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Malerei und Papierarbeiten

Blick in die 13. Etage der Bundesbank-Zentrale in Frankfurt am Main Die Kunstsammlung der Deutschen Bundesbank ist über Jahrzehnte hin dezentral gewachsen und wird an unterschiedlichen Standorten präsentiert. Dabei tragen die unterschiedlichen Schwerpunkte in den zahlreichen Niederlassungen zur Vielfalt der Sammlung bei und erlauben den Besuchern jeweils besondere Entdeckungen.

So begegnet man in der Zentrale in Frankfurt am Main bekannten Positionen der gegenständlichen und abstrakten Malerei, wie beispielsweise Werken von Georg Baselitz,  Günter Fruhtrunk, Rupprecht Geiger, K.O. Götz, Karl Hofer, Jörg Immendorff, Ernst Wilhelm Nay oder Emil Schumacher. In Hamburg findet sich ein Konvolut von Gemälden Eduard Bargheers. Die Niederlassungen der Bundesbank im Osten Deutschlands stellen Künstler aus den neuen Bundesländern in den Vordergrund.

Thomas Scheibitz, Ohne Titel, 1995–96

Thomas Scheibitz, Ohne Titel, 1995-96, Öl auf Leinwand, 185 x 155 cm [+] Thomas Scheibitz, Ohne Titel, 1995-96, Öl auf Leinwand, 185 x 155 cm

Das Gefühl, in einer Welt voller austauschbarer Erlebnisse und gleichförmiger Biografien zu leben, ist eine zentrale Erfahrung der Moderne. Nicht nur, dass nahezu jede Region der Erde identische Konsummöglichkeiten und -angebote bereithält, eine expansive mediale Kommunikation hat zudem längst die Leitvorstellungen, Sehnsüchte, Wünsche und Träume der Menschen global normiert.

Auch in der Kunst hat sich eine internationale Sprache ausgeprägt, ein Repertoire, das nicht mehr hinterfragt werden muss, aber auch nicht mehr wirklich überrascht, erstaunt oder gar schockiert. Auf den ersten Blick arbeitet Thomas Scheibitz in seiner Malerei mit einem seit Langem verbindlichen abstrakten Formenkanon. Irritierend wirken in diesem Zusammenhang jedoch die Versatzstücke aus der realen Welt der Dinge, die in zahlreichen Bildern explizit oder nur angedeutet auftauchen. Sie stören den formalen Bildaufbau und die gegenstandsfreie „Reinheit“ des Bildes. Es entstehen Collagen aus Formen und Wirklichkeitssplittern, aus Verweisen auf die Kunstgeschichte und die Alltagskultur.

Das Bildermachen erweist sich als das eigentliche Thema: Wie kann man überhaupt noch malen in einer Zeit massenhafter digitaler Bildproduktion und -manipulation? Wohl nur, indem man den Finger genau auf die Wunde legt, die das gebrochene Verhältnis zwischen Malerei und Gegenwart gerissen hat.