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Innovationstreiber Blockchain

Aktuelles Thema mit großem Informationsbedarf

Podiumsdiskussion Innovationstreiber Blockchain [+] Podiumsdiskussion

Am 18. Mai fand in Hamburg zum siebten Mal die Kapitalmarktkonferenz statt. Dazu luden die Hauptverwaltung der Deutschen Bundesbank, das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI), die Handelskammer Hamburg und der Finanzplatz Hamburg e.V. in die Räume der Handelskammer ein. Die Veranstaltung lockte mit dem Thema "Innovationstreiber Blockchain?" etwa 160 interessierte Teilnehmer an. Sie wurden, stellvertretend für alle Gastgeber, von Professor Henning Vöpel, Direktor des HWWI und zugleich Moderator der Veranstaltung, willkommen geheißen. 

Neu bei der diesjährigen Kapitalmarktkonferenz war die Verwendung des Internet-Tools "Sli.do". So wurden die Zuschauer bereits zu Beginn interaktiv in die Veranstaltung einbezogen. Am Beginn galt es die Frage: "Wird die Blockchain-Technologie Ihre Geschäftsprozesse in den nächsten Jahren verändern?" zu beantworten. Die Auswertung der Antworten zeigte zunächst ein eher verhaltenes Bild, da zahlreiche Teilnehmer wegen des als intransparent wahrgenommenen Themas keine klare Position einnahmen.

Das Augenmerk der Referenten lag insbesondere auf der Entwicklung sowie den möglichen Einsatzgebieten der Blockchain-Technologie. Als eine Anwendung wurde in diesem Zusammenhang "Bitcoin", eine kryptografische Computerwährung, genannt. Um dem Publikum einen umfassenden Überblick zu geben, eröffnete Jannis Holthusen, Gründer und CEO der Upchain GmbH, mit einem Vortrag über das grundlegende Konzept der Blockchain den Vortragsreigen. Es folgten drei Impulsreferate aus unterschiedlichen Perspektiven. Dr. Ingo Fiedler, Mitglied im Blockchain Research Lab der Universität Hamburg, berichtete in seinem Vortrag "Blockchain – Visionen für das Internet von morgen", wie die Blockchain-Technologie zukünftig eine größere Rolle in unserem Alltag spielen könnte. Für Einblicke in die Praxis sorgte Dr. Michael Merz, Geschäftsführer der Ponton GmbH, mit Beispielen von Blockchain-Anwendungen auf dem Energiemarkt. Jan Paulick, Referent in der Hauptgruppe "Zahlungsverkehrsbeobachtung und Wissens-Management im Zahlungsverkehr" der Bundesbank, sprach unter dem Titel "Blockchain aus Sicht einer Zentralbank" wichtige Aspekte von denkbaren Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie in verschiedenen Bereichen von Zentralbanken an. Er verwies dabei auch auf das bereits laufende Kooperationsprojekt der Bundesbank mit der Deutsche Börse AG, mit dem die praktischen Einsatzmöglichkeiten der neuen Technologie im Wertpapiergeschäft getestet werden.

In der sich anschließenden Podiumsdiskussion ging es unter anderem um die Frage, ob in einem Finanzsystem mit virtueller Währung am Ende überhaupt noch eine Zentralbank nötig wäre. Klar wurde dabei allerdings, dass sich die Frage nicht allein technisch beantworten lässt, sondern das dann im Vordergrund die Frage der geldpolitischen Steuerungsmöglichkeiten steht.

Nach der Podiumsdiskussion wurden Publikumsfragen beantwortet. Zum Schluss hatte das Auditorium erneut die Gelegenheit, mit dem Tool "Sli.do" dieselbe Fragestellung wie am Anfang der Veranstaltung zu beantworten. Das Ergebnis: Das Thema Blockchain wurde von einem deutlich größeren Teil der Befragten als relevant für ihre zukünftige Geschäftstätigkeit eingeschätzt.