
Nachstehend finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen aus verschiedenen Gebieten des Umgangs mit Bargeld. Bitte informieren Sie sich zunächst hier, bevor Sie eine Anfrage an die Bundesbank richten. Anfragen zu Standardantworten, die hier zu finden sind, werden weder beantwortet noch aufbewahrt. Klicken Sie bitte auf das Fragezeichen-Symbol vor der jeweiligen Frage, um die Antwort zu einzusehen.
Welche gesetzlichen Verpflichtungen zur Annahme von Euro-Banknoten bestehen?
Nach Art. 128 Abs. 1 S. 3 des Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union (AEUV), Art. 16 Abs. 1 S. 3 der Satzung des Europäischen Systems der Zentralbanken und der Europäischen Zentralbank, Art. 10 S. 2 der Verordnung (EG) Nr. 974/98 über die Einführung des Euro sind Euro-Banknoten in allen teilnehmenden Mitgliedstaaten das einzige unbeschränkte gesetzliche Zahlungsmittel.
Den AEUV, das ESZB-Statut sowie die genannte Verordnung finden Sie unter folgenden Verknüpfungen:
Insoweit ist jedermann kraft öffentlichen Rechts gehalten, Zahlungen mit Euro-Banknoten als ordnungsgemäße Erfüllung einer Verbindlichkeit zur Vermeidung von Rechtsnachteilen zu akzeptieren.
Allerdings gilt nach deutschem Zivilrecht grundsätzlich das Prinzip der Vertragsfreiheit. Dieses Prinzip ermöglicht es den an einem Rechtsgeschäft Beteiligten, bei Abschluss eines Vertrages dessen Inhalt frei zu bestimmen. Insoweit ist es den Vertragspartnern auch möglich, eine bestimmte Art der Erfüllung für die erbrachte Leistung zu vereinbaren oder auch auszuschließen. Das Prinzip der Vertragsfreiheit überlagert insoweit die o.a. Vorschriften des öffentlichen Rechts, wonach an sich jedermann gehalten ist, Zahlungen mit gesetzlichen Zahlungsmitteln als ordnungsgemäße Erfüllung einer Verbindlichkeit zu akzeptieren.
Auch im öffentlichen Recht sind Einschränkungen bei der Barzahlung bekannt: So ist eine Begleichung der Steuerschuld durch Barzahlung bei den Finanzkassen in der Regel nicht mehr möglich.
Besteht das Risiko einer Übertragung von Viren durch Banknoten?
Das Eurosystem hat umfangreiche Untersuchungen durchgeführt, um die Verbreitungsgefahr von Viren über Banknoten festzustellen. Die Ergebnisse zeigen, dass Viren auf Banknoten wie auf anderen Oberflächen (z.B. Türgriffen, Zeitungen oder Tastaturen) für einen kurzen Zeitraum überleben könnten. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass Viren jemals durch Banknoten übertragen wurden.
Wo wurden die Euro-Banknoten für die Erstausstattung gedruckt?
Die Euro-Banknoten wurden in verschiedenen Ländern hergestellt. Die genauen Standorte entnehmen Sie bitte der nachstehenden Übersicht.
Wer hat die Euro-Banknoten entworfen, bzw. gestaltet?
Die Gestaltungsentwürfe der Euro-Banknoten wurden von dem österreichischen Künstler Robert Kalina erstellt. Seinem Entwurf liegt das Thema "Zeitalter und Stile in Europa" zu Grunde. Die Euro-Banknoten stellen die Architekturstile aus sieben Epochen der europäischen Kulturgeschichte dar: Klassik auf der 5-Euro-Banknote, Romanik auf der 10-Euro-Banknote, Gotik auf der 20-Euro-Banknote, Renaissance auf der 50-Euro-Banknote, Barock und Rokoko auf der 100-Euro-Banknote, Eisen- und Glasarchitektur auf der 200-Euro-Banknote und moderne Architektur des 20. Jahrhunderts auf der 500-Euro-Banknote. Fenster und Tore sind Hauptelement auf der Vorderseite der Noten, während Brücken Hauptelement auf der Rückseite der Noten sind. Diese Abbildungen stellen kein bestimmtes Bauwerk, sondern ein typisches architektonisches Beispiel der ausgewählten Epochen dar.
