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Rede Frankfurt am Main | 01.12.2014
Carl-Ludwig Thiele Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank

Die künftige Bargeldversorgung in Deutschland aus Sicht der Deutschen Bundesbank

25-jähriges Jubiläum der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste e. V.

1 Einleitung

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Feldmann,

sehr geehrter Herr Mewes,

meine sehr verehrten Damen und Herren,

ich danke Ihnen für die Einladung zur heutigen Festveranstaltung und gratuliere der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) im Namen der Deutschen Bundesbank ganz herzlich zum 25-jährigen Jubiläum.

Meine Glückwünsche gelten aber nicht nur der BDGW als Vereinigung, sondern auch den Mitgliedsunternehmen und deren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Es ist schon eine besondere Ehre, dass wir heute hier in Frankfurt – der Geburtsstadt der BDGW – im Kaisersaal des Frankfurter Römers zusammenkommen. Frankfurt ist auch der Geburtsort der Bank deutscher Länder, die bereits 1948 errichtet wurde. 1957 wurde aus der Bank deutscher Länder die Deutsche Bundesbank, die ihren Sitz direkt im Herzen Frankfurts an der Taunusanlage hatte, bevor der Neubau in Frankfurt-Ginnheim 1972 bezogen wurde. Zudem hat seit dem 1. Juni 1998 die Europäische Zentralbank in Frankfurt ihren Sitz, die gerade in der vergangenen Woche ihren Neubau im Ostend mit einem traumhaften Blick auf die Skyline bezogen hat.

Erlauben Sie mir nun noch ein paar Worte zur aktuellen wirtschaftlichen Situation zu verlieren. Momentan werden die niedrigen Zinsen von verschiedener Seite aus beklagt. Ein Zins, der fast bei null liegt, führt dazu, dass zum einen sichere Kapitalanlagen nahezu keine Renditen für die Sparer abwerfen. Das erhöht letztlich natürlich auch die Attraktivität des Bargelds, was im kräftigen Anstieg des Euro- Bargeldumlaufs zum Ausdruck kommt. Zum anderen entsteht aber auch die Gefahr, dass auf längere Sicht gesehen Investoren zu hohe Risiken eingehen. Allerdings dürfen wir nicht vergessen, dass das Ziel der Bundesbank zu D-Mark-Zeiten wie auch der EZB zu Euro-Zeiten darin besteht, Preisstabilität zu gewährleisten. Damit die Inflationsrate im Euro-Raum unter, aber nahe zwei Prozent liegt, ist im gegenwärtigen wirtschaftlichen Umfeld eine sehr großzügige Geldpolitik mit außerordentlich niedrigen Zinsen notwendig. Von diesen niedrigen Zinsen profitieren die Bürgerinnen und Bürger übrigens in ihrer Eigenschaft als Arbeitnehmer, da ihre Arbeitsplätze sicherer werden, als Immobilienkäufer, da Kreditzinsen niedrig sind, und als Steuerzahler, da der Finanzminister Zinsausgaben spart.

Aber zurück zum eigentlichen Thema meiner Rede: Innerhalb der vergangenen 25 Jahre hat sich das Anforderungsprofil für Ihre Branche gravierend gewandelt. Ihre Vereinigung hat sich immer flexibel gezeigt und sich auf neue Rahmenbedingungen eingestellt. Offensichtlich wurde dies auch mit der Umbenennung Ihres Verbandes von Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Werttransporte in Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste im Jahr 2002.

Ich möchte mich heute im Namen der Deutschen Bundesbank für die konstruktive Zusammenarbeit mit der BDGW bedanken. Bei dieser Gelegenheit möchte ich die Position der Bundesbank zu ausgewählten Bargeldthemen verdeutlichen. Gestatten Sie mir zunächst einige allgemeine Anmerkungen zur Bedeutung von Bargeld, dem uns verbindenden Medium.

2 Die Bedeutung von Bargeld in Deutschland

In den vergangenen 25 Jahren hat sich im baren Zahlungsverkehr einiges bewegt. In diese Zeitspanne fallen unter anderem die Einführung der D-Mark nach dem Fall der Mauer in der damaligen DDR und die Einführung des Euro für alle Bundesbürger, mit der sich der Währungsraum erheblich vergrößert hat.

