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Frankfurt am Main | 20.11.2017

Deutsche Wirtschaft bleibt auf kräftigem Expansionskurs

In ihrem jüngsten Monatsbericht sehen die Expertinnen und Experten der Bundesbank kein Ende des kräftigen Aufschwungs der deutschen Wirtschaft. Nachdem das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) auch im dritten Quartal 2017 deutlich zugelegt hat – nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal – gehen die Fachleute aufgrund der anhaltend positiven Indikatoren davon aus, dass Deutschland auch im Herbstquartal auf kräftigem Expansionskurs bleibt. Dafür sprächen die Rekordstimmung in der gewerblichen Wirtschaft, die ausgezeichnete Auftragslage in der Industrie sowie die nach wie vor hohe Zuversicht der Verbraucher. "Das Stimmungshoch der deutschen Wirtschaft hält weiterhin an", heißt es im Monatsbericht November. Die Auftragsbücher in der Industrie seien gut gefüllt. Zum Jahresende erwarten die Bundesbank-Fachleute auch beim privaten Konsum wieder mehr Schwung.

Baugewerbe stößt an Kapazitätsgrenze

Weiterhin sei die Industrie der Hauptmotor des Wirtschaftswachstums. Das bereits im ersten Halbjahr dynamische Expansionstempo der Produktion sei im Sommer sogar noch übertroffen worden. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Ausstoß demnach saisonbereinigt mit 1 ¾ Prozent, heißt es im Bericht. Die Bauproduktion sei dagegen nach dem starken Anstieg im ersten Halbjahr leicht zurückgegangen und auch für das Jahresschlussquartal zeichne sich ein nur mäßiges Wachstum ab. Gleichwohl könne aufgrund des hohen Produktionsniveaus und der großen Auftragsbestände nicht von einem Ende des Baubooms gesprochen werden, schreiben die Expertinnen und Experten der Notenbank. Vielmehr stößt das Baugewerbe nach ihrer Einschätzung zunehmend an seine Kapazitätsgrenze. Vielen Unternehmen fehlten schlicht die Arbeitskräfte.

Die deutsche Exportwirtschaft habe zudem deutlich zulegen können. "Hier schlägt sich der anhaltende Konjunkturaufschwung in den übrigen Euro-Ländern nieder", schreiben die Bundesbank-Fachleute. Sie beobachten eine kräftige Nachfrage aus dem Euroraum. Daneben boome das Geschäft mit China, während die Exporte nach Großbritannien und Russland wegen der Abwertung der Landeswährungen gesunken seien.

Der private Konsum habe sich im Sommer wie erwartet verhalten gezeigt und habe in etwa auf dem Niveau des Vorquartals verharrt. Die Umsätze im Einzelhandel (ohne Kraftfahrzeuge) seien merklich geringer als zuvor gestiegen, vor allem im Versandhandel. Die Verbraucher hätten deutlich weniger Geld für Möbel, Einrichtungsgegenstände und Haushaltsgeräte ausgegeben. Dafür hätten sie verstärkt Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik gekauft. Außerdem habe der Handel mit Textilien und Bekleidung floriert, und auch die Kfz-Händler hätten ein beträchtliches Plus beim Verkauf an private Haushalte verbucht.

Hohe Auslastung der Produktionskapazitäten 

Bei den Importen komme die lebhafte Industrie- und Exportkonjunktur zum Tragen, die insbesondere die Nachfrage nach importierten Vorleistungsgütern angetrieben habe. Die hohe Auslastung der Produktionskapazitäten im Verarbeitenden Gewerbe habe wohl auch die Importe von Investitionsgütern spürbar erhöht. Vor allem aus den Ländern des Euroraums seien wertmäßig erheblich mehr Erzeugnisse geliefert worden.

Die bereits sehr gute Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt habe sich im Sommer nochmals verbessert, heißt es weiter im Monatsbericht. Im August habe die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 746.000 gegenüber dem Vorjahresmonat zugenommen. Die Bundesbank-Fachleute gehen davon aus, dass inzwischen mehr ältere Personen und mehr Frauen unter den Erwerbstätigen sind. Die Arbeitslosigkeit habe sich im Sommer etwas langsamer als in den vorigen Quartalen verringert und betrug im Oktober nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit 5,6 Prozent.

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