Wer hat den Entwurf für die Euro-Banknoten ausgewählt und warum?
Der Rat des Europäischen Währungsinstituts (EWI, Vorgänger der Europäischen Zentralbank) hat den Entwurf 1996 ausgewählt. Das EWI veranstaltete im Februar 1996 einen Gestaltungswettbewerb. Insgesamt 44 Entwürfe wurden eingereicht. Die Entwürfe wurden an einen Notar weitergeleitet, der jede Serie mit einer Nummer versah, um sie zu anonymisieren. Im September 1996 beurteilte eine Jury aus vierzehn unabhängigen Experten aus den Bereichen Marketing, Werbung, Design und Kunst diese Entwürfe. Die Jury erstellte zwei Listen mit den in die engere Wahl gezogenen Entwürfen: eine Liste mit fünf Entwurfsserien zum Thema "Zeitalter und Stile in Europa" und eine weitere mit fünf Entwurfsserien zum Thema "modern/abstrakt". Danach wurde das Meinungsforschungsinstitut Gallup Europe beauftragt, eine Umfrage zur öffentlichen Akzeptanz der in die engere Wahl gekommenen Entwürfe durchzuführen. Rund 2000 Personen in ganz Europa nahmen an dieser Umfrage teil. Zwei Personengruppen – professionelle Bargeldverwender und Angehörige der breiten Öffentlichkeit – wurden anhand eines ausführlichen Fragebogens befragt und sahen sich alle zehn Entwurfsserien an. Auf der Grundlage der von der Jury erteilten Ratschläge und der Ergebnisse der öffentlichen Befragung wählte der EWI-Rat im Dezember 1996 die Entwurfsserie aus.
Warum ist das Wort EURO sowohl in griechischen als auch in lateinischen Buchstaben geschrieben?
Der Name der Währung erscheint sowohl in lateinischer (EURO) als auch in griechischer Schrift (EYPO), weil beide Schriften in der Europäischen Union benutzt werden.
Welche Brücken sind auf den Rückseiten der Euro-Banknoten abgebildet?
Die auf der Banknotenrückseite abgebildeten Brücken wurden als typisches architektonisches Beispiel ausgewählter Epochen gestaltet und bilden keine bestimmten Bauwerke ab. Könnte man die Brücken leicht als bestimmte Bauwerke identifizieren, würden die jeweiligen Banknoten unweigerlich mit einem bestimmten Land in Verbindung gebracht werden. Die Brücken repräsentieren daher durch eine stilisierte Abbildung nur eine bestimmte Epoche in der europäischen Geschichte. Ähnlich aussehende Brücken sind in vielen Teilen Europas zu finden. Dies gilt auch für die auf den Banknoten abgebildeten Fenster und Tore.
Wurden besondere Maßnahmen getroffen, um Blinden und Sehbehinderten die Erkennung der verschiedenen Euro-Banknoten zu erleichtern?
Seit Beginn der Entwurfsphase der Euro-Banknoten (1995) wurde erfolgreich mit der Europäischen Blindenunion zusammengearbeitet, da gutes Design für Blinde und Sehbehinderte allen dient. Im Ergebnis sind die hergestellten Banknoten sehr benutzerfreundlich.
Jede der sieben Stückelungen hat eine andere Größe. Dadurch können Blinde und Sehbehinderte die Banknoten gut unterscheiden. Außerdem wird durch verstärkten Stichtiefdruck erreicht, dass einige Elemente des Banknotenbildes als Relief erscheinen. Die großen Zahlen (das heißt die Notenwerte) auf der Vorderseite heben sich beispielsweise von der Oberfläche ab und können ertastet werden. Bei den Stückelungen Euro 200 und Euro 500 sind zusätzlich auf der Vorderseite am unteren bzw. rechten Rand ertastbare Striche vorhanden.
Für Sehbehinderte stehen für die unterschiedlichen Banknoten zusätzlich folgende Merkmale zur Verfügung:
Kann man Euro-Banknoten mit bestimmten Seriennummern beziehen?