Die Schaffung des Eurosystems hat unweigerlich zur Vermischung der unterschiedlichen Kulturen und Gebräuche in den nationalen Bargeldkreisläufen geführt. Daneben haben die zunehmende Automation in Form von Cash-Recycling-Geräten und der sukzessive Rückzug der Banken aus dem eigenständigen Bargeldhandling – durch Aufgabe beziehungsweise Outsourcing der Hauptkassenfunktion – die Herausforderungen für Ihre Vereinigung und die Aufgaben Ihrer Mitgliedsunternehmen erheblich gewandelt. Zum klassischen Geld- und Werttransportgeschäft sind Aufgaben im Bargeldmanagement hinzugekommen, so zum Beispiel das Zählen und Abstimmen der Einzahlungseinheiten, das Aufbereiten der Banknoten für Geldausgabeautomaten in Ihren Cash Centern und der Geldautomaten-Service für Banken. Dies alles bietet Ihrer Branche ein breites Spektrum an Dienstleistungen.

Obwohl Bargeld zunehmend im Vergleich – ja mitunter sogar im Wettbewerb – mit unbaren Zahlungsmitteln steht, ist dessen Beliebtheit in Deutschland weiterhin ungebrochen. Schon Dostojewski sagte 1861: "Geld bedeutet doch geprägte Freiheit". Da es sich zu dieser Zeit nur um Münzen handeln konnte, denn nur Münzen sind geprägt, war selbstverständlich Bargeld gemeint. Dieses scheint auch heute noch die Mehrheit der Bürger so zu sehen. Die Analysen der Deutschen Bundesbank zeigen am Verkaufspunkt oder Neudeutsch am Point of Sale (PoS) eine klare Bargeldpräferenz der Ver­braucher. Nach unserer vergangenen Studie aus dem Jahr 2011 wird Bargeld bei mehr als 80 % aller Transaktionen genutzt – primär für Kleinbetragszahlungen. Der wertmäßige Anteil beläuft sich mit 53 % auf mehr als die Hälfte aller Transaktionen.

Dennoch beobachten wir, dass der hohe Bargeldanteil am PoS in Deutschland langsam, aber kontinuierlich abnimmt. Ob und wie sich dieser Trend fortsetzt, hängt unter anderem von dem technischen Fortschritt bei baren und unbaren Zahlungsmitteln, dem Konsumentenverhalten und der Akzeptanz technischer Innovationen ab. Auch die Preispolitik der Anbieter von Bargelddienstleistungen im Verhältnis zu der Preispolitik für unbare Bezahlverfahren ist relevant. Wir warten derzeit sehr gespannt auf die Ergebnisse unserer laufenden Studie – der dritten Studie – zum Zahlungsverhalten in Deutschland, über die ich voraussichtlich im ersten Quartal des nächsten Jahres berichten werde.

Erlauben Sie mir dennoch zu mutmaßen: Bargeld wird bis auf weiteres das meistgenutzte Zahlungsmittel am Point of Sale sein. Somit bleibt unsere gemeinsame Arbeitsgrundlage Bargeld auch in Zukunft erhalten, wobei ich betonen möchte, dass die Deutsche Bundesbank die Entscheidung der Bürgerinnen und Bürger, mit Bargeld oder mit Karte zu bezahlen, weiterhin nicht beeinflussen wird.

3 Erfolgreiche Kooperation im baren Zahlungsverkehr

Die BDGW und die Deutsche Bundesbank blicken auf eine langjährige erfolgreiche, vertrauensvolle und konstruktive, wenn auch nicht immer konfliktfreie Beziehung zurück, die insbesondere von gegenseitigem Respekt und Fairness geprägt war und ist. Diese gemeinsame Basis ist unerlässlich, um dem Bargeldkreislauf zu mehr Sicherheit zu verhelfen.

