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Malerei und Papierarbeiten

Blick in die 13. Etage der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank ist über Jahrzehnte hin dezentral gewachsen und wird an unterschiedlichen Standorten präsentiert. Dabei tragen die unterschiedlichen Schwerpunkte in den zahlreichen Niederlassungen zur Vielfalt der Sammlung bei und erlauben den Besuchern jeweils besondere Entdeckungen.

So begegnet man in der Zentrale in Frankfurt am Main bekannten Positionen der gegenständlichen und abstrakten Malerei, wie beispielsweise Werken von Georg Baselitz,  Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, K.O. Götz, Karl Hofer, Jörg Immendorff, Ernst Wilhelm Nay oder Emil Schumacher. In Hamburg findet sich ein Konvolut von Gemälden Eduard Bargheers. Die Niederlassungen der Bundesbank im Osten Deutschlands stellen Künstler aus den neuen Bundesländern in den Vordergrund.

Cornelia Schleime, Frau mit Hund, 1994/95

Cornelia Schleime, Frau mit Hund, 1994/95 Acryl, Asphaltlack und Schellack auf Leinwand, 145 x 125 cm [+] Cornelia Schleime, Frau mit Hund, 1994/95 Acryl, Asphaltlack und Schellack auf Leinwand, 145 x 125 cm Eindringlich und auch etwas provokant blickt eine junge Frau mit ihrem Hund aus dem gezeichneten Medaillonrahmen. Offensichtlich von einer fotografischen Vorlage ausgehend, wirkt das Porträt vor allem durch die farbliche Verfremdung künstlich und wie aus der Zeit gefallen. Durch verschiedene technische Verfahren erzeugt Cornelia Schleime eine auffällig antikisierende Oberflächenstruktur. So trägt sie in Spiritus gelösten Schelllack auf und raut die Farbfläche mit Hilfe von Kaffeesatz oder Sand auf. Der Bildhintergrund wird mit Asphaltlack behandelt, sodass die Leinwand aufgerissen und schorfig wirkt.

Mit Menschen- und insbesondere mit Frauenbildern hat sich Cornelia Schleime in ihrem künstlerischen Werk immer wieder beschäftigt. Ironisch spielt sie dabei mit gängigen Klischees und Plattitüden: Da gibt es brave Mädchen mit langen Zöpfen oder erotisch aufgeladene Gesichter junger Frauen in Ordenstracht. Die Frau mit Hund hingegen verströmt Eleganz und Souveränität. Sie trägt nicht ihre Haut zu Markte, sondern hält die Fäden der Selbstdarstellung sicher in der Hand.