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Pressenotiz 05.12.2014

Neue Bundesbank-Prognose: Deutsche Wirtschaft weiter in guter Verfassung

Nachdem auch der sehr milde Winter für einen starken Jahresauftakt der deutschen Wirtschaft gesorgt hat, hat sich die Konjunktur im weiteren Jahresverlauf überraschend deutlich abgeschwächt. "Es besteht jedoch die begründete Hoffnung, dass sich die aktuelle Schwächephase als vorübergehend erweist", kommentierte Bundesbankpräsident Jens Weidmann die neue Halbjahresprognose seines Hauses. Weidmann begründete die zuversichtliche Einschätzung mit der insgesamt immer noch bemerkenswert guten Verfassung der deutschen Wirtschaft. "Dies kommt nicht nur der Binnenkonjunktur zugute, sondern erlaubt auch, Chancen auf Auslandsmärkten wahrzunehmen", erklärte Weidmann. Diese sollten sich im Verlauf des kommenden Jahres wieder in größerem Maß ergeben. 

Gesamtwirtschaftliche Produktion 

Unter diesen Bedingungen könnte die deutsche Wirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank-Volkswirte im laufenden Jahr um 1,4 % und im kommenden Jahr um 1,0 % (kalenderbereinigt 0,8 %) wachsen. Für das Jahr 2016 erwarten die Experten einen realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,6 % (kalenderbereinigt 1,5 %). Bei einem Potenzialwachstum von gut 1 % pro Jahr sollte sich der Nutzungsgrad der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten damit über den gesamten Prognosehorizont im Bereich der Normalauslastung bewegen. Die Beschäftigung würde weiter zulegen. Für die Staatsfinanzen zeichnet sich im kommenden Jahr angesichts stärkerer Ausgabenzuwächse wieder ein leichtes Defizit ab, sagen die Bundesbank-Volkswirte voraus. 

Preisentwicklung 

Angesichts der guten Arbeitsmarktlage werden die Löhne zudem weiter spürbar steigen. Dazu wird auch der neue allgemeine Mindestlohn beitragen. Die Teuerung könnte sich nach der Prognose gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von 0,9 % im laufenden Jahr auf 1,1 % im kommenden Jahr und dann weiter auf 1,8 % im Jahr 2016 verstärken. Die Inflationsrate ohne Berücksichtigung der Energiepreise dürfte sich infolge der spürbar steigenden Löhne bis zum Jahr 2016 auf 2 % erhöhen. 

Risikobeurteilung 

Seit Abschluss der Prognose sind die Rohölnotierungen nochmals erheblich gesunken. Gegenüber den Prognoseannahmen ergibt sich im Mittel ein Abschlag von gut 11 %. "Ein solcher Rückgang des Rohölpreises wirkt über die Entlastung der Lebenshaltungskosten der Haushalte und der Produktionskosten der Unternehmen wie ein kleines Konjunkturprogramm", sagte Bundesbankpräsident Weidmann. "Verbleibt der Rohölpreis längere Zeit auf diesem gedrückten Niveau, könnte das Wirtschaftswachstum in den beiden kommenden Jahren jeweils um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte besser als erwartet ausfallen", äußerte er sich zuversichtlich. Die HVPI-Rate würde dann allerdings nach Einschätzung der Bundesbank-Volkswirte im kommenden Jahr vermutlich um ½ Prozentpunkt niedriger sein. Zu Anfang 2015 könnte die Inflationsrate in einzelnen Monaten auch nahe Null liegen. Leicht geringere Teuerungsraten wären auch für 2016 anzusetzen.

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