
In einer Marktwirtschaft beginnt die Sicherung der Finanzsystemstabilität auf der Ebene der einzelnen Finanzmarktteilnehmer. Anreize zu eigenverantwortlichem Handeln und für ein wirksames individuelles Risikomanagement entstehen vor allem aus der disziplinierenden Wirkung des Marktes. Ein hohes Maß an Transparenz und die kostengünstige Verfügbarkeit von Informationen sind entscheidende Voraussetzungen dafür, dass Finanzmarktpreise ihre Wirkung als effizienter Steuerungsmechanismus, nicht zuletzt wider die Anhäufung übermäßiger Risiken, entfalten können. Der Markt kann darüber hinaus nur dann disziplinierend wirken, wenn adäquate institutionelle und regulatorische Rahmenbedingungen bestehen. Bei der Entwicklung des institutionellen Rahmens für das Finanzsystem arbeiten Notenbanken, Regierungs- und Aufsichtsstellen eng zusammen.
Zu diesen Rahmenbedingungen gehört eine effektive Banken- und Finanzmarktaufsicht, die zum einen konkrete Anforderungen an den Geschäftsbetrieb stellt, wie zum Beispiel an die Mindestausstattung mit Eigenkapital, und zum anderen die Überprüfung der Einhaltung dieser Vorschriften. Eine Überwachung der Funktionsfähigkeit der Zahlungsverkehrs- und Wertpapierabwicklungssysteme durch die Notenbanken ist in diesem Zusammenhang ein weiterer Baustein zur Sicherung der Finanzsystemstabilität.