Navigation und Service

Renminbi-Clearing in Frankfurt

Foto zeigt 100 Yuan und eine Computermaus

Die Renminbi-Initiative

Das Wirtschaftsministerium des Landes Hessen bemüht sich seit dem Jahr 2012 intensiv um die Etablierung Frankfurts als Renminbi-Handelsplatz. Das Bundesministerium der Finanzen unterstützt dieses Anliegen. Im Juli 2013 wurde eine Steuerungsgruppe aufgesetzt, in der sich neben den Ministerien auch die Deutsche Bundesbank engagiert. Der US-Dollar ist derzeit noch die meistgenutzte Währung für den Handel mit China. Die Nutzung des Renminbi (RMB) als Rechnungswährung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. In der Handelsfinanzierung hat die chinesische Währung den Euro abgehängt und liegt jetzt auf dem zweiten Platz direkt hinter dem US-Dollar. Im internationalen Zahlungsverkehr lag der RMB – gemessen am Wert der Transaktionen auf Platz 5. Knapp 2% aller weltweiten Zahlungen werden als RMB-Zahlungen abgewickelt. China ist nach Frankreich und den Niederlanden drittwichtigster Handelspartner Deutschlands und wichtigster Handelspartner außerhalb der EU. Eine leistungsfähige Clearing-Lösung unterstützt die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen China und Deutschland und die weitere Öffnung der chinesischen Wirtschaft – ein Kernthema der Regierung der Volksrepublik.

Im Oktober 2013 traf sich erstmals die "RMB-Initiativgruppe", an der sich in Frankfurt ansässige chinesische Banken, deutsche Finanzdienstleister, aber auch die Deutsche Bundesbank beteiligen. Führende deutsche Unternehmen und Wirtschaftsverbände unterstützen diese Initiative.

Die Initiativgruppe hat mehrere Arbeitsgruppen eingerichtet. Eine Arbeitsgruppe, die von der Deutschen Bundesbank geleitet wird, beschäftigt sich seit November 2013 mit der Etablierung und Weiterentwicklung einer RMB-Clearing-Lösung für den Finanzplatz Frankfurt. In der Arbeitsgruppe sind bedeutende Banken, die am RMB-Geschäft interessiert sind, die Gruppe Deutsche Börse und der Finanzdienstleister SWIFT vertreten.

Mögliche RMB-Clearingmodelle für den Finanzplatz Frankfurt

In der Arbeitsgruppe wurden drei mögliche RMB-Clearing-Modelle für den Finanzplatz Frankfurt diskutiert und anhand ihrer Vor- und Nachteile bewertet:

  1. Korrespondenzbankmodell
  2. Clearing-Bank-Modell
  3. Clearing-Haus-Modell

Das Diskussionspapier dazu steht Ihnen am Ende dieser Seite als Download zur Verfügung.

Um insbesondere die Anlaufzeit, aber auch die Investitionen und Betriebskosten im Rahmen zu halten, haben sich die Arbeitsgruppenteilnehmer zunächst für die Errichtung einer Clearing-Bank entschieden. Bei entsprechenden Volumina und Geschäftsbedarf soll die Clearing-Bank zu einem Clearing-Haus erweitert werden.

Renminbi-Clearing am Finanzplatz Frankfurt und weitere Entwicklungen im Offshore-Clearing

Seit November 2014 können RMB-Zahlungen direkt mit China über die von der chinesischen Zentralbank benannte RMB Clearing-Bank (Bank of China, Niederlassung Frankfurt) abgewickelt werden. Die Clearing-Bank führt Konten in der chinesischen Währung für deutsche und europäische Banken sowie Wirtschaftsunternehmen. Über diese Konten werden RMB-Zahlungen zwischen den RMB-Kontoinhabern der Clearing-Bank und grenzüberschreitende RMB-Zahlungen mit der Volksrepublik China oder Hongkong bzw. anderen Offshore-Zentren abgewickelt.

Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Renminbi-Clearing in Berlin © Bundesregierung/Döring Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Renminbi-Clearing in Berlin

Basis für die Errichtung der RMB Clearing-Bank in Frankfurt war die Unterzeichnung einer Absichtserklärung zur Unterstützung und Förderung des RMB-Clearings und Settlements am Finanzplatz Frankfurt durch die chinesische Zentralbank (People’s Bank of China, PBoC) und der Deutschen Bundesbank im März 2014.

Mitte Juni 2014 hat die PBoC die Bank of China, Niederlasssung Frankfurt, als RMB-Clearing-Bank ausgewählt. Sie ermöglicht der Clearing-Bank den notwendigen Onshore-Liquiditätszugang in RMB und die Teilnahme an ihrem Zahlungssystem.

