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Pressenotiz

Frankfurt am Main
12. August 2009

 

Kleine und mittelgroße Unternehmen in Deutschland gut für die Krise gewappnet

Die Finanz- und Wirtschaftskrise trifft derzeit in starkem Maß auch viele Unternehmen des deutschen Mittelstands. Allerdings haben die kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) - wie aus den jetzt erstmals vorliegenden disaggregierten Angaben der Unternehmensbilanzstatistik der Bundesbank erkennbar ist - in den Jahren zuvor die gute Wirtschaftsentwicklung mit beachtlichem Erfolg dazu genutzt, ihre finanzielle Widerstandskraft zu stärken. Aus dieser gefestigten Position heraus sind sie weitaus besser als in früheren Abschwungphasen für die Bewältigung der rezessiven Belastungen gewappnet. *)

Deutliche Verbesserung der Ertragsverhältnisse der KMU bei moderatem Geschäftswachstum

In den Jahren 2005 bis 2007 haben die kleinen und mittelgroßen Unternehmen (weniger als 50 Mio € Umsatz) bei einem insgesamt günstigen konjunkturellen Umfeld ihre Ertragssituation nochmals deutlich verbessert. Das Jahresergebnis vor Gewinnsteuern nahm im Jahresdurchschnitt mit 10 % für sich betrachtet recht deutlich zu, wenn auch der Anstieg bei den Großunternehmen mit 22 % noch stärker ausfiel. Diese positive Tendenz erweist sich auch dann noch als sehr kräftig, wenn man das Umsatzwachstum mit ins Bild nimmt. Die Brutto-Umsatzrendite erhöhte sich von 5 % im Jahr 2004 auf 6 % im Jahr 2007; dies ist der mit Abstand höchste Wert seit Beginn der Reihe im Jahr 1997.

Die Steigerung der Ertragskraft wurde bei moderater Expansion der Geschäftstätigkeit – die Gesamtleistung stieg um 3 ½ % p.a. – vor allem durch Kostendisziplin erreicht. Dies gilt in erster Linie für den Personalaufwand, der in den drei Jahren im Mittel nur um 1 ½ % zugenommen hat.

Erhebliche Verstärkung der Eigenmittelbasis

Die Bilanzsumme der KMU ist im Durchschnitt der Jahre 2005 bis 2007 um 4 ¼ % gewachsen. Dahinter stand eine kräftige Aufstockung der Eigenmittel von 12 % pro Jahr und eine eher moderate Zunahme der Verbindlichkeiten (+ 3 ¼ %) sowie der Rückstellungen (+ 3 ½ %). Der Anteil der Eigenmittel an der Bilanzsumme hat sich deshalb beträchtlich von 14 ¾ % auf 18 ½ % erhöht. Bei den Nicht-Kapitalgesellschaften unter den KMU legte er um 4 Prozentpunkte auf 12 ½ % und bei den Kapitalgesellschaften um 2 ½ Prozentpunkte auf 25 ½ % zu. Damit hat sich der Rückstand gegenüber den als Kapitalgesellschaften geführten Großunternehmen auf 4 Prozentpunkte verringert. Als Reflex der verbesserten Eigenmittelausstattung der KMU ist die Verschuldung bei Banken weiter um 3 ½ Prozentpunkte auf 26 % der Bilanzsumme zurückgegangen.

Insgesamt haben die kleinen und mittleren Unternehmen die guten Konjunkturjahre in diesem Jahrzehnt erfolgreich zur Stärkung ihrer finanziellen Bestandsfestigkeit genutzt. Dieses Polster erweist sich jetzt angesichts der Wirtschafts- und Finanzkrise, in deren Verlauf die Erträge stark unter Druck geraten sind, als sehr hilfreich und dürfte vielen Unternehmen den Fortbestand sichern.

 

* Die hier kommentierten hochgerechneten Angaben der Unternehmensbilanzstatistik werden künftig auch in der Differenzierung nach KMU und Großunternehmen als fortlaufend aktualisierte Zeitreihen veröffentlicht. Angaben bis 2007 siehe Link: www.bundesbank.de/statistik/statistik_wirtschaftsdaten_tabellen.php. Hier sind erstmals auch hochgerechnete Branchenangaben für 2007 zu finden.

 

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