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Erwartungskanal

Als Erwartungskanal wird ein theoretisches Konzept bezeichnet, das die Wirkung geldpolitischer Maßnahmen auf die Inflationserwartungen der Banken und Nichtbanken beschreibt. Beispielsweise bewirkt die Senkung des Leitzinses keine Senkung auch der langfristigen Zinsen am Kapitalmarkt, wenn erwartet wird, dass die Inflation aufgrund der expansiven Geldpolitik künftig zunehmen wird. Denn die Anleger kalkulieren in diesem Fall die erwarteten höheren Inflationsraten in die von ihnen geforderten Renditen für langfristig bereitgestelltes Fremdkapital ein. Ähnlich reagieren Unternehmen in ihrer Preissetzung und Tarifparteien bei der Lohnfindung nicht erst, wenn sich an den Märkten die Angebots- und Nachfragebedingungen verändern, sondern bereits vorher aufgrund ihrer durch Erfahrung gewonnenen Erwartungen über die künftige Inflationsentwicklung. Die Geldpolitik kann dieses Verhalten für sich nutzen, wenn sie sich den Ruf erworben hat, Inflation immer entschieden zu bekämpfen. Denn dann haben die Wirtschaftsteilnehmer keine Veranlassung, künftig höhere Inflationsraten in Renditen, Preise und Löhne einzukalkulieren.

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