
In diesem Segment stellt die Deutsche Bundesbank ein speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittenes Glossar mit wichtigen Begriffen insbesondere zu "Geld und Währung" zur Verfügung.
Teilbilanz der Zahlungsbilanz, in der der Kapitalverkehr mit dem Ausland erfasst wird. Auf der Aktivseite steht der Import von Kapital. Er entspricht der Veränderung der Verbindlichkeiten von Inländern gegenüber Ausländern (z. B. Kauf inländischer Wertpapiere durch Ausländer) innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Der Export von Kapital bzw. die Bestandsänderung an Auslandsforderungen wird entsprechend auf der Passivseite geführt (z. B. Auslandskredite inländischer Geld- und Kreditinstitute). Nicht in der Kapitalbilanz, sondern in der Devisenbilanz werden die Bestandsveränderungen der staatlichen Währungsreserven (die sich i. d. R. bei der Zentralbank befinden) erfasst.
Der Kapitalmarkt umfasst alle Märkte, auf denen langfristige Schuldverschreibungen und Beteiligungskapital gehandelt werden. Über den Kapitalmarkt erhalten Unternehmen und staatliche Stellen Mittel für langfristige Investitionen. Manchmal wird der Begriff Kapitalmarkt auf den organisierten Handel mit Wertpapieren, also die Börsen, verengt.
Zins für die langfristige Überlassung von Kapital. Es gibt eine Vielzahl langfristiger Zinssätze, die sich nach Laufzeit, Besicherung der Kredite und Kreditvolumen zum Teil erheblich unterscheiden. Als allgemeine Messgröße für den Kapitalmarktzins wird häufig die Rendite der umlaufenden festverzinslichen Wertpapiere (Schuldverschreibungen) verwendet.
Am Kapitalmarkt tätige Institutionen, die Anlagemittel entgegennehmen und diese z. B. durch Erwerb von Wertpapieren an Kapitalnachfrager weiterleiten. Im Unterschied zu den Banken entstehen bei den Kapitalsammelstellen grundsätzlich keine Zahlungsmittel (in Form von Sichteinlagen). Kapitalsammelstellen betreiben daher keine Geldschöpfung. Die bedeutendsten Kapitalsammelstellen in Deutschland sind Investmentfonds und Versicherungen.
Als Kaufkraft bezeichnet man den Wert des Geldes, ausgedrückt in einer Gütermenge. Sie gibt an, welche Gütermenge für einen bestimmten Geldbetrag gekauft werden kann. Steigt das Preisniveau (Inflation), verringert sich die Kaufkraft, weil man für einen bestimmten Geldbetrag nun weniger Güter als zuvor erhält. Sinkt das Preisniveau (Deflation), erhöht sich die Kaufkraft.
Vorstellung, nach der sich der Wechselkurs anhand des Preisgefälles zwischen dem Inland und dem Ausland bildet. Ist ein Gut im Inland billiger als im Ausland, wird sich die gesamte Nachfrage auf das Inland konzentrieren. Der Preis im Inland steigt, der im Ausland sinkt. Die Arbitrage endet, wenn das Gut im In- und Ausland gleich teuer ist (absolute Kaufkraftparitätentheorie) oder der Preisunterschied nur noch die Transportkosten ausmacht (relative Kaufkraftparitätentheorie).
Bei der Messung der Kerninflation bleiben im Gegensatz zum traditionellen Verbraucherpreisindex besonders volatile Inflationskomponenten unberücksichtigt, wodurch sich ein geglätteter Inflationsverlauf ergibt. Die Statistik kennt mehrere Ansätze zur Messung der Kerninflation; am gängigsten sind jene, permanent dieselben Gütergruppen wie Energie oder unverarbeitete Nahrungsmittel aus dem Preisindex ausschließen. Einige Notenbanken richten ihre geldpolitischen Entscheidungen auf die Kerninflationsrate aus. Das Eurosystem hingegen hat seine Preisstabilitäts-Definition auf den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) abgestellt.
Das bankaufsichtliche Kernkapital umfasst im Wesentlichen das eingezahlte Kapital, Einlagen stiller Gesellschafter, offene Rücklagen, den Sonderposten für allgemeine Bankrisiken gemäß § 340g HGB sowie in begrenztem Umfang innovative Kapitalinstrumente wie Hybridkapital. Wird auch als Tier I Capital bezeichnet. Die Kernkapitalquote setzt das Kernkapital ins Verhältnis zu den gewichteten Risikopositionen einer Bank.
Der Keynesianismus ist eine wirtschafts- und geldpolitische Auffassung, die auf John Maynard Keynes zurückgeht. Der Staat muss dabei die Aufgabe übernehmen, konjunkturelle Schwankungen zu beeinflussen und für Vollbeschäftigung zu sorgen. Hierzu muss er eine antizyklische Wirtschaftspolitik betreiben, z. B. durch Änderung der Staatsnachfrage oder die Einwirkung auf die Nachfrage anderer Wirtschaftsakteure (z. B. durch Steuersenkungen). Im Keynesianismus spielt im Gegensatz zum Monetarismus die Geldmenge keine besondere Rolle.
Der Konsum bildet bei den privaten Haushalten und dem Staat zusammen mit dem Sparen die Einkommensverwendung. Er bezeichnet Ausgaben für Waren und Dienstleistungen, die zur Befriedigung individueller Bedürfnisse oder kollektiver Bedürfnisse der Allgemeinheit verwendet werden. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte werden als private Konsumausgaben bezeichnet. Zum sog. Staatskonsum gehören z. B. laufende Transferzahlungen und die Entgelte für die im öffentlichen Dienst Beschäftigten.