Nein. Die Abgabe von Banknoten mit bestimmten Nummern z.B. für Sammlerzwecke ist aus organisatorischen Gründen nicht möglich.
Kann man komplette Euro-Druckbogen beziehen?
Ja. Euro-Druckbogen der Stückelungen Euro 5, Euro 10 und Euro 20 sind in Deutschland über folgende Stelle zu beziehen:
Enthält die Seriennummer auf den Euro-Banknoten einen Ländercode, und falls ja, welcher Buchstabe gehört zu welcher nationalen Zentralbank?
Die Euro-Banknoten tragen folgende Kennbuchstaben, die einen Hinweis auf die Notenbank geben, die für die Beschaffung der Banknote verantwortlich war:
| Nationale Zentralbank von ... | Kennbuchstabe |
|---|---|
| * Die Banque Centrale du Luxembourg beauftragt den Druck eigener Banknoten in Zusammenarbeit mit anderen Zentralbanken. | |
| Belgien | Z |
| Griechenland | Y |
| Deutschland | X |
| Spanien | V |
| Frankreich | U |
| Irland | T |
| Italien | S |
| Luxemburg | * |
| Niederlande | P |
| Österreich | N |
| Portugal | M |
| Finnland | L |
| Slowenien | H |
| Slowakei | E |
| Zypern | G |
| Malta | F |
| Estland | D |
Was sagt der Ländercode aus?
Der auf den Euro-Banknoten aufgedruckte Ländercode (z.B. X für Deutschland, restliche Länder s. oben stehende Übersicht) besagt, im Auftrag welcher nationalen Zentralbank (NZB) die betreffende Banknote hergestellt worden ist. Nicht jede NZB beschafft alle sieben Notenstückelungen, vielmehr wird die Produktion der benötigten Banknoten im gesamten Euroraum im Rahmen eines sog. dezentralen Poolings, bei dem sich einzelne Notenbanken i. d. R. auf wenige Stückelungen konzentrieren, aufgeteilt. Somit sind die NZB, welche eine Banknote herstellen lässt, und diejenige, welche die betreffende Banknote in Verkehr bringt, nicht notwendigerweise identisch.
Ausgegeben werden Euro-Banknoten nicht von dem Mitgliedstaat, dessen Ländercode eine Banknote trägt. Ausgeber der Euro-Banknoten sind vielmehr die nationalen Zentralbanken der teilnehmenden Mitgliedstaaten und die Europäische Zentralbank.
Unabhängig von ihrem Ländercode sind Euro-Banknoten in allen Ländern der Euro-Zone gesetzliches Zahlungsmittel. Welche Rechte sich aus einer Banknote gegenüber den nationalen Zentralbanken ergeben, ist in Artikel 3 des Beschlusses der Europäischen Zentralbank vom 13. Dezember 2010 über die Ausgabe von Euro-Banknoten geregelt. Nach Art. 3 Abs. 2 dieses Beschlusses nehmen die nationalen Zentralbanken der teilnehmenden Mitgliedstaaten sämtliche Euro-Banknoten, d.h. unabhängig vom aufgedruckten Ländercode, zum Austausch in Euro-Banknoten des gleichen Wertes oder zur Gutschrift auf ein bei der Empfänger-NZB unterhaltenes Konto an.
Den Beschluss finden Sie unter folgendem Link:
Welche Regionen sind auf der Rückseite der Euro-Banknoten im unteren Bereich abgebildet?
Auf der Rückseite der Euro-Banknoten sind folgende Inseln und Überseedepartements abgebildet: Azoren, Madeira, Französisch-Guyana, Guadeloupe, Martinique, Réunion, Kanarische Inseln.

Warum leuchten die Euro-Banknoten unter ultraviolettem Licht (UV-Licht) hell auf?
Informationen zu den UV-Licht-Eigenschaften der Euro-Banknoten entnehmen Sie bitte dem Falschgeld-Leitfaden für Euro-Banknoten im Bereich Falschgeld.
Was kann Ihnen passieren, wenn Sie Falschgeld besitzen?
Informationen zum Umgang mit Falschgeld finden Sie im Bereich Falschgeld. Dort finden Sie auch den Falschgeld-Leitfaden für Euro-Banknoten.