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Pressenotiz

Frankfurt am Main
11. März 2010

 

Leichte Tilgungen am Rentenmarkt im Januar 2010

Am deutschen Rentenmarkt nahm die Emissionstätigkeit im Januar weiter ab. Insgesamt wurden im Berichtsmonat Anleihen für 117,3 Mrd € begeben, nach 124,4 Mrd € im Dezember 2009. Nach Abzug der ebenfalls gesunkenen Tilgungen und unter Berücksichtigung der Eigenbestandsveränderungen der Emittenten haben inländische Schuldner letztlich Rentenwerte für 0,6 Mrd € getilgt, verglichen mit 24,4 Mrd € im Vormonat. Der Absatz ausländischer Schuldverschreibungen belief sich auf 11,8 Mrd €. Insgesamt kamen somit am deutschen Rentenmarkt im Januar 11,2 Mrd € auf.

Die Kreditinstitute setzten im Januar den Abbau ihrer Kapitalmarktverschuldung fort und tilgten im Ergebnis Anleihen für 17,1 Mrd €, im Vergleich zu 2,3 Mrd € im Dezember. Dabei haben sie vor allem Öffentliche Pfandbriefe sowie die flexibel gestaltbaren Sonstigen Bankschuldverschreibungen netto getilgt (11,8 Mrd € bzw. 11,5 Mrd €). Hingegen konnten die teilweise mit staatlichen Garantien ausgestatteten Spezialkreditinstitute neue Anleihen für 5,3 Mrd € absetzen, aber auch Hypothekenpfandbriefe wurden per saldo neu emittiert (0,8 Mrd €).

Die öffentliche Hand erlöste im Januar am Kapitalmarkt 12,0 Mrd €. Dabei weitete der Bund seine Rentenmarktverschuldung um 11,0 Mrd € aus. Er setzte per saldo zweijährige Bundesschatzanweisungen (5,7 Mrd €), Bundesobligationen (5,2 Mrd €) sowie 30jährige Bundesanleihen ab (3,1 Mrd €), in geringerem Umfang auch zehnjährige Bundesanleihen (0,9 Mrd €). Hingegen tilgte er vor allem Unverzinsliche Schatzanweisungen (3,7 Mrd €). Die Länder emittierten im Ergebnis Kapitalmarktpapiere in Höhe von 1,1 Mrd €.

Die inländischen Unternehmen haben im Berichtsmonat netto Schuldverschreibungen für 4,6 Mrd € begeben, wobei es sich per saldo ausschließlich um Papiere mit Laufzeiten über einem Jahr handelte.

Erworben wurden Schuldverschreibungen im Januar vor allem von heimischen Nichtbanken, die 15,8 Mrd € am deutschen Markt anlegten. Inländische Kreditinstitute erweiterten ihre  Rentenportefeuilles um insgesamt 2,1 Mrd €, dabei handelte es sich ausschließlich  um ausländische Titel. Ausländische Investoren veräußerten hingegen netto hiesige Schuldverschreibungen für 6,6 Mrd €.

Am deutschen Aktienmarkt wurden im Januar junge Aktien für 1,4 Mrd € begeben. Dabei handelte es sich nahezu ausschließlich um Papiere börsennotierter Gesellschaften. Der Umlauf ausländischer Dividendenwerte in Deutschland verringerte sich gleichzeitig um 1,8 Mrd €. Auf der Erwerberseite weiteten allein die deutschen Kreditinstitute ihre Aktienengagements aus, und zwar um 3,5 Mrd €; sie erwarben dabei per saldo nur inländische Titel. Dagegen verkauften die heimischen Nichtbanken und insbesondere ausländische Anleger Aktien am deutschen Markt (0,7 Mrd € bzw. 3,2 Mrd €).

Inländische Investmentfonds verzeichneten im Januar Mittelzuflüsse in Höhe von 10,0 Mrd €, wovon 7,3 Mrd € auf die institutionellen Anlegern vorbehaltenen Spezialfonds entfielen. Unter den Publikumsfonds konnten vor allem Offene Immobilienfonds und Gemischte Wertpapierfonds Anteile absetzen (1,8 Mrd € bzw. 1,0 Mrd €), in geringerem Umfang flossen aber auch Geldmarktfonds sowie Gemischten Fonds (0,7 Mrd € bzw. 0,5 Mrd €) neue Mittel zu. Hingegen mussten Aktienfonds (0,9 Mrd €) und Rentenfonds (0,1 Mrd €) Anteile zurücknehmen. Des Weiteren setzten ausländische Kapitalanlagegesellschaften Fondsanteile für 3,1 Mrd € in Deutschland ab. Im Ergebnis haben alle Anlegergruppen im Januar Investmentanteile erworben. Insbesondere inländische Nichtbanken nahmen per saldo Zertifikate für 11,2 Mrd € in ihre Portfolios auf, heimische Kreditinstitute sowie ausländische Investoren erwarben Anteilscheine für netto 1,0 Mrd € beziehungsweise 0,9 Mrd €.

Anlage: Absatz und Erwerb von Wertpapieren in Deutschland

 

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