
In diesem Segment stellt die Deutsche Bundesbank ein speziell auf Schülerinnen und Schüler zugeschnittenes Glossar mit wichtigen Begriffen insbesondere zu "Geld und Währung" zur Verfügung.
Die Zahlungsbilanz gibt Auskunft über alle wirtschaftlichen Transaktionen zwischen einer Volkswirtschaft und der übrigen Welt in einem bestimmten Zeitraum. Die Zahlungsbilanz des Eurosystems bzw. Deutschlands setzt sich zusammen aus der Leistungsbilanz, dem Saldo der Vermögensübertragungen, der Kapitalbilanz und dem Restposten (statistisch nicht aufgliederbare Transaktionen). Die Zahlungsbilanz wird nach dem Prinzip der doppelten Buchführung geführt und ist (formal) immer ausgeglichen. Wenn von einer „unausgeglichenen“ Zahlungsbilanz gesprochen wird, ist meist der Saldo einer bestimmten Teilbilanz – in der Regel der Leistungsbilanz – gemeint.
Unter dem Begriff Zahlungsverkehr versteht man die Übertragung von Zahlungsmitteln innerhalb einer Volkswirtschaft im baren und unbaren Zahlungsverkehr. Bei Barzahlungen übergibt man Banknoten und Münzen, bei bargeldlosen Zahlungen überträgt man mittels Instrumenten des bargeldlosen Zahlungsverkehrs (z. B. Überweisung, Lastschrift, Scheck oder Kartenzahlung) Giralgeld von einem Konto zu einem anderen.
Eine Zentralbank ist diejenige Institution, die für die Geldpolitik und die Funktionsfähigkeit des Geldwesens in einem Land oder Gebiet zuständig ist. Zu ihren Kernaufgaben gehören neben der Geldpolitik typischerweise die Verwaltung der Währungsreserven sowie als Notenbank die Ausgabe von Banknoten. Der Zentralbank kann auch die Verantwortung für die Bankenaufsicht und den Zahlungsverkehr übertragen werden. Wichtigstes geldpolitisches Ziel ist zumeist Preisstabilität. Um dieses Ziel besser erreichen zu können, sind Zentralbanken in vielen Ländern unabhängig von politischen Weisungen.
Unter Zentralbankgeld versteht man das von der Zentralbank geschaffene Geld. Es umfasst den gesamten Bestand umlaufender Banknoten und Münzen sowie die Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei der Zentralbank (Zentralbankguthaben).
Guthaben bei der Zentralbank, die von Banken gehalten werden. Sie dienen den Kreditinstituten zur Erfüllung der Mindestreservepflicht und als Arbeitsguthaben. Zentralbankguthaben werden am Geldmarkt zum Liquiditätsausgleich zwischen den Banken gehandelt.
Der ZKA ist eine gemeinsame Einrichtung der Spitzenverbände der deutschen Kreditwirtschaft, in dem die verschiedenen Verbände durch die Zusammenarbeit eine einheitliche Meinungs- und Willensbildung erzielen und damit gemeinsam die Interessen der Kreditwirtschaft vertreten.
Ein Zertifikat ist ein Wertpapier, das die Teilnahme an der Kursentwicklung der entsprechenden Basiswerte (z. B. Aktien oder Devisen) verbrieft. Diese Produkte bedienen durch ihre vielfältigen Ausgestaltungen (z. B. Index-, Bonus-, Discount-, Garantiezertifikate) die Bedürfnisse verschiedenster Anlegertypen. Zertifikate sind in ihrer Laufzeit begrenzte oder unbegrenzte, von Banken begebene Schuldverschreibungen, die z. T. auch als Derivate einzuordnen sind. Zu unterscheiden sind Zertifikate von sog. Investmentzertifikaten bzw. Fondsanteilen, die von Kapitalanlagegesellschaften emittiert werden.
Der Zins ist allgemein der Preis für die zeitweise und leihweise Überlassung von Kapital, den der Kapitalnehmer dem Kapitalgeber zahlt. Der Zinssatz wird üblicherweise in Prozent bezogen auf ein Jahr angegeben. Typischerweise ist der Zins um so höher, je länger ein Kredit läuft. Weitere Bestimmungsfaktoren für die Höhe der Zinsen sind beispielsweise das geschätzte Ausfallrisiko eines Kredits und die Güte etwaiger Besicherungen. Das Zinsniveau gibt Auskunft über die durchschnittliche Höhe der am Markt für eine bestimmte Laufzeit genannten Zinssätze.
Der Zinskanal beschreibt die direkten und indirekten binnenwirtschaftlichen Zinswirkungen geldpolitischer Maßnahmen. Mit den direkten Zinswirkungen ist der Kapitalkosteneffekt gemeint, der dadurch entsteht, dass sich die Kreditzinsen bzw. -kosten im Gefolge einer Änderung der Geldmarktzinsen gleichgerichtet ändern. Bei den indirekten Zinswirkungen stehen die Substitutionseffekte in Bezug auf das Portfolio im Vordergrund. Ziel der Anleger ist es, stets ein optimales Portfolio der Finanz- und Sachanlagen zu erreichen. Demnach schichten Banken, Unternehmen und private Haushalte ihre Vermögenspositionen bei Zinsänderungen entsprechend um. => Transmissionsmechanismus
Zusammenhang zwischen den Zinssätzen und den Laufzeiten einer Anlage für Emittenten gleicher Bonität. Man spricht von einer normalen (inversen) Zinsstruktur, wenn der Zinssatz mit der Laufzeit der Anlage steigt (fällt). Die graphische Darstellung von Zinsniveaus für Emittenten gleicher Bonität für verschiedene Laufzeiten wird als Zinsstrukturkurve bezeichnet.
Vereinbarung zwischen zwei Parteien über den Austausch unterschiedlicher Zinszahlungsströme während einer bestimmten Laufzeit zu festgelegten Terminen in der Zukunft. Üblicherweise werden feste gegen variable Zinszahlungen getauscht.
Der Zinstender ist ein Tenderverfahren, bei dem die teilnehmenden Geschäftspartner bei ihren Geboten nicht nur den Betrag, sondern auch den Zinssatz angeben, zu dem sie das Geschäft abschließen wollen.
Die Zwei-Säulen-Strategie des Eurosystems bezeichnet die umfassende Analyse von Indikatoren, die den geldpolitischen Entscheidungen des EZB-Rats zugrunde liegen. Die Analyse bezieht sich auf Indikatoren, die auf Risiken für Preisstabilität hinweisen und geldpolitischen Handlungsbedarf anzeigen können. Die „zwei Säulen“ bilden die wirtschaftliche und die monetäre Analyse. In der wirtschaftlichen Analyse werden kurz- bis mittelfristige, realwirtschaftliche Indikatoren (z. B. Produktionspotenzial, Lohnentwicklung), in der monetären Analyse längerfristige, monetäre Indikatoren (z. B. Wachstum der Geldmenge) betrachtet. Um zu verhindern, dass relevante Informationen übersehen werden, sieht die Zwei-Säulen-Strategie eine wechselseitige Überprüfung der aus den beiden „Säulen“ stammenden Informationen vor (sog. Cross-Checking).