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Frankfurt am Main | 15.01.2014

Zahllose Möglichkeiten: Mit dem Smartphone durch den Supermarkt

Der Ehrgeiz, den Betrag an der Supermarktkasse bis auf den Cent genau in bar zu begleichen, kostet andere Kunden oftmals Nerven und Zeit. Mithilfe mobiler Bezahlverfahren könnten solche Wartezeiten an Supermarktkassen bald der Vergangenheit angehören. Dazu installieren Kunden eine App auf ihrem Smartphone, wählen darin ihren Supermarkt aus, geben ihre PIN ein und erhalten eine vierstellige Transaktionsnummer, mit der sie schließlich an der Kasse bezahlen. Das Internet und die hohe Verbreitung internetfähiger Mobiltelefone machen ganz neue Arten des Bezahlens möglich. Dazu zählt auch die Möglichkeit, QR-Codes mit Hilfe einer Smartphonekamera zu scannen, um daraus eine Zahlungsanweisung zu generieren. Da in Deutschland mittlerweile rund 35 Millionen Menschen ein Smartphone nutzen, ist die Infrastruktur, neuartige Zahlweisen breitflächig zu nutzen, bereits vorhanden.

Grafische Darstellung zum Anzahl der Transaktionen im unbaren Zahlungsverkehr in Deutschland in den Jahren 2000 bis 2012 [+] Trotzdem sind innovative Zahlweisen wie die oben beschriebene hierzulande noch Zukunftsmusik, obwohl sie technisch möglich wären. Zwar nimmt der Anteil an Bargeldzahlungen in Deutschland schon seit Jahren kontinuierlich ab, aber lediglich um gut einen Prozentpunkt jährlich. Bisher ist dieser Trend vor allem der Zunahme von Kartenzahlungen zuzuschreiben. Durch eine erfolgreiche Innovation könnte diese Entwicklung künftig gestärkt werden.

Innovative Zahlmethoden fassen nur langsam Fuß

Innovative Zahlungslösungen müssen vom Kunden hingegen erst einmal akzeptiert sein, bevor sie sich durchsetzen. "Der Kunde muss den Vorteil einer guten Idee erkennen, bevor er sich auf sie einlässt", sagt Jochen Metzger, Zentralbereichsleiter für die Bereiche Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme in der Bundesbank. "Das unbare Bezahlen muss besser sein als die einfache Zahlung mit Bargeld, ansonsten setzt es sich nicht durch", erläutert er. Neue Zahlungsmethoden müssen intuitiv zu bedienen und überall einsatzbar sein, dem Kunden außerdem ein subjektives Sicherheitsgefühl vermitteln, sonst werden sie nicht akzeptiert. "Bei kleinen Beträgen im Supermarkt ist das Sicherheitsrisiko beim Bezahlen eher gering", so Metzger, "größere Beträge sollten hingegen nur mit bewährten und sicheren Zahlungsmitteln gezahlt werden".

Zahllose Möglichkeiten

Die Einführung innovativer Zahlungslösungen wird durch ein weiteres Problem verzögert: Während der Handel darauf wartet, dass ausreichend viele Kunden ein neues System nutzen, warten die Kunden wiederum darauf, dass im Handel ausreichend Akzeptanzstellen vorhanden sind. Großes Potenzial werden dem kontaktlosen Bezahlen per Handy mithilfe der sogenannten Nahfeld-Kommunikation (NFC) zugeschrieben. Allerdings sind noch nicht ausreichend Mobiltelefone mit dem hierfür notwendigen Chip ausgestattet. Zudem sind die Verfahren noch nicht genügend standardisiert, was ein Grund für eine Zersplitterung des Marktes in Einzellösungen sein könnte. Eine denkbare Innovation ist die Integration der EC-Karte in das Smartphone. Auch die Entwicklung eines ganz neuen Zahlungssystems, das auf dem Smartphone und dessen permanenter Verbindung ins Internet basiert, ist möglich. Dass Online- und Einzelhandel zunehmend verschmelzen befeuert die Weiterentwicklungen auf diesem Gebiet.

Bezahlen per Handschlag

Welche Innovationen sich am Markt durchsetzen wird, ist bisher nicht absehbar. Stellt man sich das Bezahlen im Jahre 2020 vor, sind Möglichkeiten denkbar, die schon fast wieder an alte kaufmännische Gepflogenheiten erinnern. Denkbar wären zum Beispiel Transaktionen, ausgelöst per Handschlag, bei denen alle wichtigen Informationen über "intelligente" Uhren am Handgelenk ausgetauscht werden.