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Zahlungsbilanz

Die deutsche Zahlungsbilanz ist eine umfassende systematische Darstellung der wirtschaftlichen Transaktionen zwischen In– und Ausländern innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Darüber hinaus ist sie ein bedeutender Baustein für die konsolidierten Zahlungsbilanzen des Euroraums und der Europäischen Union.

Methodische Erläuterungen

In der Zahlungsbilanz werden die wirtschaftlichen Transaktionen einer Volkswirtschaft mit der übrigen Welt für eine bestimmte Periode systematisch zusammengefasst. Sie ist daher keine Bilanz im Sinne einer zeitpunktbezogenen Vermögensaufstellung, sondern eine Stromrechnung. Auch werden nicht nur Transaktionen, die mit einer grenzüberschreitenden Zahlung verbunden sind, erfasst, sondern darüber hinaus auch Geschäfte, die zu keiner oder keiner unmittelbaren Zahlung führen.

Die Zahlungsbilanz gliedert sich in folgende Teilbilanzen:

  • Leistungsbilanz: Warenhandel, Dienstleistungen, Primäreinkommen und Sekundärkommen. Für die Teilbilanzen der Leistungsbilanz liegen sowohl Ursprungswerte als auch saison- und kalenderbereinigte Werte vor.
  • Vermögensänderungsbilanz
  • Kapitalbilanz: Direktinvestitionen, Wertpapieranlagen, Finanzderivate und Mitarbeiteraktienoptionen, übriger Kapitalverkehr, Währungsreserven.
  • Restposten: Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen
Abbildung: Zahlungsbilanz nach BPM6 [+] Abbildung: Zahlungsbilanz nach BPM6

Mit der Veröffentlichung der Angaben für den Berichtsmonat Mai 2014 richtet sich die deutsche Zahlungsbilanzstatistik bezüglich der Konzepte und Definitionen sowie bei der Darstellung der Ergebnisse nach den methodischen Vorgaben des 6. Zahlungsbilanzhandbuches des Internationalen Währungsfonds (BPM6). Ausführliche Informationen der methodisch bedingten Umstellungsauswirkungen von BPM5 auf BPM6 enthält der Monatsberichtsaufsatz der Deutschen Bundesbank vom Juni 2014 "Änderungen in der Methodik und Systematik der Zahlungsbilanz und des Auslandsvermögensstatus".

Die Zahlungsbilanzstatistik ist ein wichtiger statistischer Indikator für die Außenwirtschaft innerhalb des "Special Data Dissemination Standard Plus" (SDDS Plus) des IWF. Auf dem Dissemination Standards Bulletin Board (DSBB) des IWF stehen sog. Metadaten zur Verfügung, die das methodische, konzeptionelle und institutionelle Rahmengerüst der deutschen Zahlungsbilanz beschreiben (englischsprachig).

Inwiefern Länder gewisse international anerkannte statistische Standards erfüllen, dokumentiert der IWF in seinen Data-ROSCs (Reports on the Observance of Standards and Codes). Der Data-ROSC für Deutschland wurde im Jahr 2005 erstellt und stellt unter anderem die Ergebnisse der Überprüfung der Zahlungsbilanzstatistik dar.

Weitere methodische Informationen lassen sich der Veröffentlichung "European Union Balance of Payments and International Investment Position statistical sources and methods - B.o.p. and i.i.p. book" entnehmen, die für alle EU-Mitgliedsländer die Methoden zur Erstellung der Zahlungsbilanz und des Auslandsvermögensstatus beinhaltet.

Die Deutsche Bundesbank erstellt einen standardisierten Qualitätsbericht für die Zahlungsbilanzstatistik und den Auslandsvermögensstatus, der im Rahmen der statistischen Qualitätssicherung für Statistiken, die den MIP Indikatoren beim Verfahren bei makroökonomischen Ungleichgewichten (Macroeconomic Imbalance Procedure - MIP) zugrunde liegen, publiziert wird.

Nähere Informationen zu methodischen Anpassungen der Zahlungsbilanzstatistik im Zeitverlauf sind in ausgewählten Aufsätzen des Monatsberichts der Deutschen Bundesbank zu finden (siehe rechte Spalte unter "Publikationen"):

  • Änderungen in der Methodik und Systematik der Zahlungsbilanz und des Auslandsvermögensstatus Auszug aus: Monatsbericht Juni 2014
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2011 Auszug aus: Monatsbericht März 2012. (Zum ausgedehnten Auf und Ab des Leistungsbilanzüberschusses Deutschlands gegenüber den EWU-Partnerländern zwischen 1999 und 2011; Kapitalerträge und Bewertungseffekte grenzüberschreitender Direktinvestitionen; Leistungsverkehr, Kapitalverkehr und TARGET2)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2007 Auszug aus: Monatsbericht März 2008. (Zertifikate und Optionsscheine in der Zahlungsbilanz)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2004 Auszug aus: Monatsbericht März 2005. (Darstellung grenz-überschreitender Bargeldtransaktionen in der Zahlungsbilanz; Einführung der periodengerechten Erfassung von Zinserträgen - Accrual Prinzip)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 2002 Auszug aus: Monatsbericht März 2003. (Die Erfassung des Reiseverkehrs in der Zahlungsbilanzstatistik im Jahr 2001)
  • Die deutsche Zahlungsbilanz im Jahr 1998 Auszug aus: Monatsbericht März 1999. (Weitere Anpassungen an die Neufassung der Richtlinien des Internationalen Währungsfonds)
  • Änderungen in der Systematik der Zahlungsbilanz Auszug aus: Monatsbericht März 1995. (Änderungen im Konzept und in der Präsentation der Zahlungsbilanz als Folge geänderter internationaler Vorgaben)

Zusatzinformationen

Hinweis: Aktuelle Revisionen zum Beiheft 3 Zahlungsbilanzstatistik, September 2017

Im Rahmen einer außerordentlichen Revision des vierteljährigen Auslandsvermögensstatus wurden neue Angaben aus Sekundärquellen berücksichtigt, welche zu Korrekturen in der Zahlungsbilanzstatistik führten. Dies sind insbesondere Daten der BIZ über Einlagen deutscher Nichtbanken bei Banken im Ausland und Angaben zu den deutschen Auslandsverbindlichkeiten aus Euro-Banknotenemissionen.