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Malerei und Papierarbeiten

Blick in die 13. Etage der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank ist über Jahrzehnte hin dezentral gewachsen und wird an unterschiedlichen Standorten präsentiert. Dabei tragen die unterschiedlichen Schwerpunkte in den zahlreichen Niederlassungen zur Vielfalt der Sammlung bei und erlauben den Besuchern jeweils besondere Entdeckungen.

So begegnet man in der Zentrale in Frankfurt am Main bekannten Positionen der gegenständlichen und abstrakten Malerei, wie beispielsweise Werken von Georg Baselitz,  Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, K.O. Götz, Karl Hofer, Jörg Immendorff, Ernst Wilhelm Nay oder Emil Schumacher. In Hamburg findet sich ein Konvolut von Gemälden Eduard Bargheers. Die Niederlassungen der Bundesbank im Osten Deutschlands stellen Künstler aus den neuen Bundesländern in den Vordergrund.

K. O. Götz, Jan. 1955, 1955

K.O. Götz, Jan. 1955, Mischtechnik auf Leinwand, 45 x 60 cm [+] K.O. Götz, Jan. 1955, Mischtechnik auf Leinwand, 45 x 60 cm Karl Otto Götz, einziger deutscher Künstler der international besetzten Gruppe COBRA, war einer der wenigen, die versuchten, der abstrakten gestischen Malerei der Nachkriegszeit ein theoretisches Rückgrat und Öffentlichkeit zu verleihen. So gab er 1948 bis 1953 die Zeitschrift „Meta“ heraus, war Gründungsmitglied des Frankfurter Künstlerbundes „Quadriga“ und veröffentlichte Texte zur Wahrnehmungspsychologie.

Aus seiner Beschäftigung mit den Methoden der Surrealisten hatte Götz seine spezifische Technik mit Kleisterfarbe, breiten Pinseln und dem Rakel entwickelt. Sie war ein wichtiger Schritt, um mit malerischen und skripturalen Methoden formale und inhaltliche Veränderungen zu erreichen. K. O. Götz war stets ein Gegner der geometrischen Abstraktion und bediente sich einer Sprache, die heftig, emotional und formsprengend wirkte.

In der Arbeit „Jan. 1955“ kommen die zeitliche wie auch die tiefenräumliche Dimension seiner Kunst besonders zur Geltung. Die im ersten Malvorgang großflächig und bewusst schwerfällig angelegten Farbflächen werden durch den vehementen Eingriff mit dem Rakel zum räumlichen Ereignis. Mit fast pathetischem Schwung legt sich die weiße „negative“ Form über die zuvor entworfenen Farb- und Formentwicklungen. Begriffe wie Vorder- und Hintergrund, positiv und negativ sind nicht mehr eindeutig zu bestimmen. Das Bild selbst wird zum Seherlebnis.