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Pressenotiz 13.04.2017

Geldvermögensbildung und Außenfinanzierung in Deutschland im vierten Quartal 2016

Sektorale Ergebnisse der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung

Das Geldvermögen der privaten Haushalte stieg gegenüber dem dritten Quartal 2016 spürbar um 98 Mrd € oder 1,8 % und belief sich zum Ende des vierten Quartals auf 5 586 Mrd €. Zum Anstieg trugen kräftige Bewertungsgewinne in Höhe von gut 53 Mrd € beim gehaltenen Geldvermögen bei, darunter insbesondere bei Aktien und Anteilen an Investmentfonds. Die auf Transaktionen beruhende Geldvermögensbildung fiel ähnlich kräftig aus wie in den beiden Vorquartalen und belief sich auf etwa 45 Mrd €. Der beobachtete Aufwärtstrend der vergangenen drei Jahre schwächte sich damit jedoch etwas ab. Die bereits seit einiger Zeit vorherrschende Präferenz für liquide und risikoarme Anlagen hielt insgesamt an. Der weitaus größte Teil der Mittel floss abermals in Bargeld und Einlagen, wo die Zuflüsse den zweithöchsten Wert seit 1999 erreichten. Hingegen fiel das in den Vorquartalen noch starke Engagement in Aktien und Anteilen an Investmentfonds spürbar schwächer aus. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte um knapp 9 Mrd € an. Das Nettogeldvermögen erhöhte sich damit gegenüber dem Vorquartal um 90 Mrd € oder 2,3 % auf 3 915 Mrd €. Das Nettogeldvermögen der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften stieg zeitgleich um 62 Mrd € oder 3,4 % auf minus 1 750 Mrd € zum Ende des vierten Quartals. 

Private Haushalte: Aufwärtstrend der Geldvermögensbildung leicht abgeschwächt bei gleichzeitig kräftiger Außenfinanzierung

Die transaktionsbedingte Geldvermögensbildung der privaten Haushalte in Deutschland war im vierten Quartal 2016 mit 45 Mrd € weiterhin hoch. Der seit Ende 2013 anhaltende Aufwärtstrend schwächte sich jedoch leicht ab. Mit per saldo 45 Mrd €, dem zweithöchsten Wert seit dem Jahr 1999, floss der Großteil der Mittel in Bargeld und Sichteinlagen. Termin- und Spareinlagen sowie Sparbriefe blieben weitgehend unverändert. Vor dem Hintergrund des Niedrigzinsumfelds der vergangenen Jahre hielt die Präferenz der privaten Haushalte für besonders liquide Einlagen somit an. Auch Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionseinrichtungen, die ähnlich den Bankeinlagen typischerweise als risikoarm wahrgenommen werden, wurden mit knapp 20 Mrd € in deutlichem Umfang aufgebaut. Der Aufbau entsprach dabei in etwa dem Vorjahreswert. 

Das Engagement der privaten Haushalte an den Kapitalmärkten hingegen war verglichen mit den Vorquartalen eher verhalten: Aktien und sonstige Anteilsrechte wurden per saldo im Umfang von fast 1 Mrd € verkauft, was insbesondere börsennotierte Aktien inländischer Kapitalgesellschaften betraf. Börsennotierte Aktien aus dem Ausland verzeichneten gleichzeitig leichte Mittelzuflüsse, was für ein gewisses Renditebewusstsein spricht, da ausländische Anlagen typischerweise als riskanter wahrgenommen werden und folglich in Erwartung höherer Renditen erworben werden. Schuldverschreibungen verzeichneten auch im vierten Quartal 2016 Abflüsse, die mit 3 Mrd € ähnlich ausfielen wie zuvor. Diese Mittelabflüsse dürften vor dem Hintergrund des schwachen Renditeumfelds zu sehen sein. Nur etwas schwächer als zuvor war mit Zuflüssen von gut 5 Mrd € hingegen der Erwerb von Anteilen an Investmentfonds, darunter primär Aktien- und gemischte Wertpapierfonds. Angesichts des im vierten Quartal insgesamt geringen Engagements an den Kapitalmärkten blieb die Risikoaversion im Berichtszeitraum weiter bestehen. Sie scheint sich im Jahr 2016 insgesamt aber erneut verringert zu haben, da das Kapitalmarktengagement über das gesamte Jahr eher stark ausfiel. 

Das im Berichtsquartal günstige Kapitalmarktumfeld bescherte den privaten Haushalten in Deutschland zusätzlich zur transaktionsbedingten Zunahme des Geldvermögens merkliche Bewertungsgewinne, die für sich genommen das gehaltene Geldvermögen um 53 Mrd € erhöhten. Hiervon waren neben börsennotierten Aktien aus dem Ausland vor allem auch börsennotierte Aktien inländischer Emittenten sowie Anteile an Investmentfonds betroffen. Auch im Jahresverlauf trugen die Bewertungsänderungen bei Aktien und Investmentfondsanteilen insgesamt positiv zum Anstieg des Geldvermögens bei. Die transaktions- und bewertungsbedingten Änderungen führten im vierten Quartal zusammen zu einem deutlichen Anstieg des Geldvermögens um etwa 98 Mrd € oder 1,8 % auf 5 586 Mrd € zum Ende des Quartals. Der Anstieg gegenüber dem vierten Quartal 2015 betrug 4,6 %. 

