
Pressenotiz
Frankfurt am Main
27. Juni 2011
Die Statistikgremien des Europäischen Systems der Zentralbanken (ESZB) sind bestrebt, bestehende Informationslücken zu schließen und den Entscheidungsträgern im ESZB, in der Politik und der Wirtschaft zuverlässige, harmonisierte Daten zur Verfügung zu stellen.
Zeitgleich mit der Europäischen Zentralbank informiert die Bundesbank heute über ihr erweitertes Datenangebot und stellt die Informationen auf ihrer Homepage zur Verfügung. Die neuen statistischen Angaben betreffen sowohl den monetären als auch den nicht-monetären Finanzsektor.
Im Zuge der Überarbeitung der MFI-Zinsstatistik wurden vornehmlich zahlreiche zusätzliche Untergliederungen des Kreditneugeschäfts eingeführt, die insbesondere der Verbesserung der Analyse des monetären Transmissionsmechanismus, der Konvergenz der Finanzmärkte im Euro-Währungsgebiet und der Finanzstabilität dienen. Eine ausführliche Darstellung der Änderungen des Erhebungsrahmens und der Stichprobe sowie erste Ergebnisse der seit Juni 2010 erweiterten Datenbasis finden sich im Monatsbericht der Bundesbank vom Juni 2011.1
Mit der Verordnung EZB/2008/32 vom 19. Dezember 2008 wurden die Meldeanforderungen zur MFI-Bilanzstatistik erweitert. Hierdurch steht nunmehr eine Vielzahl neuer Untergliederungen der wichtigsten Bilanzpositionen zur Verfügung. Eingeführt wurden beispielsweise der separate Ausweis von Forderungen und Verbindlichkeiten aus Reverse-Repo- bzw. Repo-Geschäften mit Zentralen Gegenparteien, detaillierte Angaben zu Überziehungskrediten sowie Positionen für die von Verbriefungszweckgesellschaften emittierten Wertpapiere im Bestand der MFIs. Des Weiteren melden die Banken (MFIs) in Deutschland nunmehr Angaben zu Buchkreditbeständen, die sie traditionell verbrieft (true-sale) haben.
Darüber hinaus liegen erstmals Informationen über die Geschäftstätigkeit der in Deutschland ansässigen Verbriefungszweckgesellschaften (FVCs) vor. Die Aktiva und Passiva der FVCs sind nach Arten, Fristigkeiten und Wirtschaftssektoren ihrer Geschäftspartner gegliedert.
Das erweiterte Datenangebot über MFIs und FVCs in Deutschland steht auf monatlicher bzw. vierteljährlicher Basis in Tabellenform auf der Homepage der Bundesbank im Bereich „Statistik“ zur Verfügung. Die neuen Untergliederungen der MFI-Bilanzstatistik wurden erstmals für den Berichtsmonat Juni 2010 erhoben. Die statistischen Angaben zum Verbriefungsgeschäft der MFIs und zur FVC-Statistik liegen ab Dezember 2009 vor (http://www.bundesbank.de/statistik/statistik_banken_tabellen.php#weiteretabellen).
Während im Bereich der Banken (MFIs) und der Investmentfonds (IFs) bereits ein hoher Versorgungsstand mit zuverlässigen statistischen Daten erreicht ist, sind die europäischen statistischen Standards für andere bedeutende Finanzsektoren noch nicht erfüllt. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wird heute mit der Veröffentlichung erster Zahlen einer vierteljährlichen Statistik über Versicherungen (einschließlich Pensionseinrichtungen) im Euro-Währungsgebiet unternommen. Bei dem Aufbau einer ESZB-Versicherungsstatistik geht es zunächst darum, den analytischen Grundbedarf auf der Basis verfügbarer Daten, insbesondere aus dem Bereich der Versicherungsaufsicht, und ergänzender anderer Quellen nach einer einheitlichen Systematik und Frequenz abzudecken.2
_________________
Deutsche Bundesbank | Kommunikation | Wilhelm-Epstein-Straße 14
| 60431 Frankfurt am Main
Internet: http://www.bundesbank.de | E-Mail: presse-information@bundesbank.de
Telefon +49 (0) 69 9566-3511, -3512 | Fax +49 (0) 69 9566-3077
Bei publizistischer Verwertung wird um Angabe der Quelle gebeten.