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Frankfurt am Main | 28.11.2013

Verbraucher sollten Post zur SEPA-Umstellung prüfen

Aktuell müssen in Europa Überweisungen und Lastschriften auf SEPA (Single Euro Payments Area) umgestellt werden. Dabei werden Kontonummer und Bankleitzahl durch eine einzige Kennung ersetzt: die IBAN.

Verbrauchern wird eine Übergangsfrist bis zum 1. Februar 2016 eingeräumt, bis dahin können sie für inländische Überweisungen auch noch ihre bisherigen Kontodaten nutzen, sofern ihre Bank dies zulässt. "Grundsätzlich sind für Verbraucher kaum akute Vorbereitungen notwendig", sagte Carl-Ludwig Thiele auf der Euro Finance Week Ende November 2013. Sie erhalten ihre IBAN von ihrem Kreditinstitut. Die neue Kontonummer ist jetzt schon auf Kontoauszügen vermerkt, viele Bankkunden haben auch bereits EC-Karten mit der neuen Nummer auf der Rückseite erhalten. 

Kontodaten kontrollieren

Bei monatlichen Zahlungen auf das Konto gibt es für Verbraucher keinen Handlungsbedarf: Wer etwa eine Rente bezieht, bekommt diese Zahlungen schon als SEPA-Überweisung – die Umstellung des Rentenservices ist lange abgeschlossen. Auch die Bundesagentur für Arbeit hat ihre Umstellungsarbeiten beispielsweise für Arbeitslosen- und Kindergeldzahlungen so gut wie beendet. Um die SEPA-Gehaltszahlungen kümmert sich der jeweilige Arbeitgeber. 

Bei Zahlungsaufträgen von Verbrauchern gelten folgende Regelungen: Die Umstellung von Daueraufträgen übernimmt das Kreditinstitut. Bei laufenden Lastschriften hingegen informiert der Zahlungsempfänger, etwa der Energieversorger, den Zahlungspflichtigen darüber, dass die Einzugs­ermächtigung auf die SEPA-Lastschrift umgestellt wird. Verbraucherschützer empfehlen Verbrauchern, diese Schreiben zur SEPA-Umstellung sorgfältig zu prüfen und vorab festzustellen, ob diese aus seriöser Quelle stammen und ob sie dem Unternehmen in der Vergangenheit überhaupt eine Erlaubnis zum Lastschriftauftrag erteilt haben. Dann sollten die Kunden schauen, ob die IBAN richtig ist. Die Verbraucher sind hierbei darauf angewiesen, dass die Unternehmen rechtzeitig umstellen: "Je später Unternehmen reagieren, umso weniger Zeit bleibt, um mögliche Fehler zu beheben", warnte Verbraucherschützer Gerd Billen von Verbraucherzentrale Bundesverband bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit der Deutschen Bundesbank und der Deutschen Kreditwirtschaft Ende Oktober 2013. Viele Unternehmen und auch die Finanzämter haben die Haushalte bereits informiert. "Für diejenigen, die mit Steuernachforderungen rechnen, war es sicher eine schöne Überraschung, wenn die Post vom Finanzamt nur die Mitteilung zur SEPA-Umstellung enthielt", sagte Bundesbankvorstand Thiele.

Vorsicht vor gefälschten E-Mails

Informationen zur Umstellung stammen aber nicht immer aus seriöser Quelle. Besondere Vorsicht gilt bei E-Mails: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt seit einigen Wochen davor, dass Kriminelle die Umstellungsphase nutzen und mit gefälschten E-Mails zum Thema SEPA Schadsoftware verbreiten. Der schädliche Anhang der Mail – ein Trojaner, der sich mit Endungen wie .PDF oder .ZIP tarnt – werde zwar laut BSI mittlerweile von den meisten Antivirusprogrammen erkannt. Schnell könnten sich aber weitere Varianten entwickeln, die dann als vermeintliche Kundeninformation zu SEPA verbreitet würden. 

Eine weitere Warnung gab nun der Bankenverband (BdB) aus: Neuerdings würden Verbraucher in E-Mails auf die SEPA-Migration hingewiesen und dazu aufgefordert, die eigenen Kontodaten zu Prüfzwecken preiszugeben. Mit diesen sogenannten Phishing-Mails würden die angeschriebenen Bankkunden dann auf gefälschte Online-Banking-Seiten geleitet, auf denen sie ihre PIN und TANs eintragen sollen. Manchmal werden von diesen gefälschten Seiten ebenfalls Viren und Trojaner auf den PC übertragen, damit dieser ausgespäht werden kann. "Grundsätzlich gilt: Banken versenden niemals E-Mails, in denen sie ihre Kunden zur Eingabe von Kontodaten oder sensiblen Zugangscodes oder Geheimnummern (PIN und TANs) auffordern", stellt der BdB in einer aktuellen Mitteilung klar. Wer eine solche E-Mail erhält, sollte auf keinen Fall den angezeigten Links folgen oder Dateianhänge öffnen. Über SEPA und IBAN informieren Banken ihre Kunden schriftlich, diese Mitteilung würde mit dem Kontoauszug zugesandt, heißt es weiter.

Grundsätzlich bleiben dem Verbraucher acht Wochen Zeit, um Zahlungen ohne Angaben von Gründen zurückbuchen zu lassen. Bei unberechtigten Abbuchungen wird auch in Zukunft weiter eine Rückerstattung über 13 Monate möglich bleiben. 

Zusatzinformationen

So setzt sich die IBAN zusammen  

SEPA - Zusammensetzung IBAN

Die Bezeichnung IBAN steht für die internationale Kontonummer "International Bank Account Number".

Sie besteht aus 22 Stellen und setzt sich zusammen aus der Länderkennung "DE" für Deutschland, der bekannten Bankleitzahl und der bekannten Kontonummer.

Neu sind die zwei Prüfziffern. Durch sie können falsche Eingaben bei Zahlungsaufträgen durch die Bank automatisch erkannt werden.  

Einfach erklärt: SEPA  

Welche Vorteile bringt SEPA? In der Reihe "einfach erklärt" zeigt das Bundesministerium der Finanzen (BMF), was SEPA für Bürger, Unternehmen und Vereine konkret bedeutet.

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SEPA  

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