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Überwachung

des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierabwicklung

Foto eines Fernrohrs, das aufs Meer gerichtet ist © Richard Newstead / Getty Images Auf den folgenden Seiten finden Sie nähere Informationen zu den Aufgaben der Bundesbank im Rahmen der Überwachung des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierabwicklung.

Continuous Linked Settlement (CLS)

Einführung

Continuous Linked Settlement (CLS) ist ein Multiwährungssystem zur Abwicklung von Devisengeschäften auf der Basis des Prinzips "Zahlung gegen Zahlung"  ("Payment versus Payment", PvP) in den Büchern einer als Abwicklungsinstitut auftretenden privaten Bank (CLS Bank International, Sitz: New York), bei welcher die Abwicklungsteilnehmer Multiwährungskonten unterhalten. Der CLS-Konzern besteht außerdem aus der CLS Group Holdings AG (Sitz: Zürich) mit 74 Anteilseignern aus der Kreditwirtschaft und der CLS Services Ltd. (Sitz: London), die als Abrechnungszentrum dient. Derzeit gibt es 69 Institute, die als Abwicklungsteilnehmer Geschäft über CLS abwickeln, davon 63 als direkte Teilnehmer und 6 als Nichtteilnehmer fungieren. Des Weiteren wickeln derzeit mehr als 11.000 Drittparteien Devisengeschäfte über CLS ab.  

CLS nahm am 9. September 2002 mit zunächst 39 Abwicklungsteilnehmern und 7 Währungen seinen Betrieb auf. Es war die Antwort der Kreditwirtschaft auf die Strategie der G10-Zentralbanken, das Erfüllungsrisiko (sog. Herstatt-Risiko) im internationalen Devisenhandel zu reduzieren. Als Erfüllungsrisiko wird dabei das Risiko bezeichnet, dass eine Partei einer Devisenhandelstransaktion die von ihr verkaufte Währung zahlt, ohne die von ihr gekaufte Währung von der anderen Partei zu erhalten. Dieses Risiko besteht während der Abwicklungsperiode und trägt Merkmale des Kredit- und Liquiditätsrisikos.

In CLS werden Devisenhandelsgeschäfte individuell auf Bruttobasis verrechnet. Die Zahlungsabwicklung erfolgt dann über nationale Notenbanken nach dem Grundsatz "Zahlung gegen Zahlung" mittels zeitpunktgenauer Ein- und Auszahlungen. Basis hierfür ist ein von CLS vorgegebener Zahlungsplan für jede einzelne Währung, der anhand der von den Teilnehmern gemeldeten Geschäfte aufgestellt wird. Auf diese Weise wird in CLS ein Devisenhandelsgeschäft nur dann abgewickelt, wenn die aus dem Geschäft resultierenden Zahlungen gleichzeitig ausgeführt werden können. Das Erfüllungsrisiko im Devisenhandel wird so de facto ausgeschaltet. Aktuell können Devisenhandelsgeschäfte in 18 Währungen verrechnet werden.

Durchführung

Da die CLS Bank International ihren Sitz in New York hat, unterliegt sie als Edge Act Corporation der Regulierung und Aufsicht des US Federal Reserve Systems. Aufgrund ihres Mehrwährungssystems unterliegt CLS jedoch zusätzlich der Überwachung  durch ein multilaterales Komitee (das sog. CLS Oversight Committee) unter Leitung der Federal Reserve Bank of New York, das aus den G10-Notenbanken und den Notenbanken, deren Währungen in CLS abgewickelt werden, besteht. Die Deutsche Bundesbank repräsentiert zusammen mit den anderen G10-Notenbanken aus dem Eurowährungsraum (Nationale Bank van België, Banque de France, Banca d’Italia und De Nederlandsche Bank) sowie der EZB (als primärer Überwacher für den Euro) das Eurosystem. Durch die Teilnahme an dem Komitee trägt die Deutsche Bundesbank zur Überprüfung der Einhaltung internationaler Standards sowie beabsichtigter strategischer Initiativen (z. B. neue Währungen, neue Dienstleistungen, etc.) bei.