
Das Prinzip der Selbstbesicherung basiert darauf, dass ein Kunde durch Markierung einer Kaufinstruktion (Receipt versus Payment - RvP) im CASCADE System der Clearstream Banking AG Frankfurt (CBF) innerhalb der CBF-Nachtverarbeitung ein innertägliches Refinanzierungsgeschäft über die Wertpapiergattung und -menge der markierten Kaufinstruktion mit der Deutschen Bundesbank (BBk) abschließt. Die BBk ermittelt die Beleihungswerte der markierten Instruktionen. Bereits vor Beginn der CBF-Nachtverarbeitung prüft sie, ob Kunde und Wertpapiergattung zur Selbstbesicherung zugelassen sind.
In der Nachtverarbeitung der CBF und in der Tagverarbeitung bis zum Start der SDS1 wird das zustande gekommene Refinanzierungsgeschäft Zug-um-Zug valutiert, wobei die BBk die Papiere, der Kunde den Gegenwert abzüglich eines Sicherheitenabschlags erhält, der sofort in die Geldposition des Kunden eingeht.
Es besteht keine funktionale Verkettung zwischen der markierten Kaufinstruktion und der zusätzlich erstellten Selbstbesicherungs-Lieferinstruktion. Dadurch kann die Lieferinstruktion auch aus einem vorhandenen Stückebestand ausgeführt werden.

Der SB-Kredit, der aus der Belieferung des Refinanzierungsgeschäfts an die BBk folgt, ist innerhalb der RTS-Verarbeitung der CBF gleichtägig bis 15:30 Uhr zurückzuführen. Ist eine gleichtägige Rückführung auf diese Art nicht möglich, wird ein kostenpflichtiger Sonderprozess der Rückführung bei der BBk eingeleitet. Dabei werden die SB-Sicherheiten automatisch in ein SB-Dispositionsdepot der BBk umgebucht, wodurch eine weitere Möglichkeit zur Rückführung bis 18:00 Uhr geschaffen wird. Bei einem SB-Kredit handelt es sich um einen Innertageskredit, der bei fehlender Liquidität am Tagesende um 18:00 Uhr in einen verzinslichen Bundesbank-Übernachtkredit umgewandelt wird.

Das Verfahren ist abwicklungstechnisch ähnlich einem Repo-Geschäft ausgestaltet, indem Geldbereitstellung durch die BBk und Anschaffung von bestimmten Wertpapiersicherheiten Zug-um-Zug (DvP) in der Nachtverarbeitung und künftig in der Tagverarbeitung der CBF bis zum SDS1 stattfinden. Rechtlich handelt es sich jedoch um eine Kreditzusage bzw. -inanspruchnahme gegen Pfandrechtsbestellung zu Gunsten der BBk.
Die markierten Kaufinstruktionen und die daraus generierten Selbstbesicherungsinstruktionen werden im CASCADE-Cash Forecast ausgewiesen. Jede einzelne Markierung eines Kaufauftrages für die Selbstbesicherung führt zu einer Aktualisierung des Cash Forecasts in Echtzeit. Es besteht die Möglichkeit, das Selbstbesicherungspotential im Dispositionsbetrag zu berücksichtigen oder nur zur Information anzuzeigen. Im ersten Fall führt dies zur Reduzierung des Finanzierungsvolumens für die Nachtverarbeitung, im zweiten Fall wirkt die Selbstbesicherung wie ein Puffer - der Dispositionsbetrag wird nicht reduziert.
Die detaillierte funktionale Beschreibung zum Selbstbesicherungsverfahren erhalten Sie auch in der „Funktionalen Beschreibung des Prozesses in CASCADE“ F-CMG26 vom 9. Mai 2007.