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Die europäische Wirtschafts- und Währungsunion


Das Wichtigste im Überblick

  • In der dritten Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion haben Anfang 1999 elf EU-Länder den Euro als ihre gemeinsame Währung eingeführt. Den Euro gab es zunächst nur als Buchgeld, 2002 folgte die Einführung des Euro-Bargelds.
  • Das Eurosystem umfasst die Europäische Zentralbank (EZB) und die Zentralbanken der Euro-Länder. Das ESZB besteht aus der EZB und den Zentralbanken aller EU-Länder. Die Deutsche Bundesbank ist damit Teil von beidem.
  • Der EZB-Rat ist oberstes Beschlussorgan des Eurosystems. Er entscheidet über die Geldpolitik im Euro-Raum. Er setzt sich aus dem sechsköpfigen EZB-Direktorium sowie den Präsidenten der nationalen Zentralbanken des Eurosystems zusammen, darunter dem Präsidenten der Deutschen Bundesbank.
  • Bevor ein EU-Staat den Euro als Währung einführen darf, muss er vier Konvergenzkriterien erfüllen hinsichtlich Preisstabilität, Höhe der langfristigen Zinsen, Haushaltsdisziplin und Wechselkursstabilität.
  • Vorrangiges Ziel des Eurosystems ist es, Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Der HVPI ist der Preisindex, der die Entwicklung des Preisniveaus im Euroraum anzeigt.
  • Das Eurosystem definiert Preisstabilität als Anstieg des HVPI im Euroraum von unter 2 % gegenüber dem Vorjahr. Preisstabilität soll mittelfristig gewährleistet sein. Der EZB-Rat zielt dabei darauf ab, eine mittelfristige Preissteigerungsrate von unter, aber nahe 2 % zu erreichen.
  • Preisstabilität ist die Voraussetzung für eine funktionierende Wirtschaft. Inflation benachteiligt Sparer und Anleger. Sowohl Inflation als auch Deflation verzerren die Aussagekraft der Preise und beeinträchtigen das Wirtschaftswachstum.
  • Im Euro-Währungsgebiet ist die Geldpolitik zentralisiert, während die Finanzpolitik in der jeweiligen nationalen Verantwortung liegt. Die Geldpolitik muss von einer stabilitätsorientierten Finanzpolitik begleitet werden.
  • Für eine erfolgreiche stabilitätsorientierte Geldpolitik muss eine Zentralbank erfahrungsgemäß unabhängig sein. Das Eurosystem ist in mehrfacher Hinsicht unabhängig: institutionell, funktionell, finanziell und personell.
  • Es ist vertraglich festgelegt, dass in der Europäischen Union weder die Gemeinschaft noch ein Mitgliedstaat für die Schulden eines anderen haftet („No Bail-out“).
  • Im Stabilitäts- und Wachstumspakt haben sich die Euro-Länder verpflichtet, mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Zudem wurde von den meisten EU-Staaten eine „Schuldenbremse“ beschlossen.
  • Im Zuge der Schuldenkrise wurden zahlreiche Gegenmaßnahmen zur Stärkung der gemeinsamen Währung ergriffen. Unter anderem wurde der permanente „Rettungsschirm“ (ESM) errichtet, der Mitgliedsländern bei Bedarf Kredite unter strengen Auflagen gewährt.

Zusatzinformationen

Warum stabile Preise wichtig sind

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Was verbirgt sich hinter den Begriffen "Eurosystem", "Inflation" und "Deflation"? Der Animationsfilm erklärt diese Begriffe und andere Zusammenhänge leicht verständlich.