
Nachstehend finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen aus verschiedenen Gebieten des Umgangs mit Bargeld. Bitte informieren Sie sich zunächst hier, bevor Sie eine Anfrage an die Bundesbank richten. Anfragen zu Standardantworten, die hier zu finden sind, werden weder beantwortet noch aufbewahrt. Klicken Sie bitte auf das Fragezeichen-Symbol vor der jeweiligen Frage, um die Antwort zu einzusehen.
Welche gesetzlichen Verpflichtungen zur Annahme von Euro-Banknoten bestehen?
Regelungen zur Annahme von Euro-Banknoten finden sich in Art. 106 Abs. 1 S. 3 EG-Vertrag, Art. 16 Abs. 1 S. 3 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank, Art. 10 S. 2 VO (EG) 974/98 (ABl. EG Nr. L 139/1) über die Einführung des Euro in der durch VO (EG) 2596/2000 (ABl. EG Nr. L 300/2) geänderten Fassung sowie in § 14 Abs. 1 S. 2 des Bundesbankgesetzes. Danach sind die auf Euro lautenden Banknoten einziges unbeschränktes gesetzliches Zahlungsmittel.
Insoweit ist jedermann kraft öffentlichen Rechts gehalten, Zahlungen mit Euro-Banknoten als ordnungsgemäße Erfüllung einer Verbindlichkeit zur Vermeidung von Rechtsnachteilen zu akzeptieren. Eine Verletzung dieses Annahmegebots ist jedoch nicht durch einen Straf- oder Ordnungswidrigkeitstatbestand sanktioniert.
Im Zivilrecht ermöglicht es die Vertragsfreiheit grundsätzlich, bei Abschluss eines Vertrages dessen Inhalt frei zu bestimmen. Insoweit ist es den Vertragspartnern auch möglich, eine bestimmte ausschließliche Art der Erfüllung für die erbrachte Leistung zu vereinbaren oder auch auszuschließen. Auch im öffentlichen Recht sind vergleichbare Einschränkungen bei der Barzahlung bekannt: So ist eine Begleichung der Steuerschuld durch Barzahlung bei den Finanzkassen in der Regel nicht mehr möglich.“
Wie werden 50€-Banknoten mit 100€-Sicherheitsfaden behandelt?
In jüngster Zeit tauchten vereinzelt Banknoten des Nennwertes Euro 50 auf, bei denen der Sicherheitsfaden die Aufschrift „Euro 100“ trägt. Bei Zählmaschinen, die den Notenwert durch Lesen des Sicherheitsfadens ermitteln, führen solche Banknoten zu einer fehlerhaften Wertermittlung. Die Banknoten sind echt und werden von jeder Filiale der Deutschen Bundesbank in einwandfreie Exemplare zu Euro 50 umgetauscht.
Könnte das Vogelgrippe-Virus durch Euro-Banknoten übertragen werden?
Es gibt keine Belege dafür, dass Viren jemals durch Banknoten übertragen wurden. Das Eurosystem verfolgt seit jeher die Politik, im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen der Herstellung und des Umlaufs von Euro-Banknoten auf die öffentliche Gesundheit vorbeugend tätig zu sein und führt daher kontinuierlich umfangreiche Analysen der Gesundheits- und Sicherheitsaspekte durch. Im Fall der Vogelgrippe wird bei diesen detaillierten Untersuchungen der Frage nachgegangen, ob es möglicherweise zu einer Kontaminierung der Euro-Banknoten kommen kann und ob Banknoten zur Verbreitung dieses Virus beitragen könnten.
Wo wurden die Euro-Banknoten für die Erstausstattung gedruckt?
Die Euro-Banknoten wurden in verschiedenen Ländern hergestellt. Die genauen Standorte entnehmen Sie bitte der nachstehenden Übersicht.
Wer hat die Euro-Banknoten entworfen, bzw. gestaltet?
Die Euro-Banknoten wurden von dem österreichischen Künstler Robert Kalina entworfen. Seinem Entwurf liegt das Thema "Zeitalter und Stile in Europa" zu Grunde. Sie stellen die Architekturstile aus sieben Epochen der europäischen Kulturgeschichte dar: Klassik auf dem 5-Euro-Schein, Romanik auf dem 10-Euro-Schein, Gotik auf dem 20-Euro-Schein, Renaissance auf dem 50-Euro-Schein, Barock und Rokoko auf dem 100-Euro-Schein, Eisen- und Glasarchitektur auf dem 200-Euro-Schein und moderne Architektur des 20. Jahrhunderts auf dem 500-Euro-Schein.
Fenster und Tore sind Hauptelement auf der Vorderseite der Noten, während Brücken Hauptelement auf der Rückseite sind. Diese Abbildungen stellen kein bestimmtes Bauwerk, sondern ein typisches architektonisches Beispiel jeder Epoche dar.
Wer hat den Entwurf für die Euro-Banknoten ausgewählt und warum?
Der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI, Vorgänger der EZB) hat den Entwurf 1996 ausgewählt.
Das EWI veranstaltete im Februar 1996 einen Gestaltungswettbewerb. Insgesamt 44 Entwürfe wurden eingereicht. Die Entwürfe wurden an einen Notar weitergeleitet, der jede Serie mit einer Nummer versah, um sie zu anonymisieren.
