werden, um Tiefe und Liquidität für den Markt sicherzustellen. Das Programm war vorübergehender Bestandteil der einheitlichen Geldpolitik des Eurosystems. Ziel des Programms war es, Störungen an den Wertpapiermärkten zu beheben und einen angemessenen geldpolitischen Transmissionsmechanismus wiederherzustellen. Das Programm für Wertpapiermärkte hatte keinen Einfluss auf den geldpolitischen Kurs des Eurosystems. Um dies sicherzustellen, wurden jede Woche gezielte Operationen durchgeführt, um die durch das Programm für die Wertpapiermärkte bereitgestellte Liquidität wieder abzuschöpfen (Hereinnahme von Termineinlagen). Das Programm wurde ohne im Vorhinein festgelegtes Interventionsvolumen durchgeführt. Die im Rahmen des Programms für die Wertpapiermärkte bereitgestellte Liquidität wurde nach Einstellung des Programms bis zum 10. Juni 2014 abgeschöpft. Die Wertpapiere im SMP-Portfolio werden bis zur Endfälligkeit gehalten. 

Programme zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen (Covered Bond Purchase Programmes, CBPP und CBPP2)

Ziel der beiden Programme zum Ankauf gedeckter Schuldverschreibungen war es unter anderem, einen Beitrag zur Lockerung der Finanzierungskonditionen für Kreditinstitute und Unternehmen und zur Verbesserung der Marktliquidität in wichtigen Segmenten des Marktes für private Schuldverschreibungen zu leisten. Die Europäische Zentralbank hat am 2. Juli 2009 eine erste "Decision on the implementation of the covered bond purchase programme (ECB/2009/16)" veröffentlicht. In diesem Dokument ist das Ankaufsprogramm für gedeckte Schuldverschreibungen (CBPP), das im Juli 2009 begonnen und im Juni 2010 beendet wurde, grundsätzlich geregelt. Im Oktober 2011 beschloss der EZB-Rat die Durchführung eines weiteren Ankaufprogramms für gedeckte Schuldverschreibungen (CBPP2), das ab November 2011umgesetzt wurde. Die diesbezügliche "Decision on the implementation of the second covered bond purchase programme (ECB/2011/17)" wurde am 3. November 2011 veröffentlicht. Das zweite Ankaufprogramm für gedeckte Schuldverschreibungen ist am 31. Oktober 2012 ausgelaufen. Das Eurosystem beabsichtigt, die Wertpapiere in den beiden CBPP-Portfolien bis zur Endfälligkeit zu halten.