Die Errichtung von Offshore RMB Clearing-Banken ist Teil der langfristig angelegten Strategie zur Öffnung der Märkte mit einer weitergehenden Konvertibilität des RMB bei gleichzeitig weiter bestehenden Kontrollmöglichkeiten. Die chinesische Regierung stärkt mit diesem Vorgehen die RMB-Offshore-Märkte und ermöglicht damit den Importeuren außerhalb Chinas die Bezahlung in RMB. In Europa sind inzwischen fünf Offshore RMB Clearing-Banken (in Frankfurt, London, Paris, Luxemburg und Zürich) von der PBoC ernannt worden. Weltweit gibt es knapp 20 Clearing-Banken.

Anfang Oktober letzten Jahres hat die PBoC ihr neues Zahlungssystem, "China International Payment System" (CIPS) in Betrieb genommen. Sie hat damit einen weiteren Schritt getan, um die Internationalisierung des RMB voranzutreiben. 19 Banken waren an der Entwicklung beteiligt, darunter auch acht ausländische Institute, wie die Deutsche Bank, die Hongkong und Shanghai Bank (HSBC) und die Citibank. Sie gehören nun auch zu den ersten Banken, die direkt – allerdings über ihre Niederlassungen in Mainland China – an CIPS angeschlossen sind. In einem zweiten Schritt soll ausländischen Banken eine direkte Teilnahme aus dem Ausland ermöglicht werden.

CIPS soll das erwartete Wachstum bei den RMB-Transaktionen infrastrukturell abfedern. CIPS wickelt nur Offshore-RMB-Zahlungen ab. Politisch wird durch CIPS die Integration in das internationale Clearingsystem gefördert, Nachteile in der Abwicklungseffizienz im Hinblick auf andere Währungen (insbesondere US-Dollar) abgebaut und die Nutzung von RMB im globalen Handel gefördert werden. CIPS wird allgemein als Maßnahme angesehen, die den Aufstieg des RMB zu einer globalen Reservewährung flankiert.

Weitere Meilensteine

  • Im September 2015 wurde das Sino-German Center of Finance and Economics eröffnet. Die Deutsche Bundesbank ist zusammen mit der People’s Bank of China im Kuratorium vertreten. Das Sino-German Center of Finance and Economics ist Teil der Goethe-Universität in Frankfurt. Bei dem deutsch-chinesischen wissenschaftlichen Forschungszentrum geht es um unabhängige Forschung, Aus- und Weiterbildung zum besseren Verständnis des jeweils anderen.
  • Mitte November 2015 startete der erste offizielle Handelsplatz für chinesische Anlageprodukte in RMB außerhalb der Volksrepublik China. Die Gruppe Deutsche Börse, die Shanghai Stock Exchange und die China Financial Futures Exchange hatten im Mai 2015 den Joint Venture zum Aufbau der China Europe International Exchange bekannt gegeben. Die neue Börse ermöglicht Anlegern während der europäischen und US-amerikanischen Handelszeiten Zugang zum chinesischen Kapitalmarkt. Das neue Unternehmen hat seinen Sitz in Frankfurt. Die deutsch-chinesische Börse wird auf der etablierten und global verfügbaren Infrastruktur der Gruppe Deutsche Börse betrieben. Die drei Joint-Venture-Partner haben sich bewusst für Frankfurt als Finanzplatz entschieden, um ihren Service in einem europäischen regulatorischen Umfeld und in der europäischen und amerikanischen Zeitzone anzubieten. Die sich aus der Wertpapierabwicklung ergebenden Geldströme sollen über die RMB Clearing-Bank in Frankfurt geleitet werden.

Vorträge und Präsentationen

English only

Downloads

Zusatzinformationen

Frankfurt – der erste Renminbi-Clearing-Hub außerhalb Asiens  

Zahlungsverkehrssymposium 2015:
"Zahlungsverkehr in Deutschland im Jahr 2015"

Radisson Blu Hotel in Frankfurt am Main, 15.06.2015

Weiter

Kontakt 

Kundenbetreuung Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme

069 9566-8877

069 9566-508877

E-Mail

Renminbi-Center Frankfurt  

Renminbi-Center Frankfurt

Die Renminbi-Center Initiativgruppe setzt sich aus Unternehmen der Finanzwirtschaft sowie der Industrie zusammen und unterstützt die Entwicklung Frankfurts zum Renminbi offshore Center.

www.frankfurt-main-finance.de/renminbi