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Malerei und Papierarbeiten

Blick in die 13. Etage der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank ist über Jahrzehnte hin dezentral gewachsen und wird an unterschiedlichen Standorten präsentiert. Dabei tragen die unterschiedlichen Schwerpunkte in den zahlreichen Niederlassungen zur Vielfalt der Sammlung bei und erlauben den Besuchern jeweils besondere Entdeckungen.

So begegnet man in der Zentrale in Frankfurt am Main bekannten Positionen der gegenständlichen und abstrakten Malerei, wie beispielsweise Werken von Georg Baselitz,  Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, K.O. Götz, Karl Hofer, Jörg Immendorff, Ernst Wilhelm Nay oder Emil Schumacher. In Hamburg findet sich ein Konvolut von Gemälden Eduard Bargheers. Die Niederlassungen der Bundesbank im Osten Deutschlands stellen Künstler aus den neuen Bundesländern in den Vordergrund.

Rupprecht Geiger, 429/65, 1965

Rupprecht Geiger, 429/65, 1965, Öl auf Leinwand, 220 x 176 cm [+] Rupprecht Geiger, 429/65, 1965, Öl auf Leinwand, 220 x 176 cm

Die erste Reaktion auf ein Bild von Rupprecht Geiger ist unmittelbar: Man wird von der Wucht der Farbe geradezu überwältigt. Denn dieses Rot, in das sich immer wieder Nuancen von Pink oder Orange mischen, erweckt zugleich Assoziationen an Gefahr und Leidenschaft. Sinnlichkeit kreuzt sich mit Aggression, Faszination mit Alarmbereitschaft. „Rot ist Leben, Energie, Potenz, Macht, Liebe, Wärme, Kraft. Rot macht high“, erklärte Geiger sein Faible für die plakativste, aber auch vielschichtigste aller Farben, die er so geschickt zu modulieren verstand, dass sich seine Leinwände zu imaginären Räumen weiten.

Es begann mit einem Lippenstift, den der Autodidakt in einem Care-Paket fand. Wenig später gründete Geiger mit Willi Baumeister, Fritz Winter und anderen die Künstlervereinigung „Zen 49“, die sich der Gegenstandslosigkeit verschrieb. Ab 1962 schuf Geiger, der zu den bedeutendsten abstrakten Künstlern der Nachkriegsgeschichte zählt, seine monochromen Farbfelder. Dabei ging es dem Künstler stets darum, die reine Farbe, möglichst befreit von gegenständlicher Form, als pures Erlebnis zu präsentieren, vibrierende Kontraste aus warmen und kalten Tönen zu schaffen und sie „in erregende Spannung zueinander“ zu setzen.

1965, als das Bild „429/65“ entstand, begann Geiger auch fluoreszierende Acrylfarben zu verwenden, die er mit der Spritzpistole auftrug, was die Intensität ihrer Wirkung noch steigerte. Die Bilder scheinen nun regelrecht zu glühen.