Konjunktur ist die zyklische Auf- und Abwärtsbewegung der Wirtschaftstätigkeit um das langfristige Trendwachstum herum. Als Bezugsgröße für die Konjunkturanalyse dient zumeist das reale BIP. Einen vollständigen Bewegungsablauf von Aufschwung über Abschwung bis zum nächsten Aufschwung nennt man einen Konjunkturzyklus. Die Position einer Volkswirtschaft im Konjunkturzyklus wird üblicherweise am gesamtwirtschaftlichen Auslastungsgrad (Produktionslücke bzw. Output gap) gemessen.
Staatliche Maßnahmen, um die konjunkturellen Schwankungen zu glätten und ihren negativen Folgen entgegenzuwirken. Das Gesetz zur Förderung der Stabilität und des Wachstums der Wirtschaft (Stabilitätsgesetz) von 1967 enthält hierfür einen Katalog von Maßnahmen, auf den insbesondere in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre zurückgegriffen wurde. Auch im Gefolge der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise wurden umfangreiche konjunkturelle Stützungsmaßnahmen aufgelegt.
Der Konsortialkredit (auch syndizierter Kredit)wird von mehreren Banken gemeinsam gewährt, wobei eine oder mehrere Banken die Federführung übernehmen.
Dient der buchhalterischen Erfassung der Geld- und Vermögensbestände und -bewegungen. Im Kundenverkehr der Banken dienen Konten der Verrechnung aller Forderungen und Verbindlichkeiten. Über Kontoguthaben oder bestehende Kreditlinien kann der Kunde auf unterschiedliche Weise verfügen (Bargeld, Scheck, Lastschrift, Überweisung). Über den Kontostand informiert ihn der so genannte Kontoauszug.
=> Dispositionskredit
Damit ein EU-Staat der Währungsunion beitreten kann, muss sich seine wirtschaftliche Lage bis zu diesem Zeitpunkt nachhaltig angenähert (Konvergenz) haben. Um dies festzustellen, muss er vier Konvergenzkritierien erfüllen:
- Preisstabilität: Die Inflationsrate darf nicht mehr als 1,5 Prozentpunkte über derjenigen der drei preisstabilsten Mitgliedsländer der Europäischen Union liegen.
- Höhe der langfristigen Zinsen: Die langfristigen Nominalzinssätze dürfen nicht mehr als zwei Prozentpunkte über den entsprechenden Zinssätzen der drei preisstabilsten Mitgliedsländer der Europäischen Union liegen.
- Haushaltsdisziplin: Das jährliche öffentliche Defizit sollte grundsätzlich nicht mehr als 3 %, der öffentliche Schuldenstand nicht mehr als 60 % des Bruttoinlandsprodukts betragen.
- Wechselkursstabilität: Der Beitrittskandidat muss mindestens zwei Jahre am Wechselkursmechanismus II teilgenommen haben. Dabei darf der Wechselkurs der eigenen Währung nicht starken Schwankungen gegenüber dem Euro ausgesetzt gewesen sein.
Konvertibilität bezeichnet die Möglichkeit, eine Währung frei und ungehindert zum allgemein gültigen Wechselkurs in eine andere Währung umtauschen zu können. Als voll konvertibel gelten nur Währungen, die weder für Inländer noch für Ausländer einer Beschränkung des zwischenstaatlichen Zahlungs- und Kapitalverkehrs unterliegen. Der Euro ist eine voll konvertible Währung.
Ein Kredit ist die zeitlich begrenzte Überlassung von Kaufkraft (in der Regel in Geldform). Der Kreditnehmer zahlt dem Kreditgeber dafür einen Zins. Es lassen sich zahlreiche Kreditarten unterscheiden, die durch unterschiedliche Laufzeiten, Art und Umfang der Besicherung oder der Verwendung charakterisiert sind (z. B. Realkredit, Dispositionskredit).
Mit Abschluss eines Kreditausfallswaps verpflichtet sich der Sicherungsgeber gegen eine periodisch zu zahlende Prämie, bei Eintritt eines vorab spezifizierten Kreditereignisses (z. B. Zahlungsausfall oder -verzug) eine Ausgleichszahlung an den Sicherungsnehmer zu leisten. Die Höhe der CDS-Prämie hängt vor allem von der Bonität des Referenzschuldners, der Definition des Kreditereignisses und der Laufzeit des Vertrags ab.
Die als Universalbanken tätigen privaten Banken, die traditionell vor allem das kurzfristige Kreditgeschäft pflegen, aber z. B. auch im Emissionsgeschäft eine bedeutende Rolle spielen. Darunter fallen die Großbanken, die Regionalbanken und sonstige Kreditbanken sowie die Zweigstellen ausländischer Banken.
Die als Universalbanken tätigen privaten Banken, die traditionell vor allem das kurzfristige Kreditgeschäft pflegen, aber z. B. auch im Emissionsgeschäft eine bedeutende Rolle spielen. Darunter fallen die Großbanken, die Regionalbanken und sonstige Kreditbanken sowie die Zweigstellen ausländischer Banken.
=> Bank
Dieser Übertragungsweg monetärer Impulse stellt auf das Kreditvergabeverhalten der Banken ab. Der Kreditkanal umfasst den Bankenkanal, der auf liquiditäts- bzw. eigenkapitalbedingte Beschränkungen des Kreditangebots abstellt, und den Bilanzkanal, der den Wertverlust von (möglichen) Kreditsicherheiten hervorhebt.
Instrument des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Mit der Kreditkarte wird nicht nur bezahlt, sondern bis zur Belastung des Kontos gleichzeitig auch ein kurzfristiger Kredit in Anspruch genommen (im Gegensatz zu den vorausbezahlten Karten).
Unzureichendes Kreditangebot, das quantitativ so bedeutsam ist, dass es ein maßgebliches konjunkturelles Risiko begründet.
Kreditwesengesetz.