Bargeldversorgung in Deutschland heißt, zusammen mit allen Akteuren im Bargeldkreislauf Verantwortung zu übernehmen. Die BDGW und ihre Mitgliedsunternehmen haben in der jüngeren Vergangenheit mehrmals bewiesen, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Bargeldversorgung in Deutschland leisten. Die BDGW macht durch ihre Haltung immer wieder deutlich, dass sie nicht als reine Interessenvertreterin ihrer Mitglieder verstanden werden darf und auch nicht verstanden werden will. Die BDGW hat das Erarbeiten von Lösungen zur Verbesserung des Bargeldkreislaufs fest im Blick. Dies möchte ich am Beispiel der europäischen Verordnung zur Durchführung von grenzüberschreitenden Bargeldtransporten verdeutlichen: Die BDGW hat sich intensiv mit dieser Verordnung auseinander gesetzt und bietet deshalb mit dem "Cross Border Training Pass" für ihr Sicherheitspersonal – nach meinem Kenntnisstand als Erste in Europa – ein strukturiertes Schulungsprogramm zur Begleitung von grenzüberschreitenden Bargeldtransporten an.

Wer selbst konstruktiv an Lösungen arbeitet und nicht nur andere zum Handeln auffordert, verdient Lob.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, aus dem Hier und Jetzt möchte ich Ihren Blick gerne in die jüngere Vergangenheit lenken: Die Euro-Bargeld-Einführung im Jahr 2002 wäre ohne das Know-how und den besonderen Einsatz der Wertdienstleistungs-Branche in Deutschland nicht so reibungslos möglich gewesen. Der Bargeldaustausch für rund 82 Millionen Menschen als "Big Bang" innerhalb weniger Wochen war in Deutschland beispiellos. Für alle Bargeldakteure, aber insbesondere für Ihre Branche, sehr geehrter Herr Mewes, waren die Wochen um den Jahreswechsel 2001/2002 mit besonderen Anstrengungen verbunden.

Trotz der vorzeitigen Abgabe von Euro-Banknoten und -Münzen ab dem 1. September 2001 durch die Deutsche Bundesbank hat Ihre Branche eine logistische Meisterleistung vollbracht. Dabei ging es nicht nur um eine flächendeckende Versorgung mit dem neuen Euro-Bargeld, sondern auch um den Rücktransport der D-Mark-Banknoten und -Münzen zur Deutschen Bundesbank – und das innerhalb kurzer Zeit. Dabei konnten Sie nicht einfach ihre Ressourcen, zum Beispiel die Anzahl der gepanzerten Fahrzeuge, beliebig hoch- oder zurückfahren, sondern es war ein gutes Ressourcen-Management gefragt. Damit das alles funktionierte, hatte die BDGW seinerzeit intensiv am "Konzept zur Inverkehrgabe von Euro-Bargeld in Deutschland" mitgearbeitet, das unter Federführung der Deutschen Bundesbank gemeinsam mit weiteren Bargeldakteuren erstellt wurde. Die erfolgreiche Euro-Bargeldeinführung in Deutschland hat gezeigt, wie wichtig die koordinierende Funktion Ihrer Vereinigung in Kombination mit einem funktionierenden Unterbau – also Ihren Mitgliedsunternehmen – ist. Gleiches gilt natürlich auch für die D-Mark-Einführung in den neuen Bundesländern, die sich nächstes Jahr zum 25. Mal jährt.

Beide Ereignisse haben das gute Ansehen und die wichtige Funktion Ihrer Branche – auch in der Öffentlichkeit – deutlich untermauert. Dank Ihrer hervorragenden Arbeit innerhalb Ihres Verbandes konnte auch die Heros-Insolvenz im Jahr 2006 dem Image Ihrer Branche nicht nachhaltig schaden. Der Zusammenbruch von Heros mit einem Marktanteil von rund 50 % konnte nur durch eine außergewöhnlich flexible und schnelle Reaktion Ihrer Branche und aller Beteiligten im Bargeldkreislauf abgefedert werden. Die Ihnen angeschlossenen Unternehmen haben ohne weiteres Zögern die Bargeld-Dienstleistungen für die betroffenen Heros-Kunden im Rahmen ihrer Möglichkeiten übernommen. Dem vorausgegangen ist natürlich die rasche Steuerungs- und Kommunikationsarbeit Ihrer Vereinigung. Am Ende ist es Ihrer Branche gelungen, durch die im Jahr 2007 etablierten BDGW-Sicherheitsstandards gestärkt aus diesem Ereignis herauszugehen.

