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Skulpturen und Installationen

Victor Vasarely, Raumgestaltung Speisesaal, 1972, Kunststoff und Metall Victor Vasarely, Raumgestaltung Speisesaal, 1972, Kunststoff und Metall In den Niederlassungen der Deutschen Bundesbank sind zahlreiche Skulpturen und Installationen renommierter Künstler wie Tony Cragg, Bogomir Ecker, Alf Lechner oder Joseph Kosuth zu sehen. Meist wurden sie im Zusammenhang mit Neubauten als „Kunst am Bau“-Projekte für den konkreten Ort geschaffen oder erworben. Dabei reagieren die raumbezogenen Installationen in ganz unterschiedlicher Weise auf ihren Kontext: Tony Cragg fügt in Düsseldorf vier unterschiedliche Plastiken in das Gebäude, die sich thematisch auf das geografische und industrielle Umland beziehen, während Bogomir Ecker in Oldenburg den realen Stadtraum mit dem Inneren des Hauses verbindet.

Rafael Soto, Installation in der Eingangshalle der Zentrale, 1972

Jesús Rafael Soto, Installation in der Eingangshalle der Bundesbank-Zentrale, 1972, Metall und Holz [+] Jesús Rafael Soto, Installation in der Eingangshalle der Bundesbank-Zentrale, 1972, Metall und Holz

„Mondrians späte Werke – The Victory Boogie Woogie  – welche Lichter! Darin erkennt man die Anfänge der Vibration in der Malerei. Es schien mir […], dass er im Begriff war, das Bild auf optischem Weg in Bewegung zu versetzen […]“, schrieb der in Paris arbeitende Venezolaner Jesús Rafael Soto. Die Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts verband das Interesse an formalistischer Konstruktion mit dem Moment der Bewegung. Das begeisterte in den 1960er Jahren die Künstler der Op-Art – eine künstlerische Strömung, die ihren Anfang 1955 in der wegweisenden Ausstellung „Le Mouvement“ in der Pariser Galerie Denise René nahm. Sie war die erste Zusammenschau der wachsenden Zahl von Arbeiten, die die Möglichkeiten ausloteten, Bewegung in das Werk zu integrieren. Man wollte, wie Pontus Hultén im begleitenden Faltblatt schrieb, der herausragenden Entdeckung des 20. Jahrhunderts gerecht werden – dem Zeitfaktor, der vierten Dimension.

Bei Soto ist das Bewegungsmoment häufig bereits im Material seiner dreidimensionalen Bildobjekte gegeben. So scheint sich das dichte Geflecht in den „Vibrationsstrukturen“ beim Abschreiten aufzulösen, um sich dann zu neuen Ordnungen wieder zusammenzufinden. In den oft raumgreifenden Installationen wie zum Beispiel in der Eingangshalle der Frankfurter Zentrale ist stets die doppelte Bewegung durch Standortveränderung des Betrachters eingeschrieben. In diesem Sinne entsteht eine Kunst als Kritik der Wahrnehmung und des Bewusstseins.