Im Rahmen der Außenfinanzierung nahmen die privaten Haushalte Mittel in Höhe von etwa 9 Mrd € – und damit weniger als im starken Vorquartal – in Anspruch; auf Jahressicht nahm die Außenfinanzierung aber leicht zu. Insgesamt setzte sich der seit Mitte 2013 anhaltende Aufwärtstrend damit fort. Diese Mittel wurden im vierten Quartal 2016 überwiegend von inländischen Banken vergeben. Es handelte sich dabei vor allem um Wohnungsbaukredite. Die Verbindlichkeiten stiegen damit um knapp 9 Mrd € oder 0,5 % auf 1 671 Mrd €. Zusammen mit der Entwicklung des Geldvermögens führte dies zu einem Anstieg des Nettogeldvermögens um 90 Mrd € oder 2,3 % auf 3 915 Mrd €. Da das Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts im Berichtsquartal stärker ausfiel als der Anstieg der Verschuldung, sank die Verschuldungsquote, definiert als Anteil der gesamten Verbindlichkeiten am nominalen Bruttoinlandsprodukt (gleitende Vierquartalssumme), leicht um 0,1 Prozentpunkte und lag somit zum Quartalsende bei 53,3 %. Gegenüber dem Vorjahreswert ergab sich damit ein Rückgang um 0,2 Prozentpunkte. 

Nichtfinanzielle Kapitalgesellschaften: Geldvermögensbildung kräftig, Außenfinanzierung schwach 

Bei den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften war die transaktionsbedingte Geldvermögensbildung im vierten Quartal 2016 mit gut 51 Mrd € relativ kräftig. Vor allem wurden Aktien und sonstige Anteilsrechte erworben (33 Mrd €), darunter insbesondere börsennotierte Aktien aus dem In- und Ausland. Auch Bargeld und Einlagen wurden aufgebaut, darunter mit knapp 16 Mrd € maßgeblich Sichteinlagen (einschl. Bargeld). Mit Zuflüssen von 14 Mrd € stiegen auch die Kreditforderungen nichtfinanzieller Kapitalgesellschaften, insbesondere gegenüber dem Ausland. Deutliche Abflüsse von 9 Mrd € per saldo traten dagegen bei den sonstigen Forderungen auf, worunter auch Handelskredite und Anzahlungen fallen. In geringerem Umfang gab es auch bei Schuldverschreibungen Abflüsse, die bei der Geldvermögensbildung jedoch insgesamt keine bedeutende Rolle spielten. 

Die Außenfinanzierung der nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften betrug im Berichtsquartal 15 Mrd € und war damit merklich schwächer als im dritten Quartal, überstieg den Vorjahreswert gleichzeitig aber bei Weitem. Die bedeutendste Finanzierungsquelle waren sonstige Verbindlichkeiten, darunter primär Handelskredite und Anzahlungen, die im Umfang von 25 Mrd € in Anspruch genommen wurden. Auch die Finanzierung über Schuldverschreibungen aus dem In- sowie dem Ausland schlug mit insgesamt 6 Mrd € stärker zu Buche als im Vorquartal. Die Mittelzuflüsse aus der Emission von Aktien und sonstigen Anteilsrechten beliefen sich per saldo auf 1 Mrd €. Darunter wurden Verbindlichkeiten in Form börsennotierter Aktien gegenüber anderen Kapitalgesellschaften im Inland um knapp 19 Mrd € ausgeweitet, während jene gegenüber privaten Haushalten und dem Ausland gleichzeitig um 18 Mrd € verringert wurden. Verbindlichkeiten in Form von Krediten wurden insgesamt im Umfang von 3 Mrd € getilgt. 

Neben dem transaktionsbedingten Anstieg von Geldvermögen und Verbindlichkeiten gab es spürbare Bewertungsänderungen, die nicht nur das Geldvermögen um 121 Mrd €, sondern auch die Verbindlichkeiten um 96 Mrd € erhöhten. Das Nettogeldvermögen stieg damit im vierten Quartal um insgesamt 62 Mrd € und erreichte minus 1 750 Mrd €. Die Verschuldungsquote, definiert als Anteil der Summe von Schuldverschreibungen, Krediten und Pensionsrückstellungen am nominalen Bruttoinlandsprodukt (gleitende Vierquartalssumme), lag am Ende des vierten Quartals bei 61,5 %. Da das nominale Bruttoinlandsprodukt kräftiger wuchs als die Verschuldung, sank die Verschuldungsquote gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozentpunkte. Im Vergleich zum Vorjahreswert kam es hingegen zu einem Anstieg von 0,5 Prozentpunkten. 

Aufgrund zwischenzeitlich durchgeführter Revisionen der gesamtwirtschaftlichen Finanzierungsrechnung sowie der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sind die Angaben dieser Pressenotiz nicht mit denen früherer Pressenotizen vergleichbar.

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