Im September 1996 beurteilte eine Jury aus vierzehn unabhängigen Experten aus den Bereichen Marketing, Werbung, Design und Kunst diese Entwürfe. Die Jury erstellte zwei Listen mit den in die engere Wahl gezogenen Entwürfen: eine Liste mit fünf Entwurfsserien zum Thema "Zeitalter und Stile in Europa" und eine weitere mit fünf Entwurfsserien zum Thema "modern/abstrakt".
Danach wurde das Institut Gallup Europe, das über ansehnliche Erfahrung auf dem Gebiet europaweiter Meinungsforschung verfügt, beauftragt, eine Umfrage zur öffentlichen Akzeptanz der in die engere Wahl gekommenen Entwürfe durchzuführen. Rund 2000 Personen in ganz Europa nahmen an dieser Umfrage teil. Zwei Personengruppen: professionelle Bargeldverwender und Angehörige der breiten Öffentlichkeit - wurden anhand eines ausführlichen Fragebogens befragt und sahen sich alle zehn Entwurfsserien an.
Auf der Grundlage der von der Jury erteilten Ratschläge und der Ergebnisse der öffentlichen Befragung wählte der EWI-Rat im Dezember 1996 die Entwurfsserie aus.
Warum ist das Wort EURO sowohl in griechischen als auch in lateinischen Buchstaben geschrieben?
Der Name der Währung erscheint sowohl in lateinischer (EURO) als auch in griechischer Schrift (EYPO), weil beide Schriften in der Europäischen Union benutzt werden.
Welche Brücken sind auf den Rückseiten der Euro-Banknoten abgebildet?
Die auf der Banknotenrückseite abgebildeten Brücken wurden als typisches architektonisches Beispiel jeder Epoche gestaltet und bilden keine bestimmten Bauwerke ab. Könnte man die Brücken leicht als bestimmte Bauwerke identifizieren, würden die jeweiligen Banknoten unweigerlich mit einem bestimmten Land in Verbindung gebracht werden. Die Brücken repräsentieren daher durch eine stilisierte Abbildung nur eine bestimmte Epoche in der europäischen Geschichte. Ähnlich aussehende Brücken sind in vielen Teilen Europas zu finden. Dies gilt auch für die auf den Banknoten abgebildeten Fenster und Tore.
Wurden besondere Maßnahmen getroffen, um Blinden und Sehbehinderten die Erkennung der verschiedenen Euro-Banknoten zu erleichtern?
Seit Beginn der Entwurfsphase der Euro-Banknoten (1995) wurde erfolgreich mit der Europäischen Blindenunion zusammengearbeitet, da gutes Design für Blinde und Sehbehinderte allen dient. Im Ergebnis sind die nun hergestellten Banknoten sehr benutzerfreundlich.
Jede der sieben Stückelungen hat eine andere Größe. Dadurch können Blinde und Sehbehinderte die Banknoten besser unterscheiden. Außerdem wird durch verstärkten Stichtiefdruck erreicht, dass einige Elemente des Banknotenbildes als Relief erscheinen. Die großen Zahlen (das heißt die Notenwerte) auf der Vorderseite heben sich beispielsweise von der Oberfläche ab und können ertastet werden. Bei den Stückelungen Euro 200 und Euro 500 sind zusätzlich auf der Vorderseite am unteren bzw. rechten Rand ertastbare Striche vorhanden.
Sehbehinderte können die unterschiedlichen Banknoten anhand folgender Merkmale leicht erkennen:
Kann man Euro-Banknoten mit bestimmten Seriennummern beziehen?
Nein. Die Abgabe von Banknoten mit bestimmten Nummern z.B. für Sammlerzwecke ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich.
Kann man komplette Euro-Druckbogen beziehen?
Ja. Euro-Druckbogen der Stückelungen Euro 5, Euro 10 und Euro 20 sind in Deutschland über folgende Stellen zu beziehen:
Enthält die Seriennummer auf den Euro-Banknoten einen Ländercode, und falls ja, welcher Buchstabe gehört zu welcher nationalen Zentralbank?
Die EURO-Noten, die durch die Nationalen Zentralbanken ausgegeben werden, tragen folgende Kennbuchstaben:
| Nationale Zentralbank von ... | Kennbuchstabe |
|---|---|
| * Neue, von der Banque centrale du Luxembourg ausgegebene Banknoten tragen derzeit die Kennziffer der Nationalen Zentralbanken jener Länder, in denen die Banknoten für Luxemburg hergestellt werden. | |
| Belgien | Z |
| Griechenland | Y |
| Deutschland | X |
| Spanien | V |
| Frankreich | U |
| Irland | T |
| Italien | S |
| Luxemburg | * |
| Niederlande | P |
| Österreich | N |
| Portugal | M |
| Finnland | L |
| Slowenien | H |
| Slowakei | E |
| Zypern | G |
| Malta | F |
Welche Inseln sind auf der Rückseite der Euro-Banknoten im unteren Bereich abgebildet?
Auf der Rückseite der Euro-Banknoten sind folgende Inseln abgebildet: Azoren, Madeira, französisch Guyana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, Kanarische Inseln.
Warum leuchten die Euro-Banknoten unter ultraviolettem Licht (UV-Licht) hell auf?
Informationen zu den UV-Licht-Eigenschaften der Euro-Banknoten entnehmen Sie bitte dem Falschgeld-Leitfaden für Euro-Banknoten im Bereich Falschgeld.
Was kann Ihnen passieren, wenn Sie Falschgeld besitzen?
Informationen zum Umgang mit Falschgeld finden Sie im Bereich Falschgeld. Dort finden Sie auch den Falschgeld-Leitfaden für Euro-Banknoten.