Doch die Ruhe nach der Heros-Insolvenz sollte nicht lange andauern, und wieder einmal war der kurzfristige Einsatz Ihrer Branche notwendig. Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 ging einher mit einer sprunghaft angestiegenen Banknotennachfrage. Dieses Ereignis hat gezeigt, dass nicht nur die Deutsche Bundesbank mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in ihren Filialen für solche Ausnahmefälle gerüstet sein muss, sondern auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unternehmen Ihrer Branche. Ergänzend zu der logistischen Herausforderung hat Ihre Branche im Zusammenspiel mit den anderen Bargeldakteuren eine wichtige Steuerungsfunktion übernommen. Aus gutem Grund wurde die gestiegene Bargeldnachfrage im Stillen abgewickelt, um keine weitere Beunruhigung der Öffentlichkeit herbeizuführen.

Die beiden genannten Ereignisse – Heros und Lehman Brothers – haben uns deutlich vor Augen geführt, dass Sie und wir auf Ausnahmesituationen, und insbesondere auf Not- und Krisenfälle, vorbereitet sein müssen.

Der Gesetzgeber hat mit dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz eine Regelung beschlossen, die die Lehren aus der Heros-Krise berücksichtigt. Es bleibt für mich unverständlich, warum trotz dieses klaren Beschlusses des Deutschen Bundestages bislang noch kein Unternehmen eine entsprechende Zertifizierung erhalten hat.

Daher ist es besonders wichtig, dass alle Beteiligten im Bargeldkreislauf auch in Zukunft an sogenannten "Business Continuity Plänen" arbeiten. Die Bundesbank hat hierzu bereits Gespräche mit der Kreditwirtschaft aufgenommen. Im Weiteren werden auch Gespräche mit Ihrer Branche und dem Handel als unmittelbar beteiligte Bargeldakteure in Deutschland erfolgen. Die Expertise gerade Ihrer Branche ist für unser langfristiges Ziel sehr wertvoll: Ein abgestimmtes Konzept aller Bargeldakteure zur Bewältigung von Ausnahmesituationen, um die Sicherheit und Stabilität der Bargeldversorgung gemeinsam zu gewährleisten.

Beim Thema "Business Continuity" herrscht eine große Deckungsgleichheit zwischen den Beteiligten im Bargeldkreislauf. Das ist nicht immer selbstverständlich. Schließlich handeln Wertdienstleister, Kreditwirtschaft und Handel nach betriebswirtschaftlichen Kriterien, während die Deutsche Bundesbank aufgrund ihres gesetzlichen Sorgeauftrages bei ihren Entscheidungen häufig gesamtwirtschaftliche Aspekte in den Vordergrund stellen muss.

Daher sind die Ziele der BDGW und die der Deutschen Bundesbank nicht immer identisch. Dies offenbarte auch die Klage der BDGW wegen der Entgeltpolitik im Zusammenhang mit der Einführung der Multistückelungsbearbeitung im Jahr 2007. Die Details, die zur gerichtlichen Auseinandersetzung geführt haben, müssen wir hier nicht wiederholen. Betonen möchte ich an dieser Stelle aber, dass nach der vom Landgericht Frankfurt abgewiesenen Klage der BDGW gegen die Deutsche Bundesbank eine rasche Rückkehr zur sachlichen Diskussion möglich war.

Dass unser gemeinsamer Dialog fortgesetzt wird, zeigen beispielsweise die jährlich stattfindenden "Parlamentarischen Abende" als Informations- und Kommunikationsplattform und unsere Jahresgespräche.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, gestatten Sie mir, die heutige Gelegenheit zu nutzen und einen kurzen Blick auf aktuelle Entwicklungen zu werfen.

4 Ausblick – aktuelle Entwicklungen

Die oft – auch von Ihrer Vereinigung – kritisierte EU-Münzverordnung aus dem Jahr 2010 ist in Teilen durchaus gerechtfertigt. Einige Vorgaben erscheinen praxisfern zu sein. Selbst lange Übergangsfristen reichen für die im Münzgeschäft tätigen Bargeldakteure nicht aus, um die aus den Anforderungen resultierenden Schwierigkeiten zu beseitigen.

