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Malerei und Papierarbeiten

Blick in die 13. Etage der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank ist über Jahrzehnte hin dezentral gewachsen und wird an unterschiedlichen Standorten präsentiert. Dabei tragen die unterschiedlichen Schwerpunkte in den zahlreichen Niederlassungen zur Vielfalt der Sammlung bei und erlauben den Besuchern jeweils besondere Entdeckungen.

So begegnet man in der Zentrale in Frankfurt am Main bekannten Positionen der gegenständlichen und abstrakten Malerei, wie beispielsweise Werken von Georg Baselitz,  Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, K.O. Götz, Karl Hofer, Jörg Immendorff, Ernst Wilhelm Nay oder Emil Schumacher. In Hamburg findet sich ein Konvolut von Gemälden Eduard Bargheers. Die Niederlassungen der Bundesbank im Osten Deutschlands stellen Künstler aus den neuen Bundesländern in den Vordergrund.

Karl Hofer, Die Sinnende, 1936

Karl Hofer, Die Sinnende, 1936, Öl auf Leinwand, 100 x 70 cm [+] Karl Hofer, Die Sinnende, 1936, Öl auf Leinwand, 100 x 70 cm Aus heutiger Sicht wirkt „Die Sinnende“, obwohl 1936 entstanden, als zeichneten sich in dem Bildnis der jungen Frau bereits die fundamentalen Verwerfungen des folgenden Jahrzehntes ab. Nicht nur, dass die turbanartige Kopfbedeckung und der an eine ruinöse Häuserwand erinnernde Hintergrund sofort an die „Trümmerfrauen“ der Nachkriegszeit denken lässt, es ist vor allem der in sich gekehrte, nachdenklich-hoffnungslose Blick, der den politisch-gesellschaftlichen Zusammenbruch, die Katastrophe des Krieges und die tiefe Erschütterung durch Auschwitz zu spiegeln scheint.

Ein solches Menschenbild passte nicht in das Jahr der Olympiade, in der das nationalsozialistische Deutschland auf selbstbewusste Propaganda setzte. Karl Hofer war bereits 1934 als Professor an der Hochschule der bildenden Künste in Berlin entlassen worden, später wurden dann über 300 seiner Werke aus öffentlichen Sammlungen als „entartet“ entfernt.

Das künstlerische Anliegen von Hofer galt der Entwicklung allgemeingültiger, überzeitlicher Formen. Deshalb tilgte er alles Individuelle aus seinen Porträts, bevorzugte klare Kompositionen und einen tektonischen Bildaufbau. Seiner klassisch-idealistischen Auffassung der Figur blieb Hofer auch in den 1950er Jahren treu und konzentrierte sich als künstlerischer Einzelgänger weiter auf das Bild des Menschen.