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Frankfurt am Main | 23.10.2017

Deutsche Wirtschaft befindet sich weiter in kräftigem Aufschwung

Die deutsche Wirtschaft hat über den Sommer weiter kräftig zugelegt und könnte im dritten Vierteljahr 2017 das hohe Expansionstempo des ersten Halbjahres gehalten haben, heißt es im jüngsten Monatsbericht der Bundesbank. Im ersten Quartal 2017 war das Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal gestiegen, im zweiten Quartal um 0,6 Prozent.

Dabei dürfte aus Sicht der Bundesbank-Fachleute die Industrie ihre Rolle als eine Hauptsäule der starken Konjunktur behalten haben. Grund dafür sei eine lebhafte Exportnachfrage. "Die Auftragslage der Industriebetriebe ist ausgezeichnet", heißt es dazu im Monatsbericht. Dagegen dürfte die Bauwirtschaft nach Einschätzung der Bundesbank nicht mehr zur gesamtwirtschaftlichen Expansion beitragen. Nach einem sehr kräftigen ersten Halbjahr erwarten die Autorinnen und Autoren jedoch, dass die Bauaktivität das zuvor erreichte hohe Niveau weitgehend halten könne. 

Die Einzelhandelsumsätze fielen nach Einschätzung der Bundesbank zuletzt recht schwunglos aus. Der private Verbrauch könne sich nach der starken Aufwärtsbewegung im Winter und Frühjahr etwas verhaltender entwickeln, heißt es im Bericht. Dennoch sei die Stimmung der Verbraucher sehr gut und die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt und für die Einkommensentwicklung günstig. Deshalb sei keine nachhaltige Eintrübung der Konsumneigung zu erwarten, schreiben die Bundesbank-Expertinnen und Experten.

Produktion der Kfz-Hersteller legt stark zu

Die Industrieproduktion stieg laut Monatsbericht im August außerordentlich kräftig. Saisonbereinigt lag sie 3 ¼ Prozent über dem Wert des Vormonats. Im Mittel der Monate Juli und August sei die Erzeugung gegenüber dem Stand des zweiten Vierteljahres ebenfalls stark um 1 ¾ Prozent gestiegen. Besonders kräftig habe die Produktion der Kfz-Hersteller zugelegt. Diese hätten die eher verhaltene Entwicklung in den vergangenen Monaten mit einem Wachstum von 4 ½ Prozent mehr als wettmachen können. Die Ausbringung der Investitionsgüter legte dem Bericht zufolge um 2 Prozent zu, auch die Vorleistungs- und Konsumgüterproduzenten (+1 ¾ Prozent bzw. +1 ½ Prozent) konnten kräftige Produktionszuwächse verbuchen.

Die Industrieumsätze legten dem Monatsbericht zufolge im August saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat sogar noch geringfügig stärker zu als die Produktion (+3 ½ Prozent). Dabei habe sich die Mehrnachfrage im Juli und August vor allem im Ausland entfaltet: "Sowohl im Euro-Währungsgebiet als auch in Drittstaaten stiegen die Umsätze stark an", schreiben die Expertinnen und Experten. So nahmen auch die nominalen Warenausfuhren im August im Vormonatsvergleich kräftig zu (+3 ¼ Prozent). 

Außerordentlich hohe Zunahme sozialversicherungspflichtiger Stellen

Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt entwickelt sich laut Monatsbericht weiter gut: Die gesamte Erwerbstätigkeit im Inland sei im August saisonbereinigt um 64.000 Personen gegenüber dem Vormonat gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt seien nun 692.000 Personen mehr beschäftigt. "Verantwortlich für diese gute Entwicklung blieb auch bis zuletzt die außerordentlich hohe Zunahme sozialversicherungspflichtiger Stellen", heißt es im Monatsbericht. Indikatoren wie das ifo Beschäftigungsbarometer oder der Stellenindex BA-X der Bundesagentur für Arbeit (BA) ließen eine Fortsetzung der positiven Stellenentwicklung in den folgenden Monaten erwarten, schreiben die Bundesbank-Fachleute.

Nach Angaben der BA ist die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt deutlich gesunken. Im September waren 2,51 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote ging um 0,1 Prozentpunkte auf 5,6 Prozent zurück. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sank die Zahl der Arbeitslosen um 159.000 und die Quote um 0,4 Prozentpunkte.

Die Verbraucherpreise in Deutschland sind gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) laut Monatsbericht im September saisonbereinigt um 0,3 Prozent gestiegen. Dahinter standen vor allem höhere Preise für Mineralölerzeugnisse. Auch bei Dienstleistungen einschließlich Mieten sowie Nahrungsmitteln habe sich ein leichtes Plus ergeben. Im Vergleich zum Vorjahresmonat sei der HVPI um 1,8 Prozent gestiegen.

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