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Das Banken- und Finanzsystem


Das Wichtigste im Überblick

  • Das Finanzsystem umfasst die Finanzintermediäre (insbesondere Banken), die Finanzmärkte und die finanzielle Infrastruktur. Aufgabe des Finanzsystems ist es, die Anbieter von Kapital mit den Nachfragern nach Kapital zusammenzubringen und dessen Austausch zu erleichtern. 
  • Das Bankensystem setzt sich aus der Zentralbank und den Geschäftsbanken zusammen. Geschäftsbanken sind Wirtschaftsunternehmen, die Dienstleistungen rund ums Geld anbieten. Sie vergeben Kredite, nehmen Einlagen herein und betreiben Zahlungsverkehrsgeschäfte. 
  • Neben den Banken sind weitere Finanzintermediäre im Finanzsystem auch Versicherungsunternehmen und Investmentfonds. Wichtiger Bestandteil des Finanzsystems sind die Wertpapiermärkte, auf denen Kapitalanbieter und -nachfrager zusammentreffen. Bedeutende Märkte sind die Renten- und Aktienmärkte. 
  • Die Internationalisierung des Finanzsystems eröffnet größere Finanzierungs- und Anlagemöglichkeiten, birgt aber auch neue Risiken. Im Laufe der Zeit sind neue Finanzierungsmöglichkeiten (z. B. neue Wertpapierformen) und neue Akteure an den Finanzmärkten (z. B. Hedgefonds) hinzugekommen. 
  • Der bisher schwersten Krise im Finanzsystem 2008 folgten eine weltweite Wirtschaftskrise sowie eine Staatsschuldenkrise. Zahlreiche Maßnahmen wurden national wie international in Gang gebracht, um den Folgen der Krisen zu begegnen.
  • Im Europäischen System der Finanzaufsicht (ESFS) sind die drei europäischen Aufsichtsbehörden EBA, EIOPA und ESMA, deren gemeinsamer Ausschuss, die nationalen Aufsichtsbehörden sowie der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) vertreten.
  • Die 2014 von den EU-Mitgliedsstaaten beschlossene Bankenunion umfasst einen Einheitlichen Aufsichtsmechanismus, einen Einheitlichen Abwicklungsmechanismus sowie grundsätzlich ein gemeinsames System der Einlagensicherung. Teilnehmer sind die Euro-Länder sowie EU-Länder, die freiwillig teilnehmen.
  • Der Einheitliche Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism, SSM), der auch als europäische Bankenaufsicht bezeichnet wird, ist bei der Europäischen Zentralbank angesiedelt.
  • Daneben sind nationale Aufsichtsbehörden in den Euro-Ländern für die Bankenaufsicht zuständig. In Deutschland ist das die Bundesbank zusammen mit der BaFin.
  • Mit den sogenannten „Basel III“-Vorschriften werden seit 2014
  • In der Europäischen Union schrittweise strengere Eigenkapital-   und Liquiditätsregeln für Banken umgesetzt.
  • In Deutschland existiert ein Einlagenschutz für Sicht-, Spar- und Termineinlagen von Nichtbanken. Neben der gesetzlichen Einlagensicherung gehören die meisten Banken auch privaten Einlagensicherungssystemen an. 
  • Der makroprudenzielle Ansatz hat das gesamte Finanzsystem im Blick und ergänzt die traditionelle (mikroprudenzielle) Bankenaufsicht über die einzelnen Institute. Auf europäischer Ebene ist der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (ESRB) für die makroprudenzielle Überwachung zuständig.
  • In Deutschland nimmt diese Aufgabe der Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) wahr. Die Deutsche Bundesbank ist Mitglied im AFS und hat dort ein Vetorecht.