Daher wird sich die Deutsche Bundesbank weiterhin für Bedingungen hinsichtlich des privaten Münzrecyclings einsetzen, die in der Praxis leichter umsetzbar sind. Doch uns allen muss klar sein: Falls Anpassungen seitens der EU-Kommission erfolgen sollten, können diese nicht von heute auf morgen beschlossen werden. Dass die Deutsche Bundesbank den Willen des Gesetzgebers umsetzen wird, ist selbstverständlich. Die Deutsche Bundesbank wird aber – soweit sachgerecht – ihren Ermessensspielraum nutzen.

In diesem Zusammenhang möchte ich auf das Online-Schulungsportal der Deutschen Bundesbank für Münzen und Banknoten verweisen. Hiermit bieten wir den Bargeldakteuren ein pragmatisches Instrument an, ihrer Pflicht, nur "geschultes Personal" einzusetzen, rechtssicher nachzukommen.

Eine weitere wichtige Entwicklung aus Sicht der Deutschen Bundesbank ist die Etablierung von Standards im bargeldbezogenen IT-Bereich gemeinsam mit allen Marktakteuren. Genau zu diesem Zweck hat sich erfreulicherweise im Jahr 2012 die sogenannte Cash-Community unter der Federführung von GS1 (Global Standards One) gebildet. Sie ist eine offene Plattform von Bargeldakteuren und besteht unter anderem aus Vertretern Ihrer Branche, der Banken, der Versicherer, des Handels und der Software-Industrie. Im Vordergrund steht vor allem die Optimierung der Bargeldprozesse in Deutschland auf Basis des GS1-Standards. Erste Erfolge sind schon zu verzeichnen. In diesem Jahr wurden Pilot- und Referenzprojekte zwischen Handelsketten, IT-Providern und Wertdienstleistern gestartet, bei denen GS1-Standards genutzt werden, die auch für die CashEDI-Transaktionen (Cash Electronic Data Interface) mit der Deutschen Bundesbank Verwendung finden.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, schon mein kurzer Ausblick macht deutlich, dass neue Herausforderungen vor der Tür stehen, die unser gemeinsames Engagement erfordern. Zugleich können Sie sicher sein, dass sich die Deutsche Bundesbank immer für einen effizienten nationalen Bargeldkreislauf stark machen und dabei gleichzeitig den grenzüberschreitenden europäischen Zahlungsverkehr nicht aus den Augen verlieren wird.

In diesem Sinne freuen wir uns, weiterhin einen konstruktiven und offenen Dialog mit der BDGW zu pflegen und die vertrauensvolle Zusammenarbeit wie bisher fortzuführen, um die Bargeldversorgung in Deutschland sicherzustellen und den deutschen Bargeldkreislauf stetig effizienter und sicherer zu machen.

Ich möchte Ihnen die Bedeutung des Bargeldes anhand der ausgegebenen Banknoten noch einmal verdeutlichen: Im Januar 2002 betrug der Banknotenumlauf 221 Mrd. Euro. Ende des Jahres 2002 waren es schon 358 Mrd. Euro. Der Banknotenumlauf ist seitdem kontinuierlich gestiegen, allein in den vergangenen fünf Jahren um durchschnittlich 5 % pro Jahr. Am 31. Dezember 2013 betrug der Umlauf 956 Mrd. Euro. Sollte sich diese Entwicklung auch im laufenden Jahr fortsetzen, dann würde um die Jahreswende die unvorstellbare Zahl von 1.000 Mrd. Euro Banknotennotenumlauf erreicht.

Trotz des ausgerufenen "War on Cash" und dem Ruf Einzelner nach einer ausschließlich bargeldlosen Währung bin ich mir absolut sicher, dass Bargeld weiter eine Zukunft hat. Die Entwicklung am Point of Sale wird die Deutsche Bundesbank weiterhin aufmerksam beobachten. Ich wünsche Ihnen, Herr Mewes, der BDGW, den angeschlossenen Unternehmen und den Beschäftigten viel Erfolg für die Zukunft.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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