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Überwachung

des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierabwicklung

Foto eines Fernrohrs, das aufs Meer gerichtet ist © Richard Newstead / Getty Images Auf den folgenden Seiten finden Sie nähere Informationen zu den Aufgaben der Bundesbank im Rahmen der Überwachung des Zahlungsverkehrs und der Wertpapierabwicklung.

Transaktionsregister

Einführung

Transaktionsregister stellen eine relativ neue Kategorie von Finanzmarktinfrastrukturen dar. Sie wurden mit den im April 2012 finalisierten CPSS/IOSCO Prinzipien für Finanzmarktinfrastrukturen nun auch explizit in die Überwachungsarbeit von Zentralbanken aufgenommen.

Ein Transaktionsregister ist eine Datenbank, die eine zentralisierte elektronische Erfassung von Transaktionsdaten bei Derivategeschäften gewährleistet. Ein wesentlicher Grund für den Ausbau von Transaktionsregistern liegt in den Erfahrungen mit außerbörslich gehandelten Derivatekontrakten während der letzten weltweiten Finanzkrisen. Die bisherige gängige Praxis, Transaktionsdaten solcher Geschäfte lediglich dezentral auf Ebene der involvierten Kontrahenten zu dokumentieren, hat es Marktteilnehmern und Aufsichtsbehörden wesentlich erschwert, Risiken in den jeweiligen Märkten zu identifizieren. Indem sie die relevanten Informationen sammeln, vorhalten und bei Bedarf zur Verfügung stellen, können Transaktionsregister diese Transparenzlücke schließen. Auf dem G20-Gipfel in Pittsburgh im September 2009 wurde deshalb beschlossen, dass sämtliche außerbörslichen Derivategeschäfte an Transaktionsregister gemeldet werden sollen. Dieser G20-Maßgabe trägt die EMIR-Verordnung (European Market Infrastructure Regulation) der EU Rechnung.

Durch die zentrale Bereitstellung einer Datenbank-Dienstleistung durch Transaktionsregister soll eine möglichst konsistente Qualität und Verfügbarkeit von Transaktions- und Positionsdaten erreicht werden. Insofern gingen mit dem Ausbau von Transaktionsregistern verschiedene Maßnahmen zur Standardisierung relevanter Transaktionsinformationen einher.

Betrieben werden Transaktionsregister häufig von Unternehmen, die bereits Dienstleistungen in Bereichen der Wertpapierabwicklung anbieten. So befinden sich unter den Anbietern z.B. die Depository Trust and Clearing Corporation (DTCC) aus den USA oder Clearstream und Iberclear aus Europa. In Europa befinden sich diese Infrastrukturen derzeit noch im Aufbau. Die Betreiber von Transaktionsregistern sind dabei frei, sich auf einzelne Finanzmarktprodukte zu spezialisieren. Um ihren Aufgaben gerecht zu werden, kommt es für Transaktionsregister aus Sicht der Überwachung hauptsächlich darauf an, mögliche operationelle Risiken angemessen zu steuern und zuverlässige Notfallkonzepte und Ausweichsysteme für eventuelle Störfälle vorzuhalten. So soll eine möglichst kontinuierliche Verfügbarkeit der darin gespeicherten Daten gewährleistet sein. Zudem sollen die Betreiber von Transaktionsregistern sicherstellen, dass die ihnen anvertrauten – zum Teil sensiblen – Daten nicht verloren gehen können und vor unbefugtem Zugriff geschützt sind.

Durchführung

In Deutschland gibt es derzeit kein Transaktionsregister, die Bundesbank beteiligt sich allerdings im Rahmen kooperativer Überwachungsvereinbarungen an der Überwachung ausländischer Transaktionsregister. Diese Regime der kooperativen Überwachung, die Behörden aus Nordamerika, Europa und Asien umfassen können, orientieren sich an den Anforderungen aus Verantwortlichkeit E der PFMIs für zwischenbehördliche Zusammenarbeit.

Seit Mai 2011 bestand für das damals weltweit einzige Transaktionsregister (Trade Information Warehouse, betrieben durch Warehouse Trust Company LLC der DTCC, Sitz in den USA) ein unter der Federführung der Federal Reserve Bank of New York einberufenes Oversight Committee. Neben der Bundesbank hatten sich europäische Zentralbanken und Wertpapieraufsichtsbehörden an der Überwachung beteiligt. Das global tätige Trade Information Warehouse wurde in mehrere separate regionale Transaktionsregister in den USA, in Asien und in Europa (DTCC Derivatives Repository Ltd, UK; DDRL) aufgeteilt, das Transaktionsdaten für Kreditderivate sowie für bestimmte Zins- und Aktienderivate registriert, und an dessen kooperativer Überwachung die Bundesbank beteiligt war.

Nach der Aufteilung des Trade Information Warehouse wurde das für seine Überwachung zuständige Oversight Committee aufgelöst und ein neues in Bezug auf DDRL etabliert. Dessen Aufgaben werden nach der Autorisierung von DDRL gemäß der EU-Verordnung EMIR und dem Übergang der alleinigen Zuständigkeit für die Aufsicht und Überwachung europäischer TR auf die European Securities Market Authority (ESMA) künftig durch andere, noch zu etablierende Gremien wahrgenommen.