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Finanz- und Währungsstabilität

Handelsraum der Börse in Frankfurt am Main

Störungen im Finanzsystem können erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Darüber hinaus behindern derartige Störungen auch die Umsetzung der Geldpolitik und können damit zu einem Risiko für die Preisstabilität werden. Durch ihre Rolle bei der Sicherung der Finanzstabilität leistet die Bundesbank daher auch einen wichtigen Beitrag zur Erfüllung ihrer geldpolitischen Aufgaben.

Durch ihre Beteiligung an der Bankenaufsicht verfügt die Bundesbank über tiefe Einblicke in die geschäftliche Situation der Kreditinstitute in Deutschland. Insbesondere die Finanzkrise hat jedoch deutlich gemacht, dass die Überwachung einzelner Institute nicht alle Risiken aufzuzeigen vermag, die das Finanzsystem gefährden können. So spielen neben Kreditinstituten unter anderem auch Versicherer, Investmentfonds, Finanzmärkte und die finanzielle Infrastruktur eine wichtige Rolle. Stabilitätsrisiken entstehen oft erst durch das Zusammenspiel mehrerer Finanzinstitute, auch wenn diese in der Einzel- bzw. "mikroprudenziellen" Betrachtung gesund erscheinen mögen, zum Beispiel durch gleichgerichtetes Verhalten. Weil Finanzinstitute und Finanzmärkte heute zudem über moderne Informationstechnik und durch eine Vielzahl von Finanzprodukten, wie Derivate, international eng miteinander vernetzt sind, können sich Probleme im Finanzsystem grenz- und sektorübergreifend ausbreiten. All dies macht eine Überwachung des Finanzsystems aus einer umfassenderen, einer sogenannten "makroprudenziellen" Perspektive erforderlich. Die Bundesbank ermittelt und bewertet Risiken für die Stabilität des Finanzsystems im Rahmen ihres makroprudenziellen Mandats, das ihr der Gesetzgeber durch das Finanzstabilitätsgesetz Anfang 2013 erteilt hat.

Die Bundesbank arbeitet in allen wesentlichen nationalen, europäischen und internationalen Institutionen und Gremien mit, die der Stabilität des Finanzsystems und des internationalen Währungssystems verpflichtet sind. Dazu zählen der deutsche Ausschuss für Finanzstabilität (AFS), der Europäische Ausschuss für Systemrisiken (European Systemic Risk Board - ESRB), die entsprechenden Gremien der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) und der Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board - FSB). Im Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) wirkt die Bundesbank unter anderem über das Financial Stability Committee (FSC) an der Wahrung der Finanzstabilität mit. Das FSC arbeitet dem EZB-Rat und dem Aufsichtsgremium im einheitlichen Aufsichtsmechanismus (Single Supervisory Mechanism: SSM) für ihre mikro- und makroprudenziellen Aufgaben zu. Schließlich veröffentlicht die Bundesbank jedes Jahr einen Finanzstabilitätsbericht, in dem sie ihre Einschätzung der Widerstandkraft des deutschen Finanzsystems darlegt und die Risiken für die Finanzstabilität analysiert. Diese Einschätzungen und Analysen geben Anstöße an die Marktteilnehmer und die Politik, den regulatorischen Rahmen und die Leistungsfähigkeit des Finanzsystems weiterzuentwickeln.

Die Bundesbank trägt auch über ihre finanzielle Beteiligung am Internationalen Währungsfonds (IWF) in Form von Quoteneinzahlungen sowie bilateralen und multilateralen Kreditmitteln dazu bei, die Stabilität des internationalen Finanz- und Währungssystems zu sichern und internationale Finanzkrisen abzuschwächen bzw. zu bewältigen. Die Bundesbank übernimmt dabei die finanziellen Rechte und Pflichten, die sich aus der IWF-Mitgliedschaft Deutschlands auf der Basis des deutschen IWF-Gesetzes ergeben. Der Präsident der Deutschen Bundesbank ist der deutsche Gouverneur im IWF. Zusammen mit dem Bundesministerium der Finanzen beteiligt sich die Bundesbank an den Diskussionen im IWF zu Fragen der Finanzstabilität und internationalen Währungsordnung.

Zusatzinformationen

EinBlick 2014: Interview mit Claudia Buch

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Vizepräsidentin Claudia Buch spricht beim Tag der offenen Tür im Interview über die Frage, wie wir das Finanzsystem künftig stabiler machen können.
Moderation: Sascha Hingst