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Pressenotiz 12.02.2013

Nettotilgungen am Rentenmarkt im Dezember 2012

Rentenmarkt

Am deutschen Rentenmarkt war die Emissionstätigkeit im Dezember 2012 wie häufig zum Ende eines Jahres – deutlich schwächer als im Vormonat. Insgesamt wurden inländische Schuldverschreibungen für 74,1 Mrd € emittiert, verglichen mit 133,9 Mrd € im November. Nach Abzug der gegenüber dem Vormonat ebenfalls gesunkenen Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten verringerte sich der Umlauf heimischer Rentenwerte um 39,4 Mrd €. Darüber hinaus wurden im Dezember ausländische Schuldverschreibungen für netto 6,2 Mrd € in Deutschland abgesetzt, sodass im Ergebnis 33,2 Mrd € an die Anleger zurückflossen.

Die öffentliche Hand tilgte im Berichtsmonat Rentenmarktverbindlichkeiten für per saldo 24,8 Mrd €, nach 2,6 Mrd € im Monat zuvor. Der Bund tilgte vor allem zweijährige Schatzanweisungen (13,7 Mrd €) und zehnjährige Anleihen (5,8 Mrd €). Auch die Länder reduzierten im Dezember ihre Kapitalmarktverschuldung, und zwar um 3,3 Mrd €. Im gesamten Jahr 2012 betrug der Netto-Absatz öffentlicher Schuldverschreibungen (einschließlich der Emissionen der dem Staatssektor zuzurechnenden Abwicklungsanstalten) jedoch 86,1 Mrd €, verglichen mit 59,5 Mrd € im Jahr davor.

Die Kreditinstitute führten im Dezember ihre heimische Kapitalmarktverschuldung weiter zurück, und zwar um 20,1 Mrd €. Die größten Rückflüsse waren im Ergebnis bei den Schuldverschreibungen der Spezialkreditinstitute (10,6 Mrd €) sowie bei den flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen (7,7 Mrd €) zu verzeichnen.

Inländische Unternehmen nutzten die günstigen Finanzierungsbedingungen am Kapitalmarkt und emittierten im Berichtsmonat Anleihen für netto 5,5 Mrd €, nach 4,8 Mrd € im Vormonat. Dies ist per saldo ausschließlich auf nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften zurückzuführen (7,7 Mrd €). Kurzfristige und langfristige Anleihen hielten sich bei den Nettoemissionen in etwa die Waage.

Auf der Erwerberseite haben sich im Ergebnis alle Investorengruppen von Rentenwerten getrennt. Vor allem ausländische Investoren, die in den Monaten zuvor angesichts der hohen Unsicherheit in großem Umfang inländische Anleihen erworben hatten, und inländische Kreditinstitute reduzierten ihren Bestand an Rentenpapieren (18,2 Mrd € bzw. 11,6 Mrd €). Die inländischen Nichtbanken gaben zinstragende Werte für per saldo 3,5 Mrd € ab; dabei handelte es sich im Ergebnis ausschließlich um inländische Titel.

Aktienmarkt

Am deutschen Aktienmarkt wurden im Dezember junge Aktien für 0,4 Mrd € begeben, und zwar weit überwiegend von börsennotierten Unternehmen. Darüber hinaus wurden ausländische Aktien für 9,7 Mrd € in Deutschland abgesetzt (November: 1,6 Mrd €). Erworben wurden Aktien im Dezember vorrangig von heimischen Kreditinstituten, die Dividendenwerte für 6,1 Mrd € kauften. Auch inländische Nichtbanken nahmen Aktien für per saldo 4,8 Mrd € in ihre Bestände. Ausländische Anleger verringerten hingegen ihre Aktienbestände in Deutschland um 0,8 Mrd €.

Investmentfonds

Bei den inländischen Investmentfonds kamen im Berichtsmonat mit 19,1 Mrd € deutlich mehr Mittel auf als im Vormonat (6,8 Mrd €). Die Zuflüsse erhielten nahezu ausschließlich die den institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds (18,4 Mrd €). Unter den Publikumsfonds verzeichneten vor allem Rentenfonds sowie Aktienfonds Mittelzuflüsse in Höhe von jeweils 0,6 Mrd €. Ausländische Fondsgesellschaften setzten am deutschen Markt Fondsanteile für 5,1 Mrd € ab. Erworben wurden Investmentfondsanteile nahezu ausschließlich von inländischen Nichtbanken (23,6 Mrd €) sowie in geringem Umfang von gebietsfremden Investoren (0,5 Mrd €). Kreditinstitute veränderten im Ergebnis ihren Fondsbestand